Jenseits von SozialarbeiterInnenprojekten und Wiedereingliederungsmaßnahmen in die gut durchdachte Hierarchie. Selbstorga, denn es ist DEIN Leben und nur DU weißt, was dich wirklich interessiert. Ein kleiner Schritt in diese Richtung wird demnächst in Freiburg gegangen. Für eine, zwei, viele freie, selbstorganisierte Bildungsangebote!
In Freiburg soll eine offene Uni aufgebaut werden. Das Konzept: An einem festen Tag jede Woche soll offener Uni Tag in der KTS sein. Morgens gibt es ein SchulschwänzerInnen-Café in dem sich SchulschwänzerInnen über Schulkritik austauschen sollen, oder einfach das machen wonach ihnen ist. Mittags gibt es dann VoKü, und danach fangen die Workshops, Kurse, Diskussionsrunden, Vorträge, Vorlesungen, Filme, und so an bis abends. Das Programm soll vielfältig sein, auf verschiedenstem Niveau, und inhaltlich von Sprachkursen bis linksradikalen Diskussionsrunden. Daneben soll auch eine Diskussion darüber stattfinden, wie emanzipatorische Bildung aussehen soll, und wie das bestehende Bildungssystem angegriffen werden kann. Anschließend soll der Tag immer abklingen durch ein interaktives Abendprogramm.
Der erste offene Uni Tag soll in der ersten Februar Woche stattfinden. Gleich für den ersten Tag wollen wir groß mobilisieren und ein breites Programm organisieren. Falls es Leute gibt die Vorträge oder Workshops machen wollen, bitte melden. Auch regelmäßige Kurse sind super, aber wohl eher für Leute aus der Region.
Ansonsten wird die blogsport Seite offeneunifreiburg.blogsport.de bald eingerichtet, die verlinkt werden kann.
Schimpf, Schande und Schmach auf mein Haupt, hier tut sich ja gar nichts mehr.
In den letzten 2 Monaten habe ich kaum was brauchbares für die Seite produziert, was daran liegt, dass ich soviel im “Real Life” mache. Ich habe ja die letzten 2 Monate in Berlin verbracht und bin mal wieder nur von einer Seite zur anderen gewirbelt, nebenbei hatte ich auch noch 6 Lesungen. Politisch gesehen ist auch soviel passiert, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich als erstes schreiben soll. In Berlin wurde z.B. die Brunnenstrasse 183 mit Umsonstladen geräumt ( der erste seiner Art, den ich jemals gesehen habe. Rest in Un-Peace!), und neben ein paar Kreativaktionen und Spontandemos geht es seitdem geht in Berlin heiß her, im wahrsten Sinne des Wortes. Es brennen vermehrt Autos, auch Polizeiautos und es fliegen Farbbomben, auch aufs BKA. Es wäre natürlich interessant, darüber einen Artikel zu schreiben, denn das Thema ist weitaus komplexer als es auf den ersten Blick scheint. “Ihr habt den Termin bestimmt, wir bestimmen den Preis” die Losung dieser Tage.
Seit Jahren brennen in Berlin Autos und fliegen Farbbomben, ob es in letzter Zeit wirklich mehr geworden sind, oder nur mediale Aufmerksamkeit sei dahingestellt. Zum einen scheint es ja im Interesse der Leute zu sein, das ihre Aktionen medial gewürdigt werden. Zum anderen ist auch zu beobachten, dass es verstärkt ( zufällig vor Kopenhagen?) zu einer Hetzkampagne gegen” Hasszündler”, Linksextreme usw. kommt. Vom Berliner Innensenator werden sie schon mal wieder mit rotlackierten Faschisten verglichen. Die Motive hinter den Anschlägen auf Stehzeuge kommen in der Presse fast nie zur Sprache. Gentrifizierung, die neoliberale Umgestaltung, und wachsende Repression in den Städten betrifft uns alle und die meisten von uns in negativer Art und Weise.
In Kopenhagen wird derzeit die Repressionsmaschine angefahren. Gestern nacht kam es schon zu einer Hausdurchsuchung eines Hauses, in dem viele UmweltaktivistInnen sich auf den Gipfel vorbereiten. Da scheint es nur zu passen, in den Köpfen der Leute das Bild vom enthemmten, gemeingefährlichen Linksautonomen zu zeichnen, den man mit jeglicher Repression überziehen kann. Er kann schließlich froh sein, dass die Todesstrafe in Dänemark (derzeit) abgeschafft ist. Links = böse und wer hinterfragt da noch, ob es sein kann, dass in unserer tollen Demokratie mal eben Sitzblockaden zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe dienen können, so wie es ein neues Gipfelgesetz in Kopenhagen vorsieht?
Abgesehen davon kommen auch in Berlin immer mehr Leute einfach so in den Knast, da die Polizei unter Ermittlungsdruck steht. Es gibt mehrere fragwürdige Festnahmen in den letzten Monaten, wo Menschen in der Nähe von brennenden Autos festgenommen wurden, die damit letztendlich überhaupt nichts zu tun haben, außer, dass sie vom VS der linksextremen Szene zugerechnet werden.
Ein besonders krasser Fall ist der von Alexandra. Sie wurde in einem Späti festgenommen, von der bürgerlichen Presse beschimpft und auseinandergenommen, war mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Als Beweis dienten Grillanzünder bei ihr zuhause, auch noch andere, als bei dem abgefackelten Stehzeug gefunden wurde. Letztendlich reichte das aber nicht mal unseren Gerichten und sie wurde freigesprochen. Dazu muss man auch noch sagen, dass dies nicht alleine der Verdienst eine tollen Solidaritätsgruppe ist, die sich für sie eingesetzt hat. Solidarität lohnt und ist vielleicht im Moment das wirkungsvollste, was wir den Herrschenden entgegen stellen können. Denn allein machen sie dich ein, und das gilt immer mehr.
Nun, also darüber könnte ich schreiben, aber ich will auch nicht immer nur Berlin-Nabelschau betreiben. Schließlich ist das Motto mutig-mutig und nicht berlin-berlin.
Gerade in der Provinz bedarf es Mut sich dem alltäglichen Wahnsinn zu widersetzen. Da habe ich auch noch was zu einem kreativen Prozess in Bad Oldesloe wegen einer Militärblockade. Nicht der Prozess war kreativ, sondern die Leute, die Anti-Repression betreiben.
Außerdem wollte ich noch was zu Kopenhagen schreiben, aber das ist so komplex, dass ich wieder mal zuviel denke und zuwenig schreibe. Ich habe in den letzten Wochen mich sehr intensiv mit Kopenhagen, dem “grünen” Kapitalismus, Klimaflüchtlingen und anderen Dingen beschäftigt.Zuviel Information ist manchmal auch nicht gut, denn ich kann gar keinen einfachen Text mehr schreiben.
Werde ich aber probieren. Social change instead of Climate Change. Der UN-Gipfel ist kein Klimagipfel, sondern ein Finanz und Wirtschaftstreffen, auf dem die Karten neu gemischt und grün lackiert werden sollen. Je tiefer ich in Emissionshandel, in RED (Inwertsetzung von den letzten Urwäldern der Erde), CDM (Clean Development Mechanism, Freikaufprogramm für Umweltverschmutzer und Menschenrechtsächter) eintauche, desto mehr kommt mir das kalte Kotzen. In Kürze möchte ich das mit euch teilen. Alles weitere für Kurzentschlossene und Alternativinfojunkies:
http://www.gegenstromberlin.net/
http://nevertrustacop.org/Deutsch/Aufruf
http://www.climate-justice-action.org/
Auch im Bereich Pharma/Gentechkonzerne gibt es mal wieder eininge News und auch die Schweinegrippeimpfung hätte hier auch noch etwas Raum verdient. Wieder einmal wurde neuer Genmais in Europa durchgewunken, übrigens von unserer achsokritischen Frau Aigner, die noch im Frühling erkannt hatte, wie gefährlich Genzeugs ist und sich negativ auf die Biodiversität auswirkt.
Zur forcierten Demokratie in Irland habe ich auch noch was, nämlich zu den Lissabon-Verträgen und wie es letzlich zu dem “Ja” im 2. Anlauf der WIDERSPENSTIGEN Iren kam.
Weiterhin wird in den Niederlanden vermutlich ab Januar das Squatten verboten sein. Eine schöne Gelegenheit, meine alten Texte zu veröffentlichen, die ich 2006, als ich dort in den quirlig-bunten Squatterszene gelebt habe, geschrieben habe. Natürlich lassen auch dort die Aktionen nicht auf sich warten und wer reisefreudig ist und nach Dänemark auch noch ins Land der Käsefüße und rechtsdrehenden PolitikerInnen reisen will, wird dort sicherlich freudig empfangen.
Kraaken gaat door!
Und weil ich nicht immer nur kotzen möchte, sondern auch mal was kleines, nettes, konstruktives machen möchte, werde ich noch über die Transition Town Bewegung schreiben, bei der er im Rahmen des Monats “Ernährung” tolle Vorträge gab, zum Beispiel über Community Supported Agriculture und Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft und auch ein Gästebuch habe ich angelegt. Zudem gibt es einige neue Artikel in Zeitungen von mir, über mich, in denen ich wie immer dasselbe erzähle, oder auch mal was neues?
Die Spannung steigt, die Spannnung bleibt, herein spaziert meine Damen, Herren und Sonstdefinierten, das Klimacasino hat geöffnet und die wilden Vögel fliegen.
Wütend schreiten wir voran!
JUGENDUMWELTKONGRESS
Der Jugendumweltkongress (Jukss) 2009/2010 findet in diesem Jahr vom
25.12.2009 bis 3.1.2010 in der Freien Waldorfschule Elmshorn bei
Hamburg statt. Mehr als 300 neugierige, künstlerische, kritische,
politische, philosophische Freaks, Punks, Hippies, Ökos und Normale
kommen zusammen zum Informieren, Diskutieren, Pläne schmieden, Utopien
ausprobieren, Aktionen rocken, akrobatisch sein und Jonglieren, Musik
machen, Spaß haben, …und um die Welt zu verändern!
Zusammen versuchen wir ein Experiment des gleichberechtigten,
selbstbestimmten Zusammenlebens. Das Programm wird von dir um die
Themen erweitert, die du wichtig findest: Du kannst Vorträge halten
und Filme zeigen, Ausstellungen und Material mitbringen, Workshops und
Diskussionen anzetteln. Beim Kochen werden kreative kulinarische
Genüsse gezaubert und beim gemeinsamen Putzen philosophiert…
Umwelt?? – umfasst für uns das Geflecht sozialer, wirtschaftlicher,
politischer, ökologischer u.ä. Umstände, in denen wir leben. Diese
Umstände zu hinterfragen und die Zusammenhänge zu verstehen, sind
erste Schritte zur Veränderung! Es geht um Themen wie Anarchismus,
Globalisierung, Gentechnik, Atomkraft, Menschen- und Tierrechte,
alternatives Leben und Lernen, Rechtspopulismus und noch viel mehr.
Information: www.jugendumweltkongress.de
A.C.A.B., All Cops are bastards, ein mittlerweile doch schon sehr in die Jahre gekommene Schlachtruf aus den frühen Punkjahren Englands, wurde einem 15-jährigen Nürnberger Demonstrant vorgestern zum Verhängnis.
Seine Eltern hatten ihm das T-Shirt mitgebracht (woher auch immer) und er lief damit auf einer der Studibildungsdemos rum. Nun ist es ja so, dass der Spruch wirklich schon zum Repertoire jedes mittelmässigen Headshops oder pseudorevolutionären Souvenirshop auf dem Kudamm gehört, ähnlich wie Che Guevaras Konterfei, oder “Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen”.
Nun ja, nicht so in Bayern, denn dort wurde erst im April diesen Jahres ein neues Gesetz erlassen, die einen klaren Umgang mit derlei subversiven Sprüchen regelt. Jetzt, wo auch fast der letzte Hinterwändlerpolitiker Englisch gelernt hat ( außer Westerwelle), ebenso die Polizei auch schon “inglisch” sprechen kann, wenn sie denn will ( mit Flüchtlingen zum Beispiel eher nicht, mit Touristen eher schon), fühlen sie sich in ihrer Ehre wohl doch sehr angekratzt.
Und nahmen den Kurzen kurzerhand fest, plus Ausziehen, Leibesvisite und Anzeige wegen Beamtenbeleidigung. Und alles nur wegen A.C.A.B. Quod eram demonstrantum.
Der gute Junge schaffte es sogar als Aufmacher in die Lokalpostillen und Schundblättchen. Ich frage mich gerade, was passieren würde, wenn all die StudentInnen und SchülerInnen, die gerade im Großraum Nürnberg ihre Audimäxe besetzt halten und streiken, sich solidarisch mit dem jungen Mann zeigen würden und in hundertfacher Ausführung mit einem solchem T-Shirt durch die Nürnberger Innenstadt marschieren würden?
Die Polizei würde in einen Festnahmestress ohne Gleichen verfallen, und irgendwann würden sie vor lauter Absurdität eventuell davon ablassen. A.C.A.B. kann doch soviel bedeuten. Alle Christen ahnen Böses oder so.
Solange Innenstädte und Landstraßen, Bahnhöfe und Schulen mit Werbepostern und Firmenlogos gepflastert sind, und die Leute ganz selbstverständlich mit Nike T-Shirts rumlaufen, ( könnte man ob ihrer Firmenpraktik auch als kriminelle Vereiningung hinstellenn) sollte auch jeder Mensch auf seinem T-Shirt tragen dürfen, was er oder sie will. Und ja, meinetwegen auch Thor Steinar oder Hitlers Konterfei. Denn Verbote und Gesetze machen unfrei und unzufrieden, schüren Ängste, Misstrauen und Denunziantentum und bislang hat noch jede Nazigruppe ihre kladestinen Zeichen verteidigen können und auch durch die vielen Verbote wurden sie Zeichen erst interessant.
Die Gesinnung ist doch eh im Kopf drin und nicht nur am T-Shirt drauf. Klar, kann man Werbung laufen, mit T-Shirtsprüchen, aber wer offen ist für was auch immer, bekommt mittlerweile im Internet wesentlich mehr Input als durch ein blödes T-shirt.Und wie auch bei Demoverboten, Konzertverboten usw., sollten gerade die “Linken” nicht immer jubeln, wenn wieder etwas “Rechtes” verboten ist. Denn wir befinden uns im Kampf gegen “alle Extreme” und im Endeffekt darf den öffentlichen Raum, die öffentliche Debatte, unseren Kopf und Körper nur noch besetzen, benennen und benutzen, wer den maximalsten Profit draus schlägt oder untertänig konsumiert und weiterhin nichts in Frage stellt.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1125227&kat=10&man=12
Am 26. November 2009 findet um 10:45 Uhr am Amtsgericht Schwäbisch Hall der Prozess gegen den Totalverweigerer Hannes statt.
Hannes hat im Dezember letzten Jahres nach 2 Monaten abgeleisteten Zivildienstes die Arbeit verweigert und ist nicht mehr zum Dienst erschienen. Seine Begründung ist grundlegend herrschaftskritisch und antimilitaristisch. So ist der Zivildienst in seiner Ausführung undGesetzeslage am Kriegsdienst festgemacht und eng mit ihm verbunden, im Fall eines Krieges ist der Zivildienstleistende genauso als Handlanger fürKriegshandlungen vorgesehen.
Noch weitergehend ist die Kritik am Dienst als Zwangsarbeit an sich. Eine jede Zwangshandlung des Staates ist als den Menschen einschränkend und herrschaftsförmig abzulehnen und zu bekämpfen, da sie anstelle von freiwilliger Kooperation und sozialer Hilfe eine repressive und von Kontrolle durchzogene Gesellschaft erhält, die die Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Umwelt nach sich zieht.
In Schwäbisch Hall werden im November noch vor dem Prozess öffentliche
Aktionen und Infoveranstaltungen stattfinden, näheres dazu in der
nächsten Rundmail. Wer in Schwäbisch Hall mit dabei sein will melde sich
bei squattheworld@web.de oder informiere sich auf
www.herrschaftsfrei.blogsport.de.
Ansonsten: Kommt alle zum Prozess!
Weitere Infos zum Thema:
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
Gelöbnix