Archive for the ‘Wissenschaft’ Category
Boehringer-Ingelheim Tierversuchslabor besetzt
Juli 20th, 2009 Posted 11:13 pm
“Boehringer Ingelheim erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel für Menschen in aller Welt.
Mit 41.300 Mitarbeitern, die in 138 Gesellschaften auf allen Kontinenten beschäftigt sind, gehört Boehringer Ingelheim heute international zu den forschungsintensivsten Unternehmen.” so stellt sich das Unternehmen auf seiner eigenen Homepage dar.
Boehringer-Ingelheim ist wie alle Pharmaunternehmen, ein besonders sympathisches Unternehmen. Mit großer Aufopferungsbereitschaft stellt es Arbeitsplätze, Wissen und neue Arzneimittel für die gesamte Gesellschaft bereit, und das bereits aus Traditionsverpflichtung.
Aber nicht nur der Mensch, auch das Tier steht im Mittelpunkt der Bemühungen des netten Konzerns:
“Boehringer Ingelheim hat sich auch der Forschung und Entwicklung von Produkten rund um die Tiergesundheit verschrieben. Dabei werden nicht nur innovative Wirkstoffe und Formulierungen produziert, sondern es wird ebenso kontinuierlich daran gearbeitet, neue Technologien zur Optimierung der Arzneimittelsicherheit und zur Vereinfachung der Anwendung zu realisieren.”
Das ganze könnte weniger euphemistisch auch ganz anders beschrieben werden. Wie alle Pharmaunternehmen ist Boehringer-Ingelheim einzig und alleine an Profitmaximierung interessiert. Dafür braucht es Kunden, je mehr desto besser, je kränker desto besser und je wehrloser, desto besser. Ethik scheint keine große Rolle zu spielen.
So stellte nach einem Spiegelbericht Boehringer-Ingelheim im Vietnamkrieg in einem Abkommen mit Dow Chemicals Agent Orange her und verhindert heutzutage mit Patentsrechtsstreiten den billigen Nachbau von lebensrettenden Medikamenten auf der südlichen Hemisphäre.
Auch die Tiere scheinen Boehringer-Ingelheim nicht ganz so ans Herz gewachsen, wie es zunächst scheinen könnte. Derzeit wollen sie in Hannover, unweit eines Wohngebietes ein Tierversuchslabor eröffnen, in der an die 1000 Schweine gehalten werden sollen. In dieser “Forschungsanlage” sollen neue Impfstoffe ausprobiert werden, um Massentierhaltungen noch effizienter ( und brutaler und risikoreicher!) zu machen. Pikantes Detail: An die 40 Kleingärtner ( das Herz der deutschen Arbeiter) wurden von der Stadt Hannover enteignet, von ihren schon jahrzehntelang gepachteten Grundstücken vertrieben, die Kirche verkaufte dann nochmal 7000qm, gegen den Protest der GemeindemitgliederInnen und nun liegt also ein Filetstück in der Nähe der Tieruni Hannover, das nur noch auf die Bebauung und sinnloses Massenschlachten wartet.
Zum Glück haben sich einige junge Menschen das nicht mehr bieten lassen, und sind zur Tat geschritten und haben das Gelände vor 2 Wochen schon besetzt. Boehringer-Ingelheim ist noch nicht vollständige Eigentümerin und verzichtet derweil, genauso wie die Stadt Hannover vor den Wahlen, auf eine Räumung. (weiterlesen…)
Posted in AgrarKULTUR, Direkte Aktion, Ernährung, Tierrechte, Wissenschaft
Schweinegrippe- eine verdächtige Allianz zwischen Agrarindustrie und Pharmakonzernen
Mai 4th, 2009 Posted 9:24 am

Folgenden Meinung zur Schweinegrippendebatte habe ich aus dem Portugiesischen übersetzt,adaptiert und an einigen Stellen ergänzt. Autor ist Gualter Baptista, Forscher der ökologischen Ökonomie und politischen Ökologie bei CENSE in der Neuen Universität von Lissabon (http://ingenea.pegada.net)
Am 30.April hat die Weltgesundheitsorganisation, auf Druck von verschiedenen Ländern, angekündigt, den Schweinegrippevirus in A(H1N1) umzunennen. Die Änderung des Namens scheint zum Ziel zu haben, den wahren Hintergrund zu verschleiern, der Schweine und Vögel in intensiver Massentierhaltung in eine Situation gebracht hat, in der ihr Immunsystem stark geschwächt und nur noch rudimentär vorhanden ist, wenn überhaupt.
Am selbem Tag aber, sind auch die Ergebnisse der genetischen Sequenz von einem Forschungsteam veröffentlicht worden, die dem Virus inneliegt. Sie zeigen auf, dass die meisten der Gene, die dem Virus inneliegen, ihren Ursprung in anderen Schweine- und Vögelviren haben [1].
Vielleicht handelt es sich ja dabei um keinen Zufall, dass gerade die multinationalen pharmazeutischen Unternehmen und die des Landwirtschaftsbusiness (als deutsches Beispiel fällt einem dabei sofort Bayer ein) sich so nahe stehen und sowohl als Ursprung als auch Lösung für die Pandemie präsentiert werden. Nach einer Studie der Vereinigung von besorgten Wissenschaftlern, werden 70% aller in den USA für Tiere verwendeten Antibiotika nicht für therapeutische Zwecke eingesetzt, soll also heißen, sie werden “vorbeugend” gegen Krankheiten bei Tieren eingesetzt, die schon von Haus ( oder von Tierfabrik) aus, gar nicht mehr gesund sein können, sei es, weil sie unter komplett unzureichenden und inhumanen Bedingungen gehalten werden, sei es aufgrund der Abwesenheit von genetischer Vielfalt, da für die Tierfabriken nur einige wenige, auf schnellen Fleischaufbau gezüchtete Rassen ausgewählt werden.
Landwirtschaftsbusiness und die Pharmakonzerne stellen ganz offensichtlich einen Industriekomplex dar, der in beiderseitiger Abhängigkeit wohlgedeiht. Das Landwirtschaftsbusiness braucht pharmazeutische Erzeugnisse, um seine fortschreitende Produktionsintensivierung voranzupeitschen, die Pharmakonzerne verdienen sich nicht nur damit eine goldene Nase, nein, vielmehr profitieren sie auch noch von den medialen Wellen, die bei jeder neuen Seuche, Grippe und anderen fiesen Krankheiten hochschlagen. [2] Tatsächlich kommt man billiger damit, die Tiere mit Antibiotika vollzustopfen und sie unter Bedingungen zu halten, die neue Krankheiten geradezu heraufbeschwören, als sich um angemessene Haltungsstandards derselben zu kümmern.
Vor einigen Jahren, als ich anfing, in der akademischen Forschung zu arbeiten, habe ich mit Schweinehaltern aus Südportugal ein Projekt geplant, in dem es darum ging, ein Ökosiegel für Schweinfleisch zu entwerfen. Hier fiel auf, wie schwierig selbst einfach erscheinende Dinge umzusetzen waren, die den Schweinen das Leben etwas erleichtern sollten, wie z.B. Stroh als Lagerstätte zu verwenden, anstatt, dass sie sich, wie bislang auf Eisenstangen und Beton, die kurzen Beine in den dicken Bauch stehen mussten. Genauso wie der Verzicht auf das Herausreißen bzw. Abschneiden von Zähnen und Schwänzen, was in der industriellen Massentierhaltung dazudienen soll, dass sich die Schweine vor lauter Stress, den sie in ihrem engen Gitter, auf Eisenstangen ohne Tageslicht stehend zwangsläufig bekommen, nicht gegenseitig angreifen und sich die Bisswunden dann infizieren.
Offensichtlich waren diese Schwierigkeiten das Ergebnis der globalen “Ernährungs”industrie, komplett auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, nicht etwa auf Gewinnoptimierung. Hier überlebt im Prinzip nur, wer es schafft, seine Betriebskosten auf ein Minimum zu reduzieren, was eine Massentierhaltung auf Mindeststandard begünstigt, komplett abhängig von einer multinationalen Großindustrie, die sie mit Futtermitteln, Chemiekeulen und Medikamenten eindeckt.
Der ganze Wirbel, der um die Schweinegrippe veranstaltet wurde, wurde ebenso in Frage gestellt, und das zu recht. Wenn man die Todesfälle, die mit der Grippe in Zusammenhang gebracht werden, mit denen von anderen Krankheitsbildern, wie der Tuberkulose[3], oder (Verkehrs)unfällen[4] vergleicht, sehen wir uns einer signifikanten Diskrepanz gegenüber, sei es in der medialen Aufmerksamkeit, die der Grippe zu teil wurde, sei es in der politischen und finanziellen Dringlichkeit, mit der das Problem in die Hände der Forschung der Pharmakonzerne übergeben wurde.
Im Endeffekt zahlt bei dieser unheiligen Allianz von Tiermisshandlung, Medikamentenmissbrauch und industrieller Landwirtschaft, der/die Bürgerin drauf, da hilft es dann auch nichts, wenn das Steak bei Penny nur 1,99 kostet. Die Rechnung ist ein wenig komplexer: auf der einen Seite leiden wir unter den Begleiterscheinungen der Massentierhaltung auf die Umwelt ( z.b. wenn wir in der Nähe einer Schweinefabrik leben, aber auch weil das Nitrat, Schwermetalle, Viren, Bakterien usw. sich in unserem Grundwasser, in unseren Bächen und Flüssen ablagern…da hilft es auch nichts vegan zu sein) und zusätzlich natürlich, wenn wir dieses Fleisch dann auch noch essen, denn auch wenn man als Vegetarier geneigt ist, Fleischessern mit einer gewissen Häme ihre Skandälchen zu gönnen, will man ihnen diese Giftcocktails dann doch nicht zumuten. Es wäre einmal interessant zu wissen, wieviele Milliarden Euro jährlich in die Behandlung von Krankheiten fließen, die durch Fleischkonsum, zudem noch aus Massentierhaltung, verursacht wurden.
Auf der anderen Seite wird das Geld, das wir von unserem Lohn abzwacken, für die Verträge verwendet, die die Regierungen mit den Pharmekonzernen aushandeln, um Antibiotika und Impfungen zu kaufen. Denen liegt natürlich nichts daran, etwas an den Ursachen zu ändern, solange diese lukrativen Geschäfte ihr Bestehen sichern und somit schließt sich der Teufelskreis, bei dem am Ende alle daraufzahlen( kaputte Erde, Epidemien etc), nur manche eben mehr, andere weniger. Einige schon jetzt, andere erst ein wenig später.
Im Moment sind es die reichen Länder und BürgerInnen, die ein patentiertes Antibiotika von einem der großen Pharmakonzerne kaufen können, die armen Länder oder nicht so betuchte Personenkreise gehen leer aus. Letztere leiden gleich doppelt( wie z.b. in Mexiko), weil sie nicht nur Opfer der Auslagerung der stinkenden und verschmutzenden Massenschweinehaltung, die niemand gerne neben seinem Haus hat, geworden sind, sondern weil es auch sie sind, die über keine Mittel und Wege, weder ökonomisch, noch als politische Einflussnahme, verfügen, um die Pandemie wirksam bekämpfen zu können.
Wir dürfen nicht tatenlos verharren, während wir daraufbauen, im “Ernstfall” Tamiflu von Roche, kaufen zu können. Es ist von Nöten, die wahren Schuldigen zu suchen und publik zu machen, nicht nur damit sie für die Schweinegrippe zahlen, sondern auch, um die fortschreitende Zerstörung der Weltgesundheit aufzuhalten, sei es Mensch, Tier oder Pflanze. Wenn Novartis eine Impfung entwickeln will und dafür Unterstützung haben will, so soll es wenigstens die industrielle Landwirtschaft und ihre Stellvertreter sein, die dafür zahlen und nicht der/die Steuerzahlerin. Vielleicht kommen sie dann ja irgendwann einmal auf die Idee, die Schweine mal ein wenig an die frische Luft zu bringen, denn ich habe die Alten immer sagen hören, dass das gut für die Gesundheit sein soll.
Anmerkung: Wer in Deutschland aktiv werden will gegen weitere Schweinereien, auf den/die wartet im schönen Mecklenburg-Vorpommern, in Alt-Tellin ein neues zuhause, dass er/sie sich großzügig ausbauen kann. Es geht hierbei um ein Haus, das AktivistInnen freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, um gegen die größte Ferkelzuchtanlage Europas, die dort direkt nebenan gebaut werden soll, vorgehen zu können.
http://schweinerei.blogsport.de
Posted in AgrarKULTUR, Ernährung, Wissenschaft
Nanotechnologie
April 21st, 2009 Posted 10:02 am
Nach Atomkraft und Gentechnik, hat sich ein neues spannendes Feld für (Umwelt)aktivisten und Menschen mit Sorge um die Zukunft aufgetan: Nanotechnologie.
Ich selbst habe ich mich bislang damit auch nur sehr marginal beschäftigt, aber ein user meines Blogs, Sven, hat freundlicherweise einen interessanten Artikel über dieses Thema verfasst, den ich euch nicht vorenthalten will.
Die großen Risiken einer kleinen Technologie – NANOTECHNOLOGIE
„Je kleiner die Dimensionen werden, desto größer wird der Maßstab, in dem man denken muß.”
Die Nanotechnologie (NT) wird eine neue industrielle Revolution ungeahnten Ausmaßes zur Folge haben,dabei sind ihre Risiken noch weitgehend unerforscht und in Größenordnungen anzusiedeln, die dem Forschungsobjekt diametral entgegengesetzt sind.
Nanopartikel sind eine Ansammlung von miteinander verbundenen Atomen mit einem Radius von insgesamt weniger als 100 nm.Dieses Aggregat besteht typischerweise aus 10-10 5 Atomen.Ein Nanometer (nm) ist ein Millionstel Millimeter oder der milliardenste Teil eines Meters und entspricht etwa dem 50.000stel des Durchmessers eines menschlichen Haares.
Aufgrund der geringen Größe von Nanopartikeln können sie z.B. über die Lunge(nbläschen) in den Blutkreislauf und von dort überall in den Körper gelangen.Nanopartikel werden bereits Produkten beigefügt, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern, so finden sich Nanopartikel in Farben und Lacken, um die Kratzfestigkeit zu erhöhen, oder in Sonnenschutzcremes,was bereits zu ersten gesundheitlichen Problemen und zur Rücknahme eines Produktes geführt hat.
Die NT kann man in 3 Klassen einteilen: 1. isoliert, 2. bioaktiv und 3. disruptiv:
Posted in Militarismus, Wissenschaft

