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Action Samba in Israel

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Januar 11th, 2010 Posted 7:22 pm

kreis_orange_kleinEin Brief aus Israel: Die Yasamba (Jerusalem) und die Kasamba (Tel Aviv) Gruppen bei den Demonstrationen in Ost-Jerusalem in der letzten Zeit in große Probleme geraten. Die Yasamba Gruppe geht wöchentlich auf Demonstrationen
in der Nachbarschaft Sheikh Jarrah, wo Juden und Araber gemeinsam gegen die
Vertreibung von arabischen Familien durch extrem-rechten israelischen
Organisationen, protestieren. Die Familien sind aufgrund der
Gerichtsverhandlungen verschuldet und sind nun ohne entsprechenden Ersatz fuer
ihre Häuser auf die Strasse gesetzt worden.

Seit der Gründung der Yasamba, vor weniger als einem Jahr, ist die Demonstration in Sheikh Jarrah von 50 auf 500 Leute angewachsen. Es hat viel Aufmerksamkeit inder israelischen Öffentlichkeit erzeugt und eine breite Gesellschaftsgruppeerreicht.Allerdings hat die Polizei entschieden, keine Demonstrationen mehr zu erlauben und vieleDemonstranten festgenommen. Speziell die Sambagruppe wurde geziehltangegriffen, ohne Begründung inhaftiert und durch das Konfiszieren der Trommeln mundtot gemacht. Das ganze lief in einer krassen Art ab, die mir nichts zu rechtfertigen ist.

Inhaftierung der Trommler auf dem Weg zur Demonstration:

Die erste Demonstration mit Polizei-Brutalität:

Überraschenderweise sind nach den ganzen Inhaftierungen noch mehr Leute zur Band gekommen,
die mitmachen wollen. Spenden aus europäischen Friedensstrukturen wird uns helfen weiterhin zu den Demonstrationen zu gehen, zu spielen und gegen die Ungerechtigkeit aufzubegehren. Wir zeigen
Solidarität mit den Familien und erreichen so auch die Isrealisch-Jüdische
Bevölkerung in West-Jerusalem, so dass alle erfahren was los ist.
Die Kinder aus der Nachbarschaft, die nach den Demonstrationen zu uns kommen freuen
sich sehr über uns und spielen mit uns. Wir planen ihnen auch Instrumente zu
geben oder welche zu bauen.

Die Kasamba-Gruppe aus Tel-Aviv nimmt jede Woche an den friedlichen Demonstrationen
in dem palästinensischen Dorf Al-Ma’asara teil, wo sie den Kindern aus dem Dorf
das trommeln beibringen. Dort wird gegen den geplanten Bau der Mauer auf dem
Gebiet des Dorfes demonstriert.

Bitte verbreitet diesen Brief auch an andere Leute, Organisationen und Netzwerke
damit mehr Leute davon erfahren!

Im Namen von Yasamba und Kasamba: Vielen herzlichen Dank!

Jerusalem, 2. Januar 2010

Hier sind einige Links um sich detaillierter über die Situation in Sheikh Jarrah zuinformieren:

http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/sie-schlagen-und-schiessen-auf-uns/

http://www.peacenow.org.il/site/en/peace.asp?pi=61&fld=620&docid=3594

http://www.ir-amim.org.il/eng/?CategoryID=324

Al-Ma’asara:
http://palsolidarity.org/2009/11/9451

Presse:

http://www.haaretz.com/hasen/spages/1135709.html

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1261364542812&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

Ein Kessel(n) Bunte(S)

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Dezember 14th, 2009 Posted 5:36 pm

urn:newsml:dpa.com:20090101:091212-11-11397Was die vergangenen Tage in Kopenhagen stattfindet, ist eine Demaskierung und Demontage jeglichen demokratischen Grundverständnisses. Je weiter wir im Spätkapitalismus fortschreiten, desto weniger Energie können die Mächtigen eben für die Schein-Maskerade verschwenden, mit denen sie uns in Vergangenheit noch einlullen wollten.
Selbst beim G8 in Italien 2001 fanden sich die Gutmenschen und Demokratieprediger ( zur Erinnerung: die Leute die mit Bomben und Tretminen Demokratie in andere Länder exportieren, damit es den Menschen dort auch richtig gut gehen soll), nun ja, sie erklärten einhellig, dass soetwas ja nur im halb-faschisitischen Italien unter dem verrückten Möchtegerndiktator Berlusconi passieren konnte.  Nun ja, Dänemark hat zwar auch eine rechtsgerichtete Regierung, aber die Sozialdemokraten in der Regierung haben auch für Grundrechteeinschränkung und das defacto Verbot von jeglichen Protest gestimmt.
Die G8 Treffen sind mittlerweile schon in großen Teilen der Bevölkerung delegitimiert, WTO-Verhandlungen werden regelmäßig von den Ländern des globalen Südens blockiert, Ex-Mitarbeiter vom IWF kritisieren diesen medienwirksam,
viele Menschen haben während der Finanzkrise und den unendlichen Milliarden an Euro für Bankenrettung das Vertrauen in den immerwährenden Wohlstand und demokratische Entscheidungen verloren. Die EU wurden die meisten BürgerInnen gerne wieder abschaffen, für die Ratifizierung des Lissabonsvertrags mußten die Iren, die einzigen die überhaupt darüber abstimmen durften in einer 2. Wahl zur Raison gezwungen werden und so weiter.
Auch wenn die Bewegung keinen Überraschungscoup mehr landen kann wie in Seattle vor 10 Jahren und daher auch kein Treffen effektiv blockieren kann ( wobei viele NGOs dies auch gar nicht wollen in Kopenhagen, sondern im Kongresszentrum selbst Lobbyismus oder kleine Störungen wie die EinwohnerInnen von den im Meer versinkenden Tuvalu, herbeiführen wollen), ist die Bewegung doch breiter geworden, wütender. Denn es geht für uns alle ums Ganze. Um unsere Zukunft, um unseren Planeten.
Immer mehr Menschen sind bereit, ein ganz anderes Anderes zu denken und zu leben, immer weniger fressen, was ihnen vorgeworfen wird. Wir sind vernetzt über den ganzen Erdball. Die privaten und öffentlichen Nachrichtensender und Zeitungen können uns nicht mehr alles vorenthalten, so wie es vor ein paar Jahrzehnten noch möglich war. Wir wissen um die sozialen Kämpfe um den Globus. Der soziale Friede kippt nun auch im Wohlfahrtparadies Skandinavien.
Die Mächtigen wissen dies und versuchen in einem letzten Aufbäumen die letzten noch verbliebenen Ressourcen unter sich aufzuteilen und die letzte grandiose Inwertsetzung von immateriellen Gütern wie Luft, Regenwälder, Meere ( auch gerne Co2 Senken genannt) Der Wald als Dienstleister der Kapitals. Wasser-Wald-Luft-Segmentiert-verkauft-mit Milliarden belastet. WUMS- und wer glaubt an Ökokapitalismus?
Was gäbe es sonst für einen Grund, die Demonstrationen in Kopenhagen derart gewalttätig im Keim zu ersticken?
Über 1200 Festnahmen gab es in der letzten Woche- die meisten präventiv. Viele kamen wiedermal nicht ins Land rein. Schengen gilt nur, wenn es den Reichen passt. Die Leute auf dem Foto oben wurden gezwungen sich in Reihen auf den eiskalten Boden zu setzen und in die Hose zu pinkeln. Die Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken. Selbstverständliche präventiv. Selbstverständlich sind die meisten schon wieder draußen aus dem Käfig, da ihnen nichts vorgeworfen werden kann, außer dem Willen nach Kritik einer in ihren Augen zerstörerischen Politik. Ich kann es nur noch einmal wiederholen, dass sind die ausführenden Organe von Regierungen, die Afghanistan den Frieden erklären wollen!!! Es wird vermutet, dass zum einen Namen der Demonstrierenden registriert werden sollen, sie sollen eingeschüchtert werden, gespalten, schlafentzogen. Sie werden nach der Haft in Käfigen in Bussen an irgendwelche Vorstadt oder Provinzbahnhöfe gebracht- no return.
Im Gefängnis gab es Revolten.
Die Regierenden brauchen das- das Bild vom gewalttätigen, rastabehangenen Linksradikalen, der der Menschheit das Glück eines neuen, (profit)verbesserten Emissionshandels berauben will.
Immerhin haben sie prominente Unterstützer, wie den angesehenen Klimaforscher und NASA-Wissenschaftler James Hansen und auf Expertenmeinung wird doch sonst auch soviel gegeben! Er wünscht sich ein Scheitern der Klimaverhandlungen, und einen wirklichen Neuanfang, nur so sei eine globale Erwärmung noch aufzuhalten.
In Dänemark wird weiter protestiert, heute gab es eine laute kräftige Via-Campensina-Demo. Small farmers cool down the planet. Weitere Infos:
http://www.modkraft.dk/
http://www.climate-justice-action.org/
Kanal B
Graswurzel TV
Doch nur weil die Klimaverhandlungen in Kopenhagen stattfinden, heißt das noch lange nicht, dass nur dort Aktionen stattfinden (sollten).
Im Gegenteil, auch wenn die mediale Präsenz und der Fokus, der in den Gipfeltagen auf so einem Ort liegt, dazu verlockt, sind Aktionen dort eben oft strategisch nicht günstig. Die Polizei hat ein Spezialtraining hinter sich, extra Gefängniskapazitäten (Hundezwinger) sind herangekarrt, die Hemmschwelle ist niedrig und der Adrenalinspiegel auf allen beteiligten Seiten hoch. Meist folgen Gipfelproteste einer festgelegten Choreografie. Demoinhalt und Verlauf sind schon Wochen vorher bekannt, eine oft große, träge Masse ergießt sich durch enge, leicht abzuriegelnde Straßen.
Vermutlich wäre der Kopenhagener Hafen an jedem anderen Tag des Jahres besser zu blockieren mit einer 3-köpfigen Klettertruppe, als gerade am 13.12.2009, wenn eine mehrere 1000 Personen starke angemeldete Demo dorthin geht unter dem Namen “Hit the production”. Präsenz zeigen auf den Straßen ist natürlich wichtig und Massenveranstaltungen grooven oft richtig, viele AktivistInnen sind ja sonst das ganze Jahr alleine. Dennoch:  Die ganze Woche steht unter dem Motto Global Action Week und alle können an allen Orten dieser Erde eigene Aktionen starten!
In Rosenheim ( ja das in Bayern) gab es zum Beispiel zum ersten Mal eine Critical Mass. Ja, es muss nicht immer gleich eine Atomkraftwerkskühlturmbesetzung sein. “The production” hat viele Gesichter und wir haben die Phantasie!
In Berlin wird es morgen, Dienstag um 15 Uhr eine Solidaritätsaktion mit den noch in Kopenhagen befindlichen Demonstranten_innen zu geben. “Wir uns am Dienstag den 15.12.09 um 15h an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Dort wird eine Demonstration inszeniert, zu der wir unsere Pozilei auch gleich selber mitbringen.

Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, kam es während des derzeit in Kopenhagen laufenden Klimagipfels bereits bei den ersten Großveranstaltungen zu massiver Repression seitens der dänischen Sicherheitsbehörden. So sind für den Samstag mindestens 968 Festnahmen, für den darauffolgenden Sonntag, mindestens 200 Festnahmen zu vermelden. Die Art und Weise, des Vorgehens, sowie die dabei angewandte Brutalität der dänischen Polizei waren Anlass für breite Kritik. Die Climate Justice Action (CJA) bspw. nennt die Massenhaftungen des Samstages in einer Pressemitteilung eine „Kriminalisierung von friedlichen Demonstranten”, sowie der Klimaproteste im Allgemeinen. Neben der Meldungen in der Mainstreampresse, hier noch mal die Links zu 2 diesbezüglichen Indyartikeln:
http://de.indymedia.org/2009/12/268635.shtml
http://de.indymedia.org/2009/12/268672.shtml
Um auf die stattgefundene Repression auch hier in Berlin nochmals aufmerksam zu machen und um Solidarität mit den noch in Kopenhagen befindlichen Demonstranten_innen zu bekunden, treffen wir uns am Dienstag den 15.12.09 um 15h an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Dort wird eine Demonstration inszeniert, zu der wir unsere Pozilei auch gleich selber mitbringen. Konkret soll dieser kreative Protest in Form eines Straßentheaters unsere Interpretation des staatlichen Umgangs mit Demonstanten_innen in Szene setzten. Mit Übergriffen seitens unserer Pozilei ist daher wohl zu rechnen.
Es wäre schön wenn ihr dafür bunte, schwarze und/oder grüne „Bullen-Klamotten“ anzieht, bzw. mitbringt, je nachdem wen ihr lieber spielen möchtet. Aber denkt dran, es können nicht alle die Guten sein, wir brauchen auch Pozilei. Selbst gebastelte Schweinenasen (Fuck all Pigs!) aus Eierkartons, Kabelbinder für die „Festnahmen“, Kochlöffel-Schlagstöcke und ähnliches mehr, können das optische Erscheinungsbild der Darbietung nur verbessern. Seitens der „Demonstranten_innen – Darsteller_innen“ können Trillerpfeifen, Kochgeschirr und Ähnliches den Geräuschpegel für die Aufmerksamkeit auf unsere Aktion nur steigern, Transpis und Schilder mit eventuellem Bezug auf Kopenhagen sind auch gern gesehen. Eurer Kreativität sind unsererseits keine Grenzen gesetzt!
Wer Lust und Zeit hat an der Herstellung der Requisiten für die geplante Performance mitzuwirken, ist herzlich eingeladen am Montag, den 14.12.09 ab 16h im New York/Bethanien vorbeizuschauen.
In diesem Sinne Soligrüße nach Kopenhagen! Freiheit für alle Gefangenen!”

Neuigkeiten

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Dezember 9th, 2009 Posted 6:48 pm

BewegungsfreiheitSchimpf, Schande und Schmach auf mein Haupt, hier tut sich ja gar nichts mehr.

In den letzten 2 Monaten habe ich kaum was brauchbares für die Seite produziert, was daran liegt, dass ich soviel im “Real Life” mache. Ich habe ja die letzten 2 Monate in Berlin verbracht und bin mal wieder nur von einer Seite zur anderen gewirbelt, nebenbei hatte ich auch noch 6 Lesungen. Politisch gesehen ist auch soviel passiert, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich als erstes schreiben soll. In Berlin wurde z.B. die Brunnenstrasse 183 mit Umsonstladen geräumt ( der erste seiner Art, den ich jemals gesehen habe. Rest in Un-Peace!), und neben ein paar Kreativaktionen und Spontandemos geht es seitdem geht in Berlin heiß her, im wahrsten Sinne des Wortes. Es brennen vermehrt Autos, auch Polizeiautos  und es fliegen Farbbomben, auch aufs BKA. Es wäre natürlich interessant, darüber einen Artikel zu schreiben, denn das Thema ist weitaus komplexer als es auf den ersten Blick scheint. “Ihr habt den Termin bestimmt, wir bestimmen den Preis” die Losung dieser Tage.

Seit Jahren brennen in Berlin Autos und fliegen Farbbomben, ob es in letzter Zeit wirklich mehr geworden sind, oder nur mediale Aufmerksamkeit sei dahingestellt. Zum einen scheint es ja im Interesse der Leute zu sein, das ihre Aktionen medial gewürdigt werden. Zum anderen ist auch zu beobachten, dass es verstärkt ( zufällig vor Kopenhagen?) zu einer Hetzkampagne gegen” Hasszündler”, Linksextreme usw. kommt. Vom Berliner Innensenator werden sie schon mal wieder mit rotlackierten Faschisten verglichen. Die Motive hinter den Anschlägen auf Stehzeuge kommen in der Presse fast nie zur Sprache. Gentrifizierung, die neoliberale Umgestaltung, und wachsende Repression in den Städten betrifft uns alle und die meisten von uns in negativer Art und Weise.

In Kopenhagen wird derzeit die Repressionsmaschine angefahren. Gestern nacht kam es schon zu einer Hausdurchsuchung eines Hauses, in dem viele UmweltaktivistInnen sich auf den Gipfel vorbereiten. Da scheint es nur zu passen, in den Köpfen der Leute das Bild vom enthemmten, gemeingefährlichen Linksautonomen zu zeichnen, den man mit jeglicher Repression überziehen kann. Er kann schließlich froh sein, dass die Todesstrafe in Dänemark (derzeit) abgeschafft ist.  Links = böse und wer hinterfragt da noch, ob es sein kann, dass in unserer tollen Demokratie mal eben Sitzblockaden zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe dienen können, so wie es ein neues Gipfelgesetz in Kopenhagen vorsieht?

Abgesehen davon kommen auch in Berlin immer mehr Leute einfach so in den Knast, da die Polizei unter Ermittlungsdruck steht. Es gibt mehrere fragwürdige Festnahmen in den letzten Monaten, wo Menschen in der Nähe von brennenden Autos festgenommen wurden, die damit letztendlich überhaupt nichts zu tun haben, außer, dass sie vom VS der linksextremen Szene zugerechnet werden.

Ein besonders krasser Fall ist der von Alexandra. Sie wurde in einem Späti festgenommen, von der bürgerlichen Presse beschimpft und auseinandergenommen, war mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Als Beweis dienten Grillanzünder bei ihr zuhause, auch noch andere, als bei dem abgefackelten Stehzeug gefunden wurde. Letztendlich reichte das aber nicht mal unseren Gerichten und sie wurde freigesprochen. Dazu muss man auch noch sagen, dass dies nicht alleine der Verdienst eine tollen Solidaritätsgruppe ist, die sich für sie eingesetzt hat. Solidarität lohnt und ist vielleicht im Moment das wirkungsvollste, was wir den Herrschenden entgegen stellen können. Denn allein machen sie dich ein, und das gilt immer mehr.

Nun, also darüber könnte ich schreiben, aber ich will auch nicht immer nur Berlin-Nabelschau betreiben. Schließlich ist das Motto mutig-mutig und nicht berlin-berlin.

Gerade in der Provinz bedarf es Mut sich dem alltäglichen Wahnsinn zu widersetzen. Da habe ich auch noch was zu einem kreativen Prozess in Bad Oldesloe wegen einer Militärblockade. Nicht der Prozess war kreativ, sondern die Leute, die Anti-Repression betreiben.

Außerdem wollte ich noch was zu Kopenhagen schreiben, aber das ist so komplex, dass ich wieder mal zuviel denke und zuwenig schreibe. Ich habe in den letzten Wochen mich sehr intensiv mit Kopenhagen, dem “grünen” Kapitalismus, Klimaflüchtlingen und anderen Dingen beschäftigt.Zuviel Information ist manchmal auch nicht gut, denn ich kann gar keinen einfachen Text mehr schreiben.

Werde ich aber probieren. Social change instead of Climate Change. Der UN-Gipfel ist kein Klimagipfel, sondern ein Finanz und Wirtschaftstreffen, auf dem die Karten neu gemischt und grün lackiert werden sollen. Je tiefer ich in Emissionshandel, in RED (Inwertsetzung von den letzten Urwäldern der Erde), CDM (Clean Development Mechanism, Freikaufprogramm für Umweltverschmutzer und Menschenrechtsächter) eintauche, desto mehr kommt mir das kalte Kotzen. In Kürze möchte ich das mit euch teilen. Alles weitere für Kurzentschlossene und Alternativinfojunkies:

http://www.gegenstromberlin.net/

http://nevertrustacop.org/Deutsch/Aufruf

http://www.climate-justice-action.org/

Auch im Bereich Pharma/Gentechkonzerne gibt es mal wieder eininge News und auch die Schweinegrippeimpfung hätte hier auch noch etwas Raum verdient. Wieder einmal wurde neuer Genmais in Europa durchgewunken, übrigens von unserer achsokritischen Frau Aigner, die noch im Frühling erkannt hatte, wie gefährlich Genzeugs ist und sich negativ auf die Biodiversität auswirkt.

Zur forcierten Demokratie in Irland habe ich auch noch was, nämlich zu den Lissabon-Verträgen und wie es letzlich zu dem “Ja” im 2. Anlauf der WIDERSPENSTIGEN Iren kam.

Weiterhin wird in den Niederlanden vermutlich ab Januar das Squatten verboten sein. Eine schöne Gelegenheit, meine alten Texte zu veröffentlichen, die ich 2006, als ich dort in den quirlig-bunten Squatterszene gelebt habe, geschrieben habe. Natürlich lassen auch dort die Aktionen nicht auf sich warten und wer reisefreudig ist und nach Dänemark auch noch ins Land der Käsefüße und rechtsdrehenden PolitikerInnen reisen will, wird dort sicherlich freudig empfangen.

Kraaken gaat door!

Und weil ich nicht immer nur kotzen möchte, sondern auch mal was kleines, nettes, konstruktives machen möchte, werde ich noch über die Transition Town Bewegung schreiben, bei der er im Rahmen des Monats “Ernährung” tolle Vorträge gab, zum Beispiel über Community Supported Agriculture und Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft und auch ein Gästebuch habe ich angelegt. Zudem gibt es einige neue Artikel in Zeitungen von mir, über mich, in denen ich wie immer dasselbe erzähle, oder auch mal was neues?

Die Spannung steigt, die Spannnung bleibt, herein spaziert meine Damen, Herren und Sonstdefinierten, das Klimacasino hat geöffnet und die wilden Vögel fliegen.

Wütend schreiten wir voran!

ACAB oder doch lieber NIKE?

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November 20th, 2009 Posted 4:25 pm

ACABA.C.A.B., All Cops are bastards, ein mittlerweile doch schon sehr in die Jahre gekommene Schlachtruf aus den frühen Punkjahren Englands, wurde einem 15-jährigen Nürnberger Demonstrant vorgestern zum Verhängnis.

Seine Eltern hatten ihm das T-Shirt mitgebracht (woher auch immer) und er lief damit auf einer der Studibildungsdemos rum. Nun ist es ja so, dass der Spruch wirklich schon zum Repertoire jedes mittelmässigen Headshops oder pseudorevolutionären Souvenirshop auf dem Kudamm gehört, ähnlich wie Che Guevaras Konterfei, oder “Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen”.

Nun ja, nicht so in Bayern, denn dort wurde erst im April diesen Jahres ein neues Gesetz erlassen, die einen klaren Umgang mit derlei subversiven Sprüchen regelt. Jetzt, wo auch fast der letzte Hinterwändlerpolitiker Englisch gelernt hat ( außer Westerwelle), ebenso die Polizei auch schon “inglisch” sprechen kann, wenn sie denn will ( mit Flüchtlingen zum Beispiel eher nicht, mit Touristen eher schon), fühlen sie sich in ihrer Ehre wohl doch sehr angekratzt.

Und nahmen den Kurzen kurzerhand fest, plus Ausziehen, Leibesvisite und Anzeige wegen Beamtenbeleidigung. Und alles nur wegen A.C.A.B. Quod eram demonstrantum.

Der gute Junge schaffte es sogar als Aufmacher in die Lokalpostillen und Schundblättchen. Ich frage mich gerade, was passieren würde, wenn all die StudentInnen und SchülerInnen, die gerade im Großraum Nürnberg ihre Audimäxe besetzt halten und streiken, sich solidarisch mit dem jungen Mann zeigen würden und in hundertfacher Ausführung mit einem solchem T-Shirt durch die Nürnberger Innenstadt marschieren würden?

Die Polizei würde in einen Festnahmestress ohne Gleichen verfallen, und irgendwann würden sie vor lauter Absurdität eventuell davon ablassen. A.C.A.B. kann doch soviel bedeuten. Alle Christen ahnen Böses oder so.

Solange Innenstädte und Landstraßen, Bahnhöfe und Schulen mit Werbepostern und Firmenlogos gepflastert sind, und die Leute ganz selbstverständlich mit Nike T-Shirts rumlaufen, ( könnte man ob ihrer Firmenpraktik auch als kriminelle Vereiningung hinstellenn) sollte auch jeder Mensch auf seinem T-Shirt tragen dürfen, was er oder sie will. Und ja, meinetwegen auch Thor Steinar oder Hitlers Konterfei. Denn Verbote und Gesetze machen unfrei und unzufrieden, schüren Ängste, Misstrauen und Denunziantentum und bislang hat noch jede Nazigruppe ihre kladestinen Zeichen verteidigen können und auch durch die vielen Verbote wurden sie Zeichen erst interessant.

Die Gesinnung ist doch eh im Kopf drin und nicht nur am T-Shirt drauf. Klar, kann man Werbung laufen, mit T-Shirtsprüchen, aber wer offen ist für was auch immer, bekommt mittlerweile im Internet wesentlich mehr Input als durch ein blödes T-shirt.Und wie auch bei Demoverboten, Konzertverboten usw., sollten gerade die “Linken” nicht immer jubeln, wenn wieder etwas “Rechtes” verboten ist. Denn wir befinden uns im Kampf gegen “alle Extreme” und im Endeffekt darf den öffentlichen Raum, die öffentliche Debatte, unseren Kopf und Körper nur noch besetzen, benennen und benutzen, wer den maximalsten Profit draus schlägt oder untertänig konsumiert und weiterhin nichts in Frage stellt.

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1125227&kat=10&man=12