Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Archive for the ‘Kritik am Bestehenden’ Category

DIE WELT VERÄNDERN

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Mai 6th, 2010 Posted 2:56 pm


Rebellisches Zusammenkommen, Reden und Feiern in Frankfurt/Main vom 7.-9. Mai 2010


Wir, das Ya-Basta-Netz, laden euch ein, um miteinander zu reden, uns gegenseitig zuzuhören und zu feiern, voneinander zu lernen und Informationen auszutauschen und mit uns gemeinsam ein weiteres Stück von dem Weg zu machen, der uns zu einem menschlichen und würdigen Leben führt.

Ein Stück weiter auf unserem Weg in eine Welt, in der sich keine/r mehr alleine und isoliert, gedemütigt und unterdrückt, wütend, oder ohnmächtig, voller Angst und hilflos fühlen muss. Eine Welt, in der wir den Mut haben, zu träumen und unsere Träume Wirklichkeit werden lassen. Eine Welt, in der niemand mehr darauf wartet, dass Gerechtigkeit von “oben” kommt, weil alle wissen: Die müssen wir uns gemeinsam erkämpfen. Eine Welt, in der du nicht jeden Tag um deine Würde kämpfen musst, sei es auf den Ämtern, in der Schule, an der Uni, auf der Arbeit, auf der Strasse oder bei der Polizei. Eine Welt, in der niemand gezwungen ist, sich kaputt zu arbeiten – sei es, um überhaupt ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen zu haben, oder weil du erwerbslos bist und ständig eingeredet bekommst, du seiest daran auch noch selbst schuld! Eine Welt, in der keine Kameras rumhängen, die jeden Schritt überwachen. Eine Welt, in der allen Bildung und Ausbildung zusteht – unabhängig vom Einkommen. Eine Welt, in der niemand mehr für „illegal“ erklärt wird und keine/r mehr fliehen muss, in der jede/r leben kann, wo sie/er will. Eine Welt, in der es für alle alles gibt, in der alle Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen haben. Wir träumen von einer Welt, in der viele Welten Platz haben! Die Frage ist nur: Wie schaffen wir das? Es ist nicht nötig, die Welt zu erobern. Es genügt, sie neu zu schaffen. Durch uns. Heute!

Überall haben sich schon Menschen aufgemacht, um mit ihren Händen und Köpfen eine andere Welt zu bauen. Wir sind also nicht alleine und wir fangen nicht bei Null an. So haben zum Beispiel die Zapatistas mit ihrem Aufstand für Land und Freiheit in Chiapas/Mexiko 1994 die Welt aufgerüttelt, vielen Menschen Mut gemacht, indem sie zeigten: Es geht, sich zu wehren und etwas Neues, Anderes aufzubauen, es geht ohne Hierarchien, einander zuhören, fragend vorangehen, ohne die Welt zu erobern! In den folgenden Jahren sind autonome Gemeinden entstanden, Schulen und Krankenversorgung aufgebaut worden. Entscheidungen werden nach dem Konsensprinzip getroffen, d.h. alle Menschen im Dorf bestimmen mit. Obwohl sie von Anfang an (und zunehmend!) vom mexikanischen Staat bekämpft wurden – mit immer mehr Militär und paramilitärischen Gruppen – kämpfen die Zapatistas bis heute weiter gegen den neoliberalen Kapitalismus und für ein würdiges Leben. Ihr Kampf hat viele Gesichter. Unter anderem entstand die „Andere Kampagne“, eine Mobilisierung, die in mehreren Jahren, unabhängig von politischen Parteien, eine basisdemokratische Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Unterdrückung aufbauen will.

Hierzulande gibt es reichlich basisdemokratische Ansätze in vielen Bereichen des Lebens. Es gibt zum Beispiel Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, Lebensmittel- und Buchläden, Kindergärten, die selbstverwaltet mit kollektiven Strukturen funktionieren. Wagenplätze sind entstanden, manche so groß wie kleine Dörfer. Das Konzept des Mietshäusersyndikats ermöglicht es vielen Menschen, auch mit geringem Einkommen, Häuser zu kaufen und zu bewohnen. Das ist nur möglich durch das Prinzip der Solidarökonomie. Das heißt, Menschen geben ihr Geld nicht mehr den Banken, sondern konkreten Projekten und ermöglichen so die Hauskäufe. Ein anderes Beispiel sind nach wie vor besetzte Häuser, von denen eines die Au in Frankfurt ist. Die Au ist seit fast 27 Jahren besetzt und gemeinsam verteidigt und gehalten worden. Hier werden wir das Treffen veranstalten.
Es gibt viele Beispiele von Projekten, die eine andere Welt schon sichtbar machen. Wir möchten diese Projekte einladen, mit uns zusammen zu kommen und sich enger zu verflechten. Ebenso wichtig sind uns die vielen Menschen hier, die alleine und gedemütigt sind. Die nicht weiter wissen und ihre Träume von einem anderen, besseren Leben schon fast aufgegeben haben. Wir wollen aber auch zusammenkommen, um zu lernen von Menschen und Kämpfen, die hier von unten und links geführt werden: gegen Gentechnik und Atomkraftwerke, gegen Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Rassismus und Abschiebungen, gegen Faschismus und die FaschistInnen.

Wenn ich nicht tanzen kann, ist das nicht meine Revolution!

Was tun, wenn wir vom vielen Reden und Zuhören genug haben? Na, tanzen, feiern und demonstrieren! Und schöne, intensive Pausengespräche führen. Es gibt Livebands und Theater, darauf freuen wir uns schon riesig. Und selbstverständlich wollen wir auch, dass die ganze Stadt von uns Notiz nimmt. Mit Sambabands und Clowns, Aktionstheater und PinkSilver die eiskalte Bankenstadt Frankfurt ein bisschen wärmen, ihr vor Augen führen, wie Leben sein kann … Also Clowns, Sambabands und Theaterleute, kommt massenhaft. Ohne euch macht das Rebellieren viel weniger Spaß!

mehr Infos:

http://ya-basta-netz.de.vu/


Unsere Wahl: Soziale Revolution

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September 17th, 2009 Posted 9:13 pm

Eine interessante Anti-Wahl- Initiative, die ebenfalls die Anti-Wahl-Aktionswoche ins Leben gerufen haben. Bis 19.09 habt ihr, wenn ihr denn auch fühlt, dass eure Stimme eh nichts ändert, neben dem üblichen Plakate verschönern (Achtung strafbar, daher natürlich nur in GEDANKEN), auch noch die Gelegenheit, eure Wahlberechtigung …(Glücklich sei der/die, der/ die sie hat, das ist in unserem demokratischen Land nämlich nicht jeder hier wohnhaften Person vergönnt, zum Beispiel Flüchtlingen/ in die Psychiatrie Abgeschobenen (“Entmündigte”)/Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ( ja genau, das sind die, die die Folgen der Klimakatastrophe aushalten müssen, wenn Steinmeier, Merkel, Gysi schon das Zeitliche gesegnet haben)

Nun, also ihr könnt eure Wahlberechtigung einfach in den nächsten Mülleimer werfen, oder noch besser:

Schickt sie an das:

Wahlboykott-Postfach – Wieso, weshalb, warum?

Das Anti-Wahl-Postfach
Am 19. September: Stimme erheben statt Stimme abgeben!

[Liste der Postfächer]

Wahlboykott ist nicht „unpolitisch“

Das Problem beim Nicht- oder Ungültigwählen ist, dass nicht klar
ersichtlich wird, welche Menschen aus politischen Gründen mit dieser Form
des Protestes die Wahl boykottiert haben. Die abgegebenen ungültigen
Stimmen (anreißen, mehrfach ankreuzen usw.) werden bei einer Wahl nur
bedingt angezeigt und werden auf der Wahlstatistik meist unter der Rubrik
„Sonstiges“ mit einer Vielzahl von Kleinstparteien geführt.

Außerdem werden Menschen, die die Wahl boykottieren, egal in welcher Form,
als „politikfaul“ gewertet. Der Grund dafür ist, dass Politik in erster
Linie im parlamentarischen Rahmen gedacht wird. Politische Arbeit
außerhalb des Parlaments erfährt so gut wie kein Gehör und jede Form von
Protest, die sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält, wird
ebenfalls als „unpolitisch“ abgetan.

Was ist das Anti-Wahl-Postfach?

Um dieser Misere praktisch zu begegnen sollen im Rahmen der Kampagne auf
lokaler Ebene Anti-Wahl-Postfächer eingerichtet werde. Hiermit wird die
Möglichkeit geboten sein, ein symbolisches „Nein zum System!“ zu äußern.
Menschen, die sich mit dem Parlamentarismus nicht abfinden wollen, können
hier ihre Wahlbescheinigungen einsenden. Die Wahlbescheinigungen werden
zeitnah zur Bundestagswahl ausgezählt und ihre Anzahl durch unsere
Pressearbeit und verschiedene Aktionen publik gemacht.

Hiermit werden die Menschen sichtbar gemacht, die sich eben nicht am
Wahlspektakel beteiligen wollen und sich mit den Inhalten der (unserer?)
Kampagne identifizieren können. Mit dem Konzept des „Anti-Wahl-Postfachs“
heben wir die tatsächliche Vielzahl der Menschen hervor, die nicht aus
Unwissenheit oder „Faulheit“ ungültig oder gar nicht gewählt haben. Dies
verdeutlicht umso mehr die Existenz vom politisch denkenden Menschen
außerhalb des parlamentarischen Rahmens. Der Wahl als Prozedere, in dem
jede_r vereinzelt in der Wahlkabine seinen Stimmzettel abgibt, so z.B.
auch beim Ungültigwählen, setzen wir eine kollektive Aktionsform entgegen.
Anstatt per Stimmzettel den Staat zu legitimieren, nutzen wir die
Wahlbescheinigungen, um daraus Protestkapital gegen den Staat zu schlagen.

Wie wird’s gemacht?

-Die Wahlbescheide werden rund eine Woche vor der Bundestagswahl am 27.
September 2009 jedem_jeder Wahlberechtigten per Post zugesandt.

-Bei der Wahlbescheinigung werden (nach Belieben) Namen und Adresse
geschwärzt, falls mensch seine persönlichen Daten nicht „öffentlich“
preisgeben will.

-Der eigene Wahlbescheid wird an eines der Postfächer der Kampagne in der
eigenen Region geschickt.

-Bis zum 19. September (Sa.) 2009 müssen die Wahlbescheide bei den lokalen
Anti-Wahl-Postfächern eingesandt werden. Die Auszählung wird an diesem
Wochenende dann regional von den Aktiven der Kampagne und allen
Helfer_innen durchgeführt.

-Am 26. September, dem Samstag nach der Auszählung der
Wahlboykott-Postfächer, werden die Ergebnisse bekannt gegeben.
Ansonsten gibt es bei der bundesweiten Wahlboykott-Demo am 26. September
in Berlin noch für alle Nachzügler die Möglichkeit, ihre Wahlbescheide
einzureichen.

Ansonsten gibt es bei der bundesweiten Wahlboykott-Demo am 26. September
in Berlin noch für alle Nachzügler die Möglichkeit, ihre Wahlbescheide
einzureichen.

PS: Am 22.09 werde ich beim Schloßgespräch Ahaus auch an einer Podiumsdiskussion “Mehr als nur wählen-Möglichkeiten politischer Partizipation” teilnehmen. Das passt ja wie die Faust aufs Auge, wie die Made in den Speck und wie blöde Methaphern abend nach 10.

“Wer lebt mit wem?”Herrschaftskritisches Sommercamp zum Thema “Kind”

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Juli 12th, 2009 Posted 5:18 pm

Wer lebt mit wem

Hiermir lade ich zu einer sehr wichtigen Grossereignis, das sich vom 27.07 bis zum 02.08. auf der Burg Lutter, einer 30 Jahre alten Kommune nähe Hildesheim und Goslar, abspielen wird.

Das Herrschaftskritische Camp “Wer lebt mit wem und warum und wie?” Alleine schon der Titel verrät, wie schwierig es sein kann, wenn mensch andere Arten des Seins und Zusammenlebens sucht, als der immer noch vorherrschenden Heile Welt Familien Pseudoidylle der 50 Jahre. Klein und rein, so soll sie sein, das Familiendasein.

Und abschotten soll man sich, “Cocooning” genannt, gerade jetzt in der Wirtschaftskrise wäre es ja fatal für die Herrschenden, wenn die Menschen untereinander wieder anfangen würden sich zu vertrauen und kleine Dienste und Dinge ohne Geld miteinander austauschen würden.

Obwohl das Ideal also noch von vielen noch hochgehalten wird ( Hochzeiten, Elternzeitschriften, Kirche, Werbung, ZensURSULA von der Leyen) ist es eigentlich auch schon wieder dabei zu verschwinden, ganz unspektakulär, aber oft auch sehr schmerzhaft für alle Beteiligten, die doch “irgendwie” noch dran geglaubt haben. Jede 2. Ehe in Großśtädten wird geschieden, auf dem Land ist es jede 3., wohlfühlorientierte und liebebedürftige Kinder werden zu rebellierenden “Tyrannen” ernannt, für jedes Zipperlein hat der Psychologe die passende “Krankheit” und Arznei im Schrank,  in der Pubertät kommt es aufgrund von Mangelerfahrungen in der frühen Kindheit zu Alkoholexzessen und Amokläufen und Shoppingwahn. ( der ja angeblich völlig normal ist und in Teeniezeitschriften total gehypt wird)

Schulverweigerung ist an der Tagesordnung, auf der anderen Seite schlucken schon viele Kinder einen Pillencocktail um den hohen Anforderungen der suizidalen Hochleistungsgesellschaft noch gerecht werden zu können.

Liebe, was ist das eigentlich? fragen sich fast alle und obwohl es medial und auch im persönlichen Bekanntenkreis immer mehr, oft sogar ausschließlich thematisiert wird, scheinen wir es immer weniger zu wissen. Promiskuität war vielleicht mal in den 60zigern revolutionär, heute unterliegt sie in den meisten Fällen derselben kranken Konsumlogik, wie unsere sich häufenden Einkäufe, die uns doch nie glücklich machen.

Gibt es vielleicht andere Arten des Zusammenlebens der Menschen, solche, die alle Beteiligten zufriedener machen? Ein Blick in die Anthropologie verrät, dass der Mensch bis zur industriellen Revolution immer in Großverbänden und Patchworkfamilien gelebt hat und in sogenannten primitiven Eingeborenenstämmen es auch heute noch tut.

Was ist eigentlich Anti-Pädagogik? Das, wo die Kinder den Erwachsenen auf der Nase herumtanzen? Kinder brauchen doch Grenzen, nicht wahr? Woher kommen eigentlich unsere Ideen, was Erziehung anbelangt? Warum hält unsere Gesellschaft schon kleinste Babys auf körperlichen Abstand um sie “nicht zu verwöhnen”, warum verkaufen sich Bücher wie “Jedes Kind kann schlafen lernen” so gut, in denen Eltern geraten wird, ihr Kind bis zum Erbrechen schreien zu lassen, damit es lernt, “brav” zu sein und seine Eltern beim Schlafen nicht zu stören, obwohl das seine natürliche Absicherung über Jahrtausende wahr, nachts Nervennahrung zu bekommen und sich vor dem plötzlichen Kindstod zu schützen. Was machen solche Bücher und Erziehungstipps, die Großteils auf Hitler Erziehungsratgeberin Johanna Haarer basieren, die in ihrem bis 1987(!) verkauften ( vom völkischen Wortschatz bereinigten) Buch “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind”, Thesen des körperlichen Abstands und “Verwöhnens” näher erläutert, mit unserer Gesellschaft?

Liegt darin vielleicht der Schlüssel zu ADHS, Allergien, Hautreizungen, Aggression, Selbstmordgedanken, Lustlosigkeit, mangelnder Empathie und Offenheit zu rassistischen, anti-semitischen und anderen unterdrückerischem Gedankengut?

Wie könnte eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern aussehen? Wie hierarchisch sind wir jeden Tag um Umgang mit ihnen und anderen Mitmenschen? Uns was bewirkt das? Was erhoffen wir uns von Er-ziehung? Geht das nicht oft nach hinten los? Haben wir ein Bild davon, was es bedeutet ein freier Mensch zu sein? Oder nur Vorurteile und Angst?

Und: wie kann der gleichberechtigte Alltag aussehen? Wie müssen sich Gesellschaft und auch die linke Szene ändern, dass Kinder sich darin entfalten und wohlfühlen können? Wie müssen sich Institutionen ändern ( Schule, Kindergarten, Krankenhaus…) Warum sind kindzentrierte Orte gar nicht so gut für die Entwicklung von Kindern?

Warum haben wir generell ein negatives Menschenbild und sehen in Kindern nur das Laute, Fordernde, Schlechte? Woher nehmen wir uns, uns, die wir mindestens nach 10 Dingen süchtig sind, die wir aggressiv und unzufrieden sind, das Recht, Kindern unsere “Werte” zu vermitteln? Warum ist das in der Linken oft nicht besser?

Warum fühlen sich soviele AktivistInnen mit Kindern plötzlich genötigt die Szene zu verlassen oder sich zurück zu ziehen?

Die Frageliste liesse sich unendlich fortsetzen. Viele dieser Frage und natürlich noch ganz andere ( die Genderdebatte z.b.) hat ein paar Leute letztes Jahr bewogen, ein Camp zu vorzubereiten, auf dem Menschen aller Coleur und Alter und ausdrücklich auch Menschen ohne Kinder, sich über den großen Komplex theoretisch und praktisch austauschen können. Gerne kannst du einen Workshop dort anbieten, der ins Thema passt. Vielleicht sehen wir uns ja da???

WER LEBT MIT WEM-das CAMP

Erziehen ist gemein- ein Standpunkt der Traumschule (Altmark)

Gegen Familienstrukturen

Die Kinderrechtszänker

Beziehung statt Erziehung

gleichberechtigetes, nicht-kindzentriertes “Kindergarten”konzept