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Beispiele für eine gerechtere Welt

Archive for the ‘Klimaschutz’ Category

Keine Hähnchenmastanlage in Sprötze/Niedersachsen

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Mai 17th, 2010 Posted 1:56 pm

Sprötze bei Hamburg soll demnächst eine vermeintliche industrielle Aufwertung erfahren: durch eine Hühnermastanlage, in der 36,800 Tiere ein kurzes und elendes Dasein fristen würden. Während alle Formen der Tierhaltung Ausbeutung und Verdinglichung von Lebewesen beinhalten, stellt die Mast eine besonders extreme Form dar. Auch ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind enorm. Aufgrund dieser verschiedenen Aspekte ist die Mastanlage unbedingt abzulehnen und zu verhindern – und zwar nicht durch wie üblich still abnickende Behörden, sondern durch das Engagement von Anwohnern/innen und allen Menschen, die sich nicht mehr länger auf das Tun und Schaffen unserer Klimakanzlerin verlassen wollen.

In diesem Sinne findet bereits seit letztem Donnerstag eine Mahnwache im Rathauspark in Buchholz statt, mit buntem Programm

weitere Infos auf dem Blog: http://mastanlagesproetze.blogsport.de/

Neuigkeiten Hamburg, Klimakiller Vattenfall, Baum-Haus-Bürobesetzungen, Antideutsche Zustände und alle mal wieder ausgesperrt bzw. eingesperrt.

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Dezember 29th, 2009 Posted 3:18 pm

Seit dem 3. Dezember besetzen die AnwohnerInnen Jürgen und Olivia eine Eiche im Gählerpark in Hamburg-Altona um den Bau der sogenannten Moorburgtrasse zu stoppen. Seit einigen Tagen haben sie Gesellschaft: mehrere Aktive von ROBIN WOOD besetzten 2 Bäume im gleichen Park. Sie und die Bürgerinitiative vor Ort verbindet ein Ziel: Das Klimakillerkraftwerk Moorburg zu verhindern. Weihnachten werden sie auf und an denen Bäumen verbringen.

„Klimapolitik heißt für uns: nicht warten, dass die Mächtigen auf Konferenzen die Welt retten, sondern vor Ort handeln. Deshalb stellen wir uns hier und heute den Klimasauereien von Vattenfall in den Weg“,
sagt ROBIN WOOD-Baumbesetzerin Cécile.

Der Energiekonzern Vattenfall will eine rund 12 Kilometer lange Fernwärmetrasse bauen, die vom neuen Kohlekraftwerk Moorburg quer durchs Hafengebiet und Altona bis nach Diebsteich führen soll. ROBIN WOOD
fordert einen Verzicht auf die Trasse, einen Baustopp für das Kohlekraftwerk Moorburg sowie einen grundlegenden Wechsel in der Energiepolitik der Stadt: weg von extrem klimaschädlichen
Großkraftwerken in der Hand marktbeherrschender Konzerne hin zu dezentralen Strukturen auf Basis erneuerbarer Energien. Der Bau der Trasse ist zudem ein Paradebeispiel dafür, wie die Stadt Hamburg Rechte von AnwohnerInnen bei der Planung großer Bauvorhaben missachtet, einseitig Wirtschaftsinteressen berücksichtigt und städtisches Grün vernichtet.

Vattenfall baut derzeit im Stadtteil Moorburg ein 1.600-Megawatt-Kohlekraftwerk. Über acht Millionen Tonnen Kohlendioxid wird diese Dreckschleuder künftig Jahr für Jahr in den Hamburger Himmel
blasen und damit das Klima doppelt so stark belasten wie der gesamte Straßenverkehr in der Hansestadt. Anstatt das alte Heizkraftwerk Wedel durch ein modernes 800-Megawatt-Gaskraftwerk zu ersetzen, hat sich der Konzern für ein doppelt so großes Kohlemonster an die Elbe entschieden – und vom schwarz-grünen Senat dafür grünes Licht bekommen. Trotz der an sich sinnvollen Fernwärmeauskoppelung wird dieses Kraftwerk nur einen Wirkungsgrad von maximal 60 Prozent erreichen und damit wesentlich
ineffizienter arbeiten als ein modernes Gaskraftwerk. Ohne die Fernwärmetrasse ließe sich das Kraftwerk Moorburg nicht rentabel bewirtschaften. Die Trasse ist somit die Achillesferse des Riesen
Vattenfall.

Mehr als 9 Millionen Tonnen CO2 soll das im Bau befindliche Steinkohlekraftwerk Moorburg jährlich in Hamburg emittieren. Das finden Initiativen und ROBIN WOOD unzeitgemäß und fordern ein Ende des Projekt­­s. Durch den Gählerpark soll die sogenannte Moorburgtrasse gebaut werden, eine Fernwärmeleitung und gleichzeitig die Achillesferse des Bauprojektes.

Dazu erklärt Olivia, eine der Anwohnerinnen, die seit dem 3. Dezember eine Eiche im Park besetzt: „Wir setzen hier ein Zeichen gegen die lebensverachtenden, profitorientierten Pläne über unseren Lebensraum, die Politik und Vattenfall ohne Bürgerbeteiligung durchboxen wollen. Es ist Zeit, uns gemeinsam stark zu machen für die Dinge, die schön und lebenswert sind in unserer Stadt Hamburg.“

Daniel H. von ROBIN WOOD weiter: „Die Politik hat in Kopenhagen versagt, es ist notwendig, eine Klimabewegung von unten zu schaffen. Jeder und jede kann etwas tun, z.B. zu einem Ökostromanbieter wechseln, da geht das Licht nicht aus, dies ist einfach und spart pro Person mehr als eine Tonne CO2.“

Für die Trasse soll eine neun Meter breite Schneise durch den Grünzug Altona geschlagen werden. Entlang der Trasse sollen rund 400 Bäume gefällt werden, für die es vor Ort keinen angemessenen Ersatz geben wird. Trotz dieses massiven Eingriffs sind weder BürgerInnen noch Naturschutzverbände an der Planung beteiligt worden. ROBIN WOOD hält dies – ebenso wie der BUND Hamburg, der dagegen Klage eingereicht hat – für rechtswidrig. Das Verwaltungsgericht Hamburg will eine erste Entscheidung voraussichtlich am 15. Januar treffen.

Die BaumbesetzerInnen freuen sich über Besuch und Unterstützung in Form von heißen Getränken, warmen Essen und Aktionsideen.

http://www.moorburgtrasse-stoppen.de/

Auch ansonsten geht in Hamburg gerade ziemlich viel. Erst vor kurzem gab es die breite Bündnisdemo “Recht auf Stadt“, die allerdings wiedereinmal unverhältnismäßig von Staatsmacht gegängelt wurde und der der Eintritt in die Innenstadt verwehrt wurde. Welch ein Paradoxon, BürgerInnen, die sich für eine lebenswerte (Innen)Stadt einsetzen, am besten gleich mal auszusperren. Das Gängeviertel wurde vom Senat zurückgekauft, in letzter Minute, bleibt abzuwarten, was nun mit den KünstlerInnen passiert. Befriedungstaktik oder echte Chance auf Stadtumbau von unten?
Desweiteren kämpfen im Schanzenviertel ( da wo die Bambule auch mal war) und St.Pauli Alteingessenen und Leute ohne viel Kohle gegen Gentrifizierungstendenzen und besetzten dabei schon mal einen IKEA. Auch Eltern mit gehinderten Kindern haben ein Haus besetzt.
Am 31.12 gibt es abends um 23:00 Uhr eine Demo zum Knast. Dorthin gehen auch etliche vom immer noch stattfindenden Jugendumweltkongress Jukss.
Die Rote Flora, das bekannte Kultur und Stadtteilzentrum soll auch mal wieder geräumt werden, aber leider kriegt die linke Szene zu dem Thema gerade nicht so viel hin, da sie damit beschäftigt sind, sich für und wider das Existenzrecht Israels eins auf die Mütze zu geben.
Das hat der VS mit den Antideutschen ja gut hingekriegt. Wo die Linke sich selbst zerfleischt, ist es für Staat und Investoren nicht mehr gefährlich. Wer diese geniale Idee nur hatte? Vielleicht erfahren wir es im nächsten Jahrzehnt. Die Spannnung STEIGT!

Ein Kessel(n) Bunte(S)

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Dezember 14th, 2009 Posted 5:36 pm

urn:newsml:dpa.com:20090101:091212-11-11397Was die vergangenen Tage in Kopenhagen stattfindet, ist eine Demaskierung und Demontage jeglichen demokratischen Grundverständnisses. Je weiter wir im Spätkapitalismus fortschreiten, desto weniger Energie können die Mächtigen eben für die Schein-Maskerade verschwenden, mit denen sie uns in Vergangenheit noch einlullen wollten.
Selbst beim G8 in Italien 2001 fanden sich die Gutmenschen und Demokratieprediger ( zur Erinnerung: die Leute die mit Bomben und Tretminen Demokratie in andere Länder exportieren, damit es den Menschen dort auch richtig gut gehen soll), nun ja, sie erklärten einhellig, dass soetwas ja nur im halb-faschisitischen Italien unter dem verrückten Möchtegerndiktator Berlusconi passieren konnte.  Nun ja, Dänemark hat zwar auch eine rechtsgerichtete Regierung, aber die Sozialdemokraten in der Regierung haben auch für Grundrechteeinschränkung und das defacto Verbot von jeglichen Protest gestimmt.
Die G8 Treffen sind mittlerweile schon in großen Teilen der Bevölkerung delegitimiert, WTO-Verhandlungen werden regelmäßig von den Ländern des globalen Südens blockiert, Ex-Mitarbeiter vom IWF kritisieren diesen medienwirksam,
viele Menschen haben während der Finanzkrise und den unendlichen Milliarden an Euro für Bankenrettung das Vertrauen in den immerwährenden Wohlstand und demokratische Entscheidungen verloren. Die EU wurden die meisten BürgerInnen gerne wieder abschaffen, für die Ratifizierung des Lissabonsvertrags mußten die Iren, die einzigen die überhaupt darüber abstimmen durften in einer 2. Wahl zur Raison gezwungen werden und so weiter.
Auch wenn die Bewegung keinen Überraschungscoup mehr landen kann wie in Seattle vor 10 Jahren und daher auch kein Treffen effektiv blockieren kann ( wobei viele NGOs dies auch gar nicht wollen in Kopenhagen, sondern im Kongresszentrum selbst Lobbyismus oder kleine Störungen wie die EinwohnerInnen von den im Meer versinkenden Tuvalu, herbeiführen wollen), ist die Bewegung doch breiter geworden, wütender. Denn es geht für uns alle ums Ganze. Um unsere Zukunft, um unseren Planeten.
Immer mehr Menschen sind bereit, ein ganz anderes Anderes zu denken und zu leben, immer weniger fressen, was ihnen vorgeworfen wird. Wir sind vernetzt über den ganzen Erdball. Die privaten und öffentlichen Nachrichtensender und Zeitungen können uns nicht mehr alles vorenthalten, so wie es vor ein paar Jahrzehnten noch möglich war. Wir wissen um die sozialen Kämpfe um den Globus. Der soziale Friede kippt nun auch im Wohlfahrtparadies Skandinavien.
Die Mächtigen wissen dies und versuchen in einem letzten Aufbäumen die letzten noch verbliebenen Ressourcen unter sich aufzuteilen und die letzte grandiose Inwertsetzung von immateriellen Gütern wie Luft, Regenwälder, Meere ( auch gerne Co2 Senken genannt) Der Wald als Dienstleister der Kapitals. Wasser-Wald-Luft-Segmentiert-verkauft-mit Milliarden belastet. WUMS- und wer glaubt an Ökokapitalismus?
Was gäbe es sonst für einen Grund, die Demonstrationen in Kopenhagen derart gewalttätig im Keim zu ersticken?
Über 1200 Festnahmen gab es in der letzten Woche- die meisten präventiv. Viele kamen wiedermal nicht ins Land rein. Schengen gilt nur, wenn es den Reichen passt. Die Leute auf dem Foto oben wurden gezwungen sich in Reihen auf den eiskalten Boden zu setzen und in die Hose zu pinkeln. Die Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken. Selbstverständliche präventiv. Selbstverständlich sind die meisten schon wieder draußen aus dem Käfig, da ihnen nichts vorgeworfen werden kann, außer dem Willen nach Kritik einer in ihren Augen zerstörerischen Politik. Ich kann es nur noch einmal wiederholen, dass sind die ausführenden Organe von Regierungen, die Afghanistan den Frieden erklären wollen!!! Es wird vermutet, dass zum einen Namen der Demonstrierenden registriert werden sollen, sie sollen eingeschüchtert werden, gespalten, schlafentzogen. Sie werden nach der Haft in Käfigen in Bussen an irgendwelche Vorstadt oder Provinzbahnhöfe gebracht- no return.
Im Gefängnis gab es Revolten.
Die Regierenden brauchen das- das Bild vom gewalttätigen, rastabehangenen Linksradikalen, der der Menschheit das Glück eines neuen, (profit)verbesserten Emissionshandels berauben will.
Immerhin haben sie prominente Unterstützer, wie den angesehenen Klimaforscher und NASA-Wissenschaftler James Hansen und auf Expertenmeinung wird doch sonst auch soviel gegeben! Er wünscht sich ein Scheitern der Klimaverhandlungen, und einen wirklichen Neuanfang, nur so sei eine globale Erwärmung noch aufzuhalten.
In Dänemark wird weiter protestiert, heute gab es eine laute kräftige Via-Campensina-Demo. Small farmers cool down the planet. Weitere Infos:
http://www.modkraft.dk/
http://www.climate-justice-action.org/
Kanal B
Graswurzel TV
Doch nur weil die Klimaverhandlungen in Kopenhagen stattfinden, heißt das noch lange nicht, dass nur dort Aktionen stattfinden (sollten).
Im Gegenteil, auch wenn die mediale Präsenz und der Fokus, der in den Gipfeltagen auf so einem Ort liegt, dazu verlockt, sind Aktionen dort eben oft strategisch nicht günstig. Die Polizei hat ein Spezialtraining hinter sich, extra Gefängniskapazitäten (Hundezwinger) sind herangekarrt, die Hemmschwelle ist niedrig und der Adrenalinspiegel auf allen beteiligten Seiten hoch. Meist folgen Gipfelproteste einer festgelegten Choreografie. Demoinhalt und Verlauf sind schon Wochen vorher bekannt, eine oft große, träge Masse ergießt sich durch enge, leicht abzuriegelnde Straßen.
Vermutlich wäre der Kopenhagener Hafen an jedem anderen Tag des Jahres besser zu blockieren mit einer 3-köpfigen Klettertruppe, als gerade am 13.12.2009, wenn eine mehrere 1000 Personen starke angemeldete Demo dorthin geht unter dem Namen “Hit the production”. Präsenz zeigen auf den Straßen ist natürlich wichtig und Massenveranstaltungen grooven oft richtig, viele AktivistInnen sind ja sonst das ganze Jahr alleine. Dennoch:  Die ganze Woche steht unter dem Motto Global Action Week und alle können an allen Orten dieser Erde eigene Aktionen starten!
In Rosenheim ( ja das in Bayern) gab es zum Beispiel zum ersten Mal eine Critical Mass. Ja, es muss nicht immer gleich eine Atomkraftwerkskühlturmbesetzung sein. “The production” hat viele Gesichter und wir haben die Phantasie!
In Berlin wird es morgen, Dienstag um 15 Uhr eine Solidaritätsaktion mit den noch in Kopenhagen befindlichen Demonstranten_innen zu geben. “Wir uns am Dienstag den 15.12.09 um 15h an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Dort wird eine Demonstration inszeniert, zu der wir unsere Pozilei auch gleich selber mitbringen.

Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, kam es während des derzeit in Kopenhagen laufenden Klimagipfels bereits bei den ersten Großveranstaltungen zu massiver Repression seitens der dänischen Sicherheitsbehörden. So sind für den Samstag mindestens 968 Festnahmen, für den darauffolgenden Sonntag, mindestens 200 Festnahmen zu vermelden. Die Art und Weise, des Vorgehens, sowie die dabei angewandte Brutalität der dänischen Polizei waren Anlass für breite Kritik. Die Climate Justice Action (CJA) bspw. nennt die Massenhaftungen des Samstages in einer Pressemitteilung eine „Kriminalisierung von friedlichen Demonstranten”, sowie der Klimaproteste im Allgemeinen. Neben der Meldungen in der Mainstreampresse, hier noch mal die Links zu 2 diesbezüglichen Indyartikeln:
http://de.indymedia.org/2009/12/268635.shtml
http://de.indymedia.org/2009/12/268672.shtml
Um auf die stattgefundene Repression auch hier in Berlin nochmals aufmerksam zu machen und um Solidarität mit den noch in Kopenhagen befindlichen Demonstranten_innen zu bekunden, treffen wir uns am Dienstag den 15.12.09 um 15h an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Dort wird eine Demonstration inszeniert, zu der wir unsere Pozilei auch gleich selber mitbringen. Konkret soll dieser kreative Protest in Form eines Straßentheaters unsere Interpretation des staatlichen Umgangs mit Demonstanten_innen in Szene setzten. Mit Übergriffen seitens unserer Pozilei ist daher wohl zu rechnen.
Es wäre schön wenn ihr dafür bunte, schwarze und/oder grüne „Bullen-Klamotten“ anzieht, bzw. mitbringt, je nachdem wen ihr lieber spielen möchtet. Aber denkt dran, es können nicht alle die Guten sein, wir brauchen auch Pozilei. Selbst gebastelte Schweinenasen (Fuck all Pigs!) aus Eierkartons, Kabelbinder für die „Festnahmen“, Kochlöffel-Schlagstöcke und ähnliches mehr, können das optische Erscheinungsbild der Darbietung nur verbessern. Seitens der „Demonstranten_innen – Darsteller_innen“ können Trillerpfeifen, Kochgeschirr und Ähnliches den Geräuschpegel für die Aufmerksamkeit auf unsere Aktion nur steigern, Transpis und Schilder mit eventuellem Bezug auf Kopenhagen sind auch gern gesehen. Eurer Kreativität sind unsererseits keine Grenzen gesetzt!
Wer Lust und Zeit hat an der Herstellung der Requisiten für die geplante Performance mitzuwirken, ist herzlich eingeladen am Montag, den 14.12.09 ab 16h im New York/Bethanien vorbeizuschauen.
In diesem Sinne Soligrüße nach Kopenhagen! Freiheit für alle Gefangenen!”

Klimaaktion 350.org

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Oktober 22nd, 2009 Posted 1:50 am

Join me at http://www.350.org Weltweit rufen am kommenden Samstag ca. 5000 Initiaven dazu auf, den 350-Aktionstag zu begehen. Dahinter steht der Appell der BürgerInnen an führende PolitikerInnen bei den kommenden Klimaverhandlungen, besonders den Cop 15 im Dezember in Kopenhagen, ehrliche und zukunftsweisende Klimaschutzbestimmungen zu beschließen. 350.org steht für 350 parts per million Co2 Ausstoß ( die Million setzt sich aus anderen Gas-Teilchen in der Atmosphäre zusammen), der absoluten Höchstgrenze von Co2, dass weltweit noch ausgestoßen werden darf, um eine Klimakatastrophe abzuwenden.

Bis zum Anfang der Globalisierung betrug der Co2- Ausstoß ungefähr 275 ppm, was auch wichtig ist, denn ganz ohne Co2 Ausstrahlung wäre es einfach zu kalt auf der Erde, da Co2 und andere Treibhausgase dafür sorgen, dass ein Teil der Wärme in der Atmosphäre wieder zurückgestrahlt wird. Leider sind wir beim Verbrennen im Wirtschaftswachsumswahn ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen: Mittlerweile beträgt der Co2 Ausstoß schon ca. 387 ppm, und steigt jährlich um 2 ppm an.

Was zunächst wenig erscheint, könnte aber schon bald in einer Katastrophe enden, schließlich verläuft das Erhitzen des Planeten und seine Folgen nicht linear, schon jetzt sagen Wissenschaftler eine Art Dominoeffekt, der bislang noch nicht wirklich in seiner Schwere eingeschätzt werden kann für den Treibhauseffekt voraus, wenn die Polkappen weiter abschmelzen und das Weiß des Eises nicht mehr die Sonnenstrahlen zurückabsorbiert, sondern das dunkle Meer sie dankend absorbiert und sich somit noch weiter aufheizt. Gleichzeitig werden munter weiter die letzten Regenwälder der Erde für Sojaanbau (u.a. für die Gut- und Günstigen Discounterwürstchen bei Dir um die Ecke) abgeholzt, bedrohte Arten und ihre Tätigkeit für ein stabiles Ökosystem verschwinden, Moore werden entwässert für intensive Landwirtschaft ( Moor ist der größte Co2 Speicher der Erde) und Permafrostböden tauen ab und setzten das 25 mal aggresivere Klimagas Methan ab…. die Liste ist lang und erschreckend. Durch den wachsenden Wirtschaftsdruck wird zunehmend auf der ganzen Erde Raubbau parallel betrieben und kein Ende ist in Sicht. Oder eben doch?

Im Rahmen der Kampagne 350.org wollen weltweit bislang schon knapp 5000 Initiaven aus 171 Ländern an die führenden Politiker appelieren ernsthafte, verantwortungsbewusste Politk zu betreiben, und diese besonders auf der Klimakonferenz in Kopenhagen zu vertreten. Verantwortungsbewusst hieße in diesem Sinne, den Großkonzernen dicke Absagen zu erteilen, bzw. hohe und kostenintensive Umweltauflagen, ein zweifelhafter Emissionshandel wie Kioto, bei dem Zertifikate auch mal unter der Hand für umme an “führende Wirtschaftsunternehmen” ( Stichwort Standortfaktor!) verteilt wird, wäre dann jedenfalls nicht mehr drin. Um es nochmal deutlich zu sagen: Ein Ziel von 350 ppm wird eine große Herausforderung für uns alle sein und wir müssen uns zumindest in den westlichen Ländern alle einschränken, außer eventuell noch ein paar Omis und Opis, die sowieso immer Fast-SelbstversorgerInnen waren.

Doch nur mit Quecksilber-Elektrosmog-Leuchten (sog. Energiesparlampen) und Loha-mäßig shoppen werden wir den ppm noch nicht einen Punkt herunterbringen. Solange die Großindustrie nicht in ihrem Gebaren gestoppt wird, 29 neue Kohlekraftwerke geplant werden (u.a in Lubmin am empfindlichen Ökosystem Greifswalder Bodden), Gentechnick grünes Licht gegeben wird, Atommeiler länger läufen dürfen ( nein, die sind nicht Co2-frei, oder wächst Uran einfach so am Rasen neben dem Kraftwerk?) solange Vattenfall Naturschutzgebiete abbaggern darf, mit Müll große Geschäfte gemacht werden können und es billiger ist, einen Becher Joghurt in 6 verschiedenen Ländern herzustellen und herumzukarren, bevor er im Supermarkt steht, solange sind all die Umweltbildungsangebote nur halbherzige Blendware.

Man kann die 350.org Kampagne auch naiv nennen, ein nettes Medienspektakel und Obrigkeitshörig, denn wieder einmal wird nur an die Regierenden appeliert, dass sie es für uns richten werden und müssen, ohne per se Kapitalismus und Herrschaftsstrukturen eine Absage zu erteilen. Auf der anderen Seite spricht die Kampagne aber Menschen an, die bislang vielleicht nicht politisch aktiv waren und sich der offenen Struktur wegen endlich einmal herantrauen, um ein gemeinsames relativ einfaches Ziel anzupeilen und gemeinsam mit dem Rest der Welt ein Medienecho zu erlangen ( in einigen Orten läutet 350 mal die Kirchturmglocke, auf den Kapverden (trockene Insel im Atlantik, potenziell Dürre und Überschwemmungsgefährdet) gibt es eine Ökorally, bei der an die TeilnehmerInnen eine trockene Pflanze in die Hand bekommen und dann in der Stadt nach Klimaanlagen suchen müssen, mit deren Kondenswasser sie die Pflanze wieder zum Leben erwecken sollen,  in Portugal werden 350 Bäume in einem Dorf gepflanzt, 350 Leute fahren mit dem Fahrrad durch Porto, in der Mongolei will eine Gruppe mit 350 Wartenden der Transibirischen Eisenbahn an einer Umsteigestation über 350 ppm sprechen, in Nigeria gibt es ein Seminar zum Thema “Islam und Klimawandel” usw. usf.

Die Kampagne setzt kreative Energie frei, die die Menschen in Zukunft noch öfters gebrauchen werden, denn natürlich glaubt (fast) keiner an einen plötzlichen Systemwandel in Kopenhagen. Zudem haben durch den breiten Aufruf, der einmal nicht eurozentrisch war, auch viele NGOs in Ländern Auftrieb bekommen, in denen Klimaschutz bislang kein großes Thema war. Tausende von Menschen werden sich erstmals bewusst für das Klima einsetzen. Ein Zeichen wird es allemal sein, und bestimmt nicht das letzte.

Vor Kopenhagen braut sich was zusammen. Am 26.09. wurde z.B. ein Kohlekraftwerk von Vattenfall in Kopenhagen von 1500 Aktivistinnen besetzt und vorsichtshalber abgeschalten…das nur so am Rande, es ging ja um was anderes….

und nun noch die Einladung zur Aktion in Berlin:

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24. Oktober, 10:30 bis 12:30 Uhr: In einer spektakulären Castingshow am Brandenburger Tor wird unter 350 Merkels die wahre Klimakanzlerin gesucht! Der 24. Oktober ist weltweiter Klima-Aktionstag mit über 3.000 Events – Die Klimapiraten wollen das größte in Deutschland veranstalten.

Dazu benötigen sie 350 Angela Merkel-DarstellerInnen! Und jeder kann, darf und soll dabei sein. Das wiederum geht ganz einfach: Hingehen und die Klimapiraten stellen die Merkelmasken und führen Regie. Für den Abend wird dann zur großen 350.org-Party eingeladen.

Warum gerade 350? Laut den Klimapiraten ist 350ppm (parts per million) die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft verträgliche Grenze der CO2-Konzentration in der Luft, wenn die Klimakatastrophe noch verhindert werden soll. Diese Zahl soll, so die Aktivisten, jetzt in die Köpfe der Politiker.

Gesucht: 350 Angela Merkels für Aktion am Brandenburger Tor!

Anmelden für die Aktion könnte ihr euch bei Jonas Ecke: j_ecke[at]yahoo.com.

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350.org (mit Aktionskarte zum Mitmachen)

die KlimapiratInnen ( Klimakampagne für die Zukunft und das Leben mit Segel auf Kopenhagen und Säbel auf das Kohlekraftwerk Lubmin)

Ein Video zum “antriggern” hier.

Klimaemissonen selbst ersteigern

Klimaschutz von unten