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Beispiele für eine gerechtere Welt

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Geborgenheit statt Angst- die Revolution fängt früh an

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September 12th, 2009 Posted 1:55 pm

GeborgenheitHeute, Samstag, ist ja die “Freiheit statt Angst” Demo in Berlin, die um 15 Uhr am Potsdamer Platz losgeht.

Mich hat dazu ein recht schöner Flyer ereilt, der sich auf die Wichtigkeit von Attachment Parenting bezieht, also Tragen, Stillen, Familienbett, Sanfte Geburt, Gleichberechtigter Umgang mit Kindern usw.

Es ist klar, dass Stillen und Tragen kein Allheilmittel ist, denn dann wäre die Menschheitsgeschichte erst seit der Einführung von Kinderwägen ( und dazugehörigen Strassen/Gehwegen) und Pulvermilch grausam geworden.

Genauso wie meiner Meinung nach, Attachment Parenting auch funktioniert, wenn mit Flasche gefüttert wird, weil es einfach medizinische Gründe fürs Nicht-Stillen gibt, oder aufgrund von Rückenproblemen ein Kind nicht von den Eltern getragen werden kann.

Was aber bestimmend ist, ist das Bewusstsein für die Ur-Bedürfnisse von kleinen Menschen, geborgen sein zu wollen, ernstgenommen zu werden. Auch mit Flasche kann man gut kuscheln, und muss es dem Baby nicht in den Wagen reichen, wo es dann mit ein paar Wochen völlig verloren herumliegt und keinen Bezug zwischen Nahrung und menschlicher Wärme spüren kann,  geh-eingeschränkte Menschen oder solche mit Rückenproblemen finden auch andere Wege, ihr Kind nahe bei sich zu tragen oder andere Menschen, die einen engeren Kontakt zum Baby aufbauen wollen und es am Körper tragen.

Für mich ist die bedürfnisorientierte Babypflege ein ganz grosser Baustein für eine freie, emanzipatorische Gesellschaft. Wer in jungen Jahren sein Urvertrauen verliert, der wird auch später ganz anders anfällig sein, für die Angst, die bewusst geschürt wird um unsere Welt in einen grossen Überwachungsstaat auszubauen. Wessen Bedürfnisse immer negiert wurden, wer immer klein gemacht wurde ” So schlimm ist es doch gar nicht. Indianer kennen keinen Schmerz. Jetzt haste aber lange genug geheult”, wer nach dubiosen Schlafprogrammen ( kontrolliert schreien lassen nach Kast-Zahn, “Jedes Kind kann schlafen lernen”) unsägliche Verlustängste durchstehen musste, “weil das alle in der Krabbelgruppe so machen”,  beim Essen immer den Mund aufmachen muss, auch wenn er keinen Hunger hat ( jetzt wird aber schön gegeseen, ein Löffel für Mama, Mach mal “Ahhh”) der wird auch später im Leben Schwierigkeiten haben, empathisch zu handeln, sich in die Bedürfniswelt anderer hineinzudenken, seinen eigenen Vorteil hinten anzustellen, solidarisch zu handeln.

Für mich ist es kein Zufall, dass unsere Kultur, die mit der höchsten Kaiserschnittrate ( ein Drittel aller Geburten), die mit der größten physischen Distanz zwischen Kind und Bezugsperson ( eigenes Zimmer von Geburt an, Trennung noch im Krankenhaus, Kinderwagen), die mit dem frühesten Abstillalter weltweit, die mit Bestsellern wie eben “Jedes Kind kann schlafen lernen” und “Warum unsere Kinder Tyrannen werden”, die, in der Kinder immer früher in eigens für sie bereitgestellte Institutionen geschickt werden und in ihrer kindzentrierten Welt nur wenig vom Erwachsenenleben mitbekommen können, in der der öffentliche Raum streng funktional aufgeteilt ist und Kinder nur in den sie vorhergesehen Orten gern gesehen werden, am besten, wo ihre Eltern ordentlich blechen können), dass gerade in dieser Kultur auch so wenig Verständnis für die Gefühle von Mitmenschen, Tieren, Pflanzen, ja unserer ganzen Lebenswelt herrscht. Jedes in unseren Augen noch so primitve Urwaldvolk ist darauf bedacht, seinen eigenen Lebensraum zu schützen und zwar besonders für nachkommende Generationen. Wir lächeln über solche Menschen, die mit Bäumen sprechen und nachdem sie ein Tier getötet haben ( und es auch essen und alle Teile nutzen, und nicht einfach auf den nächsten Müll kippen, wegen Überproduktion) ein Opfer bringen. Und es besteht ein direkter Zusammenhang mit zunehmender Verwestlichung in Geburts- und Pflegepraktiken, dem Auseinanderfallen von Familienstrukturen und dem ebenfalls hemmungslosen Raubbau an der Natur in der sogenannten dritten Welt.

Wir opfern  jeden Tag unsere Zukunft, mit jeder neuen Flächenversiegelung, jedem neuen Kohlekraftwerk, jedem neuen Schweineschnitzel aus dem Discounter. Wir kriegen den Rachen nicht voll, vielleicht auch, weil wir als kleine Kinder nicht genug bekommen haben. Genug Nähe, genug Respekt bei der Geburt, genug Seelennahrung.

Auch möchte ich daraufhinweisen, dass der bedürfnisorientierte Ansatz für mich immer einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz darstellt, da es nicht möglich ist, nur für sein/e Kind/Kinder die perfekte Kuschelwelt zu erschaffen. Wenn viele Menschen die Wichtigkeit diesr Praxis erkennen und wenn diese vielen Menschen aktiv an einer Welt arbeiten, die KINDERFREUNDLICH und nicht lebensfeindlich ist, dann bekommt diese Frage auch immer mehr politisches Gewicht. Wir müssen unsere gesamte Lebenswelt umgestalten, den öffentlichen Raum neu definieren, Arbeit, Freizeit und Institutionen lösen sich auf, gehen ineinander über. Die Kleinfamilie wird so wie jetzt nicht mehr weiter existieren können. Community Accountabilty wird das Schlagwort dieser Lebensweise sein. Wir müssen lange Jahre der Persönlichkeitsentwicklung und dem Erlernen einer wirklich gewaltfreien Kommunikation und gleichberechtigtem Miteinander widmen.

Die Veranwortung auf die Eltern abzuschieben, wie das bislang im Guten ( Attachment Parenting, Stillgruppen…) oder im Schlechten ( Sie sind verantwortlich für die Erziehung IHRES Kindes) gemacht wurde, kann längerfristig nicht funktionieren und wird das Übel nicht an der Wurzel packen. Deshalb begrüße ich Initiaven, die Attachment Parenting in größere Zusammenhänge, wie Anti-Überwachungsstaat Demos stellen.

Buchtipp: Ekkehard von Braunmühl “Zeit für Kinder”

Julia Dibbern: “Geborgene Babys”

Jean Liedloff: “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”

Carlos Gonzales “In Liebe wachsen”

www.unerzogen.de

Posted in Kinder, Proteste

“Wer lebt mit wem?”Herrschaftskritisches Sommercamp zum Thema “Kind”

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Juli 12th, 2009 Posted 5:18 pm

Wer lebt mit wem

Hiermir lade ich zu einer sehr wichtigen Grossereignis, das sich vom 27.07 bis zum 02.08. auf der Burg Lutter, einer 30 Jahre alten Kommune nähe Hildesheim und Goslar, abspielen wird.

Das Herrschaftskritische Camp “Wer lebt mit wem und warum und wie?” Alleine schon der Titel verrät, wie schwierig es sein kann, wenn mensch andere Arten des Seins und Zusammenlebens sucht, als der immer noch vorherrschenden Heile Welt Familien Pseudoidylle der 50 Jahre. Klein und rein, so soll sie sein, das Familiendasein.

Und abschotten soll man sich, “Cocooning” genannt, gerade jetzt in der Wirtschaftskrise wäre es ja fatal für die Herrschenden, wenn die Menschen untereinander wieder anfangen würden sich zu vertrauen und kleine Dienste und Dinge ohne Geld miteinander austauschen würden.

Obwohl das Ideal also noch von vielen noch hochgehalten wird ( Hochzeiten, Elternzeitschriften, Kirche, Werbung, ZensURSULA von der Leyen) ist es eigentlich auch schon wieder dabei zu verschwinden, ganz unspektakulär, aber oft auch sehr schmerzhaft für alle Beteiligten, die doch “irgendwie” noch dran geglaubt haben. Jede 2. Ehe in Großśtädten wird geschieden, auf dem Land ist es jede 3., wohlfühlorientierte und liebebedürftige Kinder werden zu rebellierenden “Tyrannen” ernannt, für jedes Zipperlein hat der Psychologe die passende “Krankheit” und Arznei im Schrank,  in der Pubertät kommt es aufgrund von Mangelerfahrungen in der frühen Kindheit zu Alkoholexzessen und Amokläufen und Shoppingwahn. ( der ja angeblich völlig normal ist und in Teeniezeitschriften total gehypt wird)

Schulverweigerung ist an der Tagesordnung, auf der anderen Seite schlucken schon viele Kinder einen Pillencocktail um den hohen Anforderungen der suizidalen Hochleistungsgesellschaft noch gerecht werden zu können.

Liebe, was ist das eigentlich? fragen sich fast alle und obwohl es medial und auch im persönlichen Bekanntenkreis immer mehr, oft sogar ausschließlich thematisiert wird, scheinen wir es immer weniger zu wissen. Promiskuität war vielleicht mal in den 60zigern revolutionär, heute unterliegt sie in den meisten Fällen derselben kranken Konsumlogik, wie unsere sich häufenden Einkäufe, die uns doch nie glücklich machen.

Gibt es vielleicht andere Arten des Zusammenlebens der Menschen, solche, die alle Beteiligten zufriedener machen? Ein Blick in die Anthropologie verrät, dass der Mensch bis zur industriellen Revolution immer in Großverbänden und Patchworkfamilien gelebt hat und in sogenannten primitiven Eingeborenenstämmen es auch heute noch tut.

Was ist eigentlich Anti-Pädagogik? Das, wo die Kinder den Erwachsenen auf der Nase herumtanzen? Kinder brauchen doch Grenzen, nicht wahr? Woher kommen eigentlich unsere Ideen, was Erziehung anbelangt? Warum hält unsere Gesellschaft schon kleinste Babys auf körperlichen Abstand um sie “nicht zu verwöhnen”, warum verkaufen sich Bücher wie “Jedes Kind kann schlafen lernen” so gut, in denen Eltern geraten wird, ihr Kind bis zum Erbrechen schreien zu lassen, damit es lernt, “brav” zu sein und seine Eltern beim Schlafen nicht zu stören, obwohl das seine natürliche Absicherung über Jahrtausende wahr, nachts Nervennahrung zu bekommen und sich vor dem plötzlichen Kindstod zu schützen. Was machen solche Bücher und Erziehungstipps, die Großteils auf Hitler Erziehungsratgeberin Johanna Haarer basieren, die in ihrem bis 1987(!) verkauften ( vom völkischen Wortschatz bereinigten) Buch “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind”, Thesen des körperlichen Abstands und “Verwöhnens” näher erläutert, mit unserer Gesellschaft?

Liegt darin vielleicht der Schlüssel zu ADHS, Allergien, Hautreizungen, Aggression, Selbstmordgedanken, Lustlosigkeit, mangelnder Empathie und Offenheit zu rassistischen, anti-semitischen und anderen unterdrückerischem Gedankengut?

Wie könnte eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern aussehen? Wie hierarchisch sind wir jeden Tag um Umgang mit ihnen und anderen Mitmenschen? Uns was bewirkt das? Was erhoffen wir uns von Er-ziehung? Geht das nicht oft nach hinten los? Haben wir ein Bild davon, was es bedeutet ein freier Mensch zu sein? Oder nur Vorurteile und Angst?

Und: wie kann der gleichberechtigte Alltag aussehen? Wie müssen sich Gesellschaft und auch die linke Szene ändern, dass Kinder sich darin entfalten und wohlfühlen können? Wie müssen sich Institutionen ändern ( Schule, Kindergarten, Krankenhaus…) Warum sind kindzentrierte Orte gar nicht so gut für die Entwicklung von Kindern?

Warum haben wir generell ein negatives Menschenbild und sehen in Kindern nur das Laute, Fordernde, Schlechte? Woher nehmen wir uns, uns, die wir mindestens nach 10 Dingen süchtig sind, die wir aggressiv und unzufrieden sind, das Recht, Kindern unsere “Werte” zu vermitteln? Warum ist das in der Linken oft nicht besser?

Warum fühlen sich soviele AktivistInnen mit Kindern plötzlich genötigt die Szene zu verlassen oder sich zurück zu ziehen?

Die Frageliste liesse sich unendlich fortsetzen. Viele dieser Frage und natürlich noch ganz andere ( die Genderdebatte z.b.) hat ein paar Leute letztes Jahr bewogen, ein Camp zu vorzubereiten, auf dem Menschen aller Coleur und Alter und ausdrücklich auch Menschen ohne Kinder, sich über den großen Komplex theoretisch und praktisch austauschen können. Gerne kannst du einen Workshop dort anbieten, der ins Thema passt. Vielleicht sehen wir uns ja da???

WER LEBT MIT WEM-das CAMP

Erziehen ist gemein- ein Standpunkt der Traumschule (Altmark)

Gegen Familienstrukturen

Die Kinderrechtszänker

Beziehung statt Erziehung

gleichberechtigetes, nicht-kindzentriertes “Kindergarten”konzept