Archive for the ‘Ernährung’ Category
Wo ist all der Gendreck hin?
April 13th, 2009 Posted 12:28 pm
In den nächsten Wochen geht es wieder hoch her im Kampf gegen die Gentechnik, der zwar moralisch schon längst von den AktivistInnen gewonnen wurde, de facto aber eine immer größere Gefahr für die Bevölkerung und unser Ökosystem darstellt. Zwischen 70 und 80% der Deutschen sprechen sich mittlerweile gegen Gentechnik aus, Tendenz steigend. Auch viele Gentechnikbauern, die in den letzten Jahren Erfahrungen mit Genmaisanbau gemacht haben, sind jetzt wieder auf konventionell umgestiegen, da der vermeintliche finanzielle Vorteil entfiel, genauso wie höhere Ernten. Wobei konventionell auch auf keinen Fall eine zukunftfähige Anbauform ist, nur der Schaden sich noch eher begrenzen läßt. Auch bei den krassesten Monokulturen ohne Hecklandschaften und mit überdüngtem Boden und hochgiftigen Pestiziden und Herbiziden, kann man immer noch ( wenn die Menschheit mal zu Verstand gekommen ist) auf unseren Freund, die Zeit setzen, die es dann schon richten wird. Bei Gentechnik geht das nicht. Einmal eingekreuzt, ist Feierabend. Und zwar für immer. Was viele nicht wissen: Es kreuzt sich nicht nur Mais mit Mais, sondern auch die vielen Feldversuche sind eine große Gefahr. Hier kann z.B. der Genraps als Kreuzblütler auch mit Kohl- und Senfpflanzen, wie dem Blumenkohl, dem Radieschen usw. einkreuzen, die wir vielleicht in unserem kleinen Biogemüsegärtchen kultivieren, ganz zu schweigen von den Bestrebungen der Biotechbranche Genrasen zu kreeiren ( z.B. für Golfplätze) und Genbäume (z.B. für Papierherstellung)
Etliche Länder, unter anderem Griechenland, Polen, Schweiz und Österreich haben ein GMO-Moratorium, Frankreich hat 2008 ein solches auch erlassen, nachdem die Bevölkerung jahrelang mit teilweise spektakulären Aktionen dagegen Sturm gelaufen ist. Jose Bove ist wohl der bekannteste Vertreter der “Freiwilligen Feldmäher”, wie sie sich nennen. Interessanterweise mussten sich die Moratoriumsländer gegenüber der EU verantworten und wurden schon fast zur Rücknahme desselbigen gezwungen. Die Organe der EU, muss man wissen, werden von der EFSA (European Food Security Agency) beraten und regelmäßig mit “Unbedenklichkeitsstudien” gefüttert, deren Glaubhaftigkeit mensch durchaus anzweifeln darf. Man muss dazu wissen, dass die EFSA in den höheren Etagen nur so von Leuten wimmelt, die aus der Biotechbranche kommen und Studien bevorzugt im Auftrag der Biotechbranche von statten gehen und sich dadurch finanzieren. In Zeiten der knappen Kassen von Universitäten ist das nicht unerheblich.
Posted in AgrarKULTUR, Direkte Aktion, Ernährung
Antirassistisches Einkaufen
April 1st, 2009 Posted 2:15 pm
Und hier mal wieder wat praktischet für alle Berlina, deren Wocheneinkauf gerade ansteht.
Gutscheinsystem abschaffen! Bargeld für Alle!
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u.r.i. (united against racism and isolation)*
ruft auf zum antirassistischen Einkaufen
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Freitag, 03.04.2009 in Hennigsdorf bei Berlin
Flüchtlinge in Deutschland sind mit staatlichen Repressionen wie der
Zwangsunterbringung in anstaltsähnlichen isolierten Unterkünften ohne
Privatsphäre, der Residenzpflicht (Flüchtlinge dürfen den ihnen
zugewiesenen Landkreis nicht verlassen) und langjährigem Arbeits- und
Ausbildungsverbot konfrontiert. Dieser Katalog an Einschränkungen an
grundsätzlichen Rechten legitimiert sich u.a. aus dem
Asylbewerberleistungsgesetz. Er wird ergänzt durch eine auf das
Allernotwendigste beschränkte, minimale medizinische Versorgung sowie
finanzielle Grundleistungen, die 30 Prozent unter dem
gesellschaftlichen Existenzminimum von ALG II liegen. Diese werden
dann im Ermessen des zuständigen Sozialamtes überwiegend als
Sachleistungen wie Nahrungsmittelgutscheine, Chipkarten und
Kleidercoupons erbracht. Das einzige Bargeld, was den Flüchtlingen
zusteht (das monatliche “Taschengeld”) in Höhe von 20,45€ für Kinder
und 40,90€ für Erwachsene wird fortwährend nach Willkür des
Sozialamtes gestrichen.
All diese Maßnahmen haben u.a. zur Folge, dass die Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben in Deutschland von vornherein unterbunden
wird. Es besteht für Flüchtlinge in Deutschland nicht die Möglichkeit,
z.B. mit Freunden einen Kaffee zu trinken oder ins Kino zu gehen,
geschweige denn einen Anwalt, Telefon oder Tickets für den
öffentlichen Verkehr zu bezahlen.
Diesem alltäglichem Wahnsinn sind auch die Flüchtlinge in Hennigsdorf
ausgesetzt. Das zuständige Sozialamt Oranienburg versagt auch
langjährig hier lebenden Menschen Leistungen in Form von Bargeld. Die
Flüchtlinge bekommen Gutscheine ausgestellt, mit denen sie sich
lediglich Lebensmittel und Drogerieartikel in wenigen vorbestimmten
Geschäften kaufen dürfen. Um diese Zustände zu ändern, tauschen wir
die Gutscheine gegen Bargeld und gehen regelmäßig gemeinsam einkaufen.
Wenn ihr Lust habt euch bei den einmal monatlich stattfindenden
antirassistischen Einkäufen zu beteiligen oder um mehr Informationen
zu erhalten schickt eine kurze Mail an: uri-hennigsdorf@riseup.net
Die nächsten Termine für die Antiraeinkäufe sind Freitag der 3.April
und Freitag der 8. Mai. (Genauere Infos erhaltet Ihr bei Bedarf per
Mail.)
*Die Initiative u.r.i. setzt sich aus einigen Heimbewohner_innen des
Flüchtlingslagers Hennigsdorf, der dortigen Antifa-Gruppe HAI,
Einzelpersonen und ein paar Mitarbeiter_innen der KuB (‘Kontakt- und
Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen’ e.V. in Berlin
Kreuzberg) zusammen. In diesem Rahmen finden in Hennigsdorf
regelmäßige Arbeitstreffen statt (zur Klärung der benötigten
Unterstützung und der Planung von Aktionen bzw. Veranstaltungen),
gemeinsame Freizeitaktivitäten (Kaffeekränzchen, Konzertbesuche,
Partys etc.), politische Aktionen (Informationsveranstaltungen,
Antira-Einkäufe, Demonstrationen) und praktische Unterstützung
(Fahrrad AG: “BikeAid- für Mehr Bewegungsfreiheit“:
, Sprachangebote, Hilfestelllungen
bei rechtlichen und sonstigen Fragestellungen).
Food Coops
März 18th, 2009 Posted 1:49 pm
Foodcoop
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Unter einer Foodcoop (Lebensmitteleinkaufsgemeinschaft, Lebensmittelkooperative, auch Food-Coop oder Food-Co-Op, von englisch food cooperative, also etwa Lebensmittelgenossenschaft), versteht man den Zusammenschluss von Personen und Haushalten zum gemeinsamen Einkaufen. Historischer Vorläufer sind die Konsumgenossenschaften des neunzehnten Jahrhunderts. Die Idee dahinter ist, dass man gemeinsam große Mengen Lebensmittel direkt von den Erzeugern bezieht und dadurch Mindestbestellmengen der Großhändler erreicht bzw. es sich für Bauern lohnt mitten in die Stadt zu fahren. Dadurch kann man als Mitglied einer Foodcoop meist preiswerter – weil ohne Gewinnmarge des Einzelhandels – einkaufen, als wenn man im Einzelhandel kauft. Die Foodcoops funktionieren in der Regel mittels verteilter Arbeit und kollektiver Verwaltung. Die Vereinzelung des Verbrauchers wird aufgehoben und Konsumenten mit ähnlichem Lebensstil kommen zusammen.
Wie das im Einzelnen funktioniert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Oft unterscheidet man zwischen Bestellfoodcoops, bei denen nur gemeinsam bestellt wird, Lagerfoodcoops, die ein gemeinsames Warenlager unterhalten, und Mitgliederläden, bei denen eingestelltes Personal für den Unterhalt eines gemeinsamen Ladens sorgt.
Oft haben Foodcoops neben der Möglichkeit, Lebensmittel aus Öko-Anbau zu günstigeren Preisen beziehen zu können, auch noch weitergehendere Ziele, zum Beispiel:
- Förderung der ökologischen Landwirtschaft: Verzicht auf Pestizide, Gülle und Gentechnik.
- Unterstützung von Bauern aus dem Umland mit Direktvermarktung und kurzen Transportwegen.
- Selbst die Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Konsums von Produkten übernehmen.
- Förderung des fairen Handels.
Posted in Ernährung
Supermärkte und Co
März 16th, 2009 Posted 1:51 pm
Ein Leben ohne DVD-Player, Whirpool oder Viagra können sich manche eventuell noch vorstellen, ein Leben ohne Essen nicht. Selbst hartgesottenste Yogis müssen ab und an mal nachtanken.
Kein Wunder, dass also der Hauptaugenmerk der Großkonzerne auf “Lebensmitteln” liegt, gleich hinter Waffenhandel und pharmazeutischen Produkten. Gerade bei Ernährung und Medikamenten gibt es da auch Überschneidungen. Bayer-”Science for a better life” (eigentlich “Science- for a better life of a few), tüftelt nicht nur an Aspirin herum, sondern auch daran, wie Gentechnik endlich gesellschaftfähig wird und sie ihre Kartoffel “Amflora” und andere dubiose Freilandexperimente gut und günstig ins schöne Agrarland pflanzen können. Natürlich auch im konventionellen Ackerbau mischt Bayer gut mit- und verkauft fröhlich Pestizide und Düngemittel, die unser Grundwasser auf Jahrtausende verseuchen, aber im Schnäppchenpreis bei Lidl und Co leider nicht mit eingerechnet sind. Bezahlen müssen alle dafür und am meisten unsere Kinder- doch sonderbarerweise sorgt sich Bayer ja sonst sehr um sie, wenn es darum geht, Impfungen an verunsicherte Eltern zu bringen. Aber dazu später, jetzt geht es ja erstmal ums Essen.
Posted in Ernährung

