Archive for the ‘Ernährung’ Category
Keine Hähnchenmastanlage in Sprötze/Niedersachsen
Mai 17th, 2010 Posted 1:56 pm
Sprötze bei Hamburg soll demnächst eine vermeintliche industrielle Aufwertung erfahren: durch eine Hühnermastanlage, in der 36,800 Tiere ein kurzes und elendes Dasein fristen würden. Während alle Formen der Tierhaltung Ausbeutung und Verdinglichung von Lebewesen beinhalten, stellt die Mast eine besonders extreme Form dar. Auch ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind enorm. Aufgrund dieser verschiedenen Aspekte ist die Mastanlage unbedingt abzulehnen und zu verhindern – und zwar nicht durch wie üblich still abnickende Behörden, sondern durch das Engagement von Anwohnern/innen und allen Menschen, die sich nicht mehr länger auf das Tun und Schaffen unserer Klimakanzlerin verlassen wollen.
In diesem Sinne findet bereits seit letztem Donnerstag eine Mahnwache im Rathauspark in Buchholz statt, mit buntem Programm
weitere Infos auf dem Blog: http://mastanlagesproetze.blogsport.de/
Posted in AgrarKULTUR, Ernährung, Klimaschutz, Kongresse, Camps und Vernetzung, Tierrechte
Neuigkeiten
Dezember 9th, 2009 Posted 6:48 pm
Schimpf, Schande und Schmach auf mein Haupt, hier tut sich ja gar nichts mehr.
In den letzten 2 Monaten habe ich kaum was brauchbares für die Seite produziert, was daran liegt, dass ich soviel im “Real Life” mache. Ich habe ja die letzten 2 Monate in Berlin verbracht und bin mal wieder nur von einer Seite zur anderen gewirbelt, nebenbei hatte ich auch noch 6 Lesungen. Politisch gesehen ist auch soviel passiert, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich als erstes schreiben soll. In Berlin wurde z.B. die Brunnenstrasse 183 mit Umsonstladen geräumt ( der erste seiner Art, den ich jemals gesehen habe. Rest in Un-Peace!), und neben ein paar Kreativaktionen und Spontandemos geht es seitdem geht in Berlin heiß her, im wahrsten Sinne des Wortes. Es brennen vermehrt Autos, auch Polizeiautos und es fliegen Farbbomben, auch aufs BKA. Es wäre natürlich interessant, darüber einen Artikel zu schreiben, denn das Thema ist weitaus komplexer als es auf den ersten Blick scheint. “Ihr habt den Termin bestimmt, wir bestimmen den Preis” die Losung dieser Tage.
Seit Jahren brennen in Berlin Autos und fliegen Farbbomben, ob es in letzter Zeit wirklich mehr geworden sind, oder nur mediale Aufmerksamkeit sei dahingestellt. Zum einen scheint es ja im Interesse der Leute zu sein, das ihre Aktionen medial gewürdigt werden. Zum anderen ist auch zu beobachten, dass es verstärkt ( zufällig vor Kopenhagen?) zu einer Hetzkampagne gegen” Hasszündler”, Linksextreme usw. kommt. Vom Berliner Innensenator werden sie schon mal wieder mit rotlackierten Faschisten verglichen. Die Motive hinter den Anschlägen auf Stehzeuge kommen in der Presse fast nie zur Sprache. Gentrifizierung, die neoliberale Umgestaltung, und wachsende Repression in den Städten betrifft uns alle und die meisten von uns in negativer Art und Weise.
In Kopenhagen wird derzeit die Repressionsmaschine angefahren. Gestern nacht kam es schon zu einer Hausdurchsuchung eines Hauses, in dem viele UmweltaktivistInnen sich auf den Gipfel vorbereiten. Da scheint es nur zu passen, in den Köpfen der Leute das Bild vom enthemmten, gemeingefährlichen Linksautonomen zu zeichnen, den man mit jeglicher Repression überziehen kann. Er kann schließlich froh sein, dass die Todesstrafe in Dänemark (derzeit) abgeschafft ist. Links = böse und wer hinterfragt da noch, ob es sein kann, dass in unserer tollen Demokratie mal eben Sitzblockaden zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe dienen können, so wie es ein neues Gipfelgesetz in Kopenhagen vorsieht?
Abgesehen davon kommen auch in Berlin immer mehr Leute einfach so in den Knast, da die Polizei unter Ermittlungsdruck steht. Es gibt mehrere fragwürdige Festnahmen in den letzten Monaten, wo Menschen in der Nähe von brennenden Autos festgenommen wurden, die damit letztendlich überhaupt nichts zu tun haben, außer, dass sie vom VS der linksextremen Szene zugerechnet werden.
Ein besonders krasser Fall ist der von Alexandra. Sie wurde in einem Späti festgenommen, von der bürgerlichen Presse beschimpft und auseinandergenommen, war mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Als Beweis dienten Grillanzünder bei ihr zuhause, auch noch andere, als bei dem abgefackelten Stehzeug gefunden wurde. Letztendlich reichte das aber nicht mal unseren Gerichten und sie wurde freigesprochen. Dazu muss man auch noch sagen, dass dies nicht alleine der Verdienst eine tollen Solidaritätsgruppe ist, die sich für sie eingesetzt hat. Solidarität lohnt und ist vielleicht im Moment das wirkungsvollste, was wir den Herrschenden entgegen stellen können. Denn allein machen sie dich ein, und das gilt immer mehr.
Nun, also darüber könnte ich schreiben, aber ich will auch nicht immer nur Berlin-Nabelschau betreiben. Schließlich ist das Motto mutig-mutig und nicht berlin-berlin.
Gerade in der Provinz bedarf es Mut sich dem alltäglichen Wahnsinn zu widersetzen. Da habe ich auch noch was zu einem kreativen Prozess in Bad Oldesloe wegen einer Militärblockade. Nicht der Prozess war kreativ, sondern die Leute, die Anti-Repression betreiben.
Außerdem wollte ich noch was zu Kopenhagen schreiben, aber das ist so komplex, dass ich wieder mal zuviel denke und zuwenig schreibe. Ich habe in den letzten Wochen mich sehr intensiv mit Kopenhagen, dem “grünen” Kapitalismus, Klimaflüchtlingen und anderen Dingen beschäftigt.Zuviel Information ist manchmal auch nicht gut, denn ich kann gar keinen einfachen Text mehr schreiben.
Werde ich aber probieren. Social change instead of Climate Change. Der UN-Gipfel ist kein Klimagipfel, sondern ein Finanz und Wirtschaftstreffen, auf dem die Karten neu gemischt und grün lackiert werden sollen. Je tiefer ich in Emissionshandel, in RED (Inwertsetzung von den letzten Urwäldern der Erde), CDM (Clean Development Mechanism, Freikaufprogramm für Umweltverschmutzer und Menschenrechtsächter) eintauche, desto mehr kommt mir das kalte Kotzen. In Kürze möchte ich das mit euch teilen. Alles weitere für Kurzentschlossene und Alternativinfojunkies:
http://www.gegenstromberlin.net/
http://nevertrustacop.org/Deutsch/Aufruf
http://www.climate-justice-action.org/
Auch im Bereich Pharma/Gentechkonzerne gibt es mal wieder eininge News und auch die Schweinegrippeimpfung hätte hier auch noch etwas Raum verdient. Wieder einmal wurde neuer Genmais in Europa durchgewunken, übrigens von unserer achsokritischen Frau Aigner, die noch im Frühling erkannt hatte, wie gefährlich Genzeugs ist und sich negativ auf die Biodiversität auswirkt.
Zur forcierten Demokratie in Irland habe ich auch noch was, nämlich zu den Lissabon-Verträgen und wie es letzlich zu dem “Ja” im 2. Anlauf der WIDERSPENSTIGEN Iren kam.
Weiterhin wird in den Niederlanden vermutlich ab Januar das Squatten verboten sein. Eine schöne Gelegenheit, meine alten Texte zu veröffentlichen, die ich 2006, als ich dort in den quirlig-bunten Squatterszene gelebt habe, geschrieben habe. Natürlich lassen auch dort die Aktionen nicht auf sich warten und wer reisefreudig ist und nach Dänemark auch noch ins Land der Käsefüße und rechtsdrehenden PolitikerInnen reisen will, wird dort sicherlich freudig empfangen.
Und weil ich nicht immer nur kotzen möchte, sondern auch mal was kleines, nettes, konstruktives machen möchte, werde ich noch über die Transition Town Bewegung schreiben, bei der er im Rahmen des Monats “Ernährung” tolle Vorträge gab, zum Beispiel über Community Supported Agriculture und Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft und auch ein Gästebuch habe ich angelegt. Zudem gibt es einige neue Artikel in Zeitungen von mir, über mich, in denen ich wie immer dasselbe erzähle, oder auch mal was neues?
Die Spannung steigt, die Spannnung bleibt, herein spaziert meine Damen, Herren und Sonstdefinierten, das Klimacasino hat geöffnet und die wilden Vögel fliegen.
Wütend schreiten wir voran!
Posted in Direkte Aktion, Ernährung, Freiräume, Kongresse, Camps und Vernetzung, Militarismus, Politik, Proteste, Repression, Ziviler Ungehorsam
Boehringer-Ingelheim Tierversuchslabor besetzt
Juli 20th, 2009 Posted 11:13 pm
“Boehringer Ingelheim erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel für Menschen in aller Welt.
Mit 41.300 Mitarbeitern, die in 138 Gesellschaften auf allen Kontinenten beschäftigt sind, gehört Boehringer Ingelheim heute international zu den forschungsintensivsten Unternehmen.” so stellt sich das Unternehmen auf seiner eigenen Homepage dar.
Boehringer-Ingelheim ist wie alle Pharmaunternehmen, ein besonders sympathisches Unternehmen. Mit großer Aufopferungsbereitschaft stellt es Arbeitsplätze, Wissen und neue Arzneimittel für die gesamte Gesellschaft bereit, und das bereits aus Traditionsverpflichtung.
Aber nicht nur der Mensch, auch das Tier steht im Mittelpunkt der Bemühungen des netten Konzerns:
“Boehringer Ingelheim hat sich auch der Forschung und Entwicklung von Produkten rund um die Tiergesundheit verschrieben. Dabei werden nicht nur innovative Wirkstoffe und Formulierungen produziert, sondern es wird ebenso kontinuierlich daran gearbeitet, neue Technologien zur Optimierung der Arzneimittelsicherheit und zur Vereinfachung der Anwendung zu realisieren.”
Das ganze könnte weniger euphemistisch auch ganz anders beschrieben werden. Wie alle Pharmaunternehmen ist Boehringer-Ingelheim einzig und alleine an Profitmaximierung interessiert. Dafür braucht es Kunden, je mehr desto besser, je kränker desto besser und je wehrloser, desto besser. Ethik scheint keine große Rolle zu spielen.
So stellte nach einem Spiegelbericht Boehringer-Ingelheim im Vietnamkrieg in einem Abkommen mit Dow Chemicals Agent Orange her und verhindert heutzutage mit Patentsrechtsstreiten den billigen Nachbau von lebensrettenden Medikamenten auf der südlichen Hemisphäre.
Auch die Tiere scheinen Boehringer-Ingelheim nicht ganz so ans Herz gewachsen, wie es zunächst scheinen könnte. Derzeit wollen sie in Hannover, unweit eines Wohngebietes ein Tierversuchslabor eröffnen, in der an die 1000 Schweine gehalten werden sollen. In dieser “Forschungsanlage” sollen neue Impfstoffe ausprobiert werden, um Massentierhaltungen noch effizienter ( und brutaler und risikoreicher!) zu machen. Pikantes Detail: An die 40 Kleingärtner ( das Herz der deutschen Arbeiter) wurden von der Stadt Hannover enteignet, von ihren schon jahrzehntelang gepachteten Grundstücken vertrieben, die Kirche verkaufte dann nochmal 7000qm, gegen den Protest der GemeindemitgliederInnen und nun liegt also ein Filetstück in der Nähe der Tieruni Hannover, das nur noch auf die Bebauung und sinnloses Massenschlachten wartet.
Zum Glück haben sich einige junge Menschen das nicht mehr bieten lassen, und sind zur Tat geschritten und haben das Gelände vor 2 Wochen schon besetzt. Boehringer-Ingelheim ist noch nicht vollständige Eigentümerin und verzichtet derweil, genauso wie die Stadt Hannover vor den Wahlen, auf eine Räumung. (weiterlesen…)
Posted in AgrarKULTUR, Direkte Aktion, Ernährung, Tierrechte, Wissenschaft
Schweinegrippe- eine verdächtige Allianz zwischen Agrarindustrie und Pharmakonzernen
Mai 4th, 2009 Posted 9:24 am

Folgenden Meinung zur Schweinegrippendebatte habe ich aus dem Portugiesischen übersetzt,adaptiert und an einigen Stellen ergänzt. Autor ist Gualter Baptista, Forscher der ökologischen Ökonomie und politischen Ökologie bei CENSE in der Neuen Universität von Lissabon (http://ingenea.pegada.net)
Am 30.April hat die Weltgesundheitsorganisation, auf Druck von verschiedenen Ländern, angekündigt, den Schweinegrippevirus in A(H1N1) umzunennen. Die Änderung des Namens scheint zum Ziel zu haben, den wahren Hintergrund zu verschleiern, der Schweine und Vögel in intensiver Massentierhaltung in eine Situation gebracht hat, in der ihr Immunsystem stark geschwächt und nur noch rudimentär vorhanden ist, wenn überhaupt.
Am selbem Tag aber, sind auch die Ergebnisse der genetischen Sequenz von einem Forschungsteam veröffentlicht worden, die dem Virus inneliegt. Sie zeigen auf, dass die meisten der Gene, die dem Virus inneliegen, ihren Ursprung in anderen Schweine- und Vögelviren haben [1].
Vielleicht handelt es sich ja dabei um keinen Zufall, dass gerade die multinationalen pharmazeutischen Unternehmen und die des Landwirtschaftsbusiness (als deutsches Beispiel fällt einem dabei sofort Bayer ein) sich so nahe stehen und sowohl als Ursprung als auch Lösung für die Pandemie präsentiert werden. Nach einer Studie der Vereinigung von besorgten Wissenschaftlern, werden 70% aller in den USA für Tiere verwendeten Antibiotika nicht für therapeutische Zwecke eingesetzt, soll also heißen, sie werden “vorbeugend” gegen Krankheiten bei Tieren eingesetzt, die schon von Haus ( oder von Tierfabrik) aus, gar nicht mehr gesund sein können, sei es, weil sie unter komplett unzureichenden und inhumanen Bedingungen gehalten werden, sei es aufgrund der Abwesenheit von genetischer Vielfalt, da für die Tierfabriken nur einige wenige, auf schnellen Fleischaufbau gezüchtete Rassen ausgewählt werden.
Landwirtschaftsbusiness und die Pharmakonzerne stellen ganz offensichtlich einen Industriekomplex dar, der in beiderseitiger Abhängigkeit wohlgedeiht. Das Landwirtschaftsbusiness braucht pharmazeutische Erzeugnisse, um seine fortschreitende Produktionsintensivierung voranzupeitschen, die Pharmakonzerne verdienen sich nicht nur damit eine goldene Nase, nein, vielmehr profitieren sie auch noch von den medialen Wellen, die bei jeder neuen Seuche, Grippe und anderen fiesen Krankheiten hochschlagen. [2] Tatsächlich kommt man billiger damit, die Tiere mit Antibiotika vollzustopfen und sie unter Bedingungen zu halten, die neue Krankheiten geradezu heraufbeschwören, als sich um angemessene Haltungsstandards derselben zu kümmern.
Vor einigen Jahren, als ich anfing, in der akademischen Forschung zu arbeiten, habe ich mit Schweinehaltern aus Südportugal ein Projekt geplant, in dem es darum ging, ein Ökosiegel für Schweinfleisch zu entwerfen. Hier fiel auf, wie schwierig selbst einfach erscheinende Dinge umzusetzen waren, die den Schweinen das Leben etwas erleichtern sollten, wie z.B. Stroh als Lagerstätte zu verwenden, anstatt, dass sie sich, wie bislang auf Eisenstangen und Beton, die kurzen Beine in den dicken Bauch stehen mussten. Genauso wie der Verzicht auf das Herausreißen bzw. Abschneiden von Zähnen und Schwänzen, was in der industriellen Massentierhaltung dazudienen soll, dass sich die Schweine vor lauter Stress, den sie in ihrem engen Gitter, auf Eisenstangen ohne Tageslicht stehend zwangsläufig bekommen, nicht gegenseitig angreifen und sich die Bisswunden dann infizieren.
Offensichtlich waren diese Schwierigkeiten das Ergebnis der globalen “Ernährungs”industrie, komplett auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, nicht etwa auf Gewinnoptimierung. Hier überlebt im Prinzip nur, wer es schafft, seine Betriebskosten auf ein Minimum zu reduzieren, was eine Massentierhaltung auf Mindeststandard begünstigt, komplett abhängig von einer multinationalen Großindustrie, die sie mit Futtermitteln, Chemiekeulen und Medikamenten eindeckt.
Der ganze Wirbel, der um die Schweinegrippe veranstaltet wurde, wurde ebenso in Frage gestellt, und das zu recht. Wenn man die Todesfälle, die mit der Grippe in Zusammenhang gebracht werden, mit denen von anderen Krankheitsbildern, wie der Tuberkulose[3], oder (Verkehrs)unfällen[4] vergleicht, sehen wir uns einer signifikanten Diskrepanz gegenüber, sei es in der medialen Aufmerksamkeit, die der Grippe zu teil wurde, sei es in der politischen und finanziellen Dringlichkeit, mit der das Problem in die Hände der Forschung der Pharmakonzerne übergeben wurde.
Im Endeffekt zahlt bei dieser unheiligen Allianz von Tiermisshandlung, Medikamentenmissbrauch und industrieller Landwirtschaft, der/die Bürgerin drauf, da hilft es dann auch nichts, wenn das Steak bei Penny nur 1,99 kostet. Die Rechnung ist ein wenig komplexer: auf der einen Seite leiden wir unter den Begleiterscheinungen der Massentierhaltung auf die Umwelt ( z.b. wenn wir in der Nähe einer Schweinefabrik leben, aber auch weil das Nitrat, Schwermetalle, Viren, Bakterien usw. sich in unserem Grundwasser, in unseren Bächen und Flüssen ablagern…da hilft es auch nichts vegan zu sein) und zusätzlich natürlich, wenn wir dieses Fleisch dann auch noch essen, denn auch wenn man als Vegetarier geneigt ist, Fleischessern mit einer gewissen Häme ihre Skandälchen zu gönnen, will man ihnen diese Giftcocktails dann doch nicht zumuten. Es wäre einmal interessant zu wissen, wieviele Milliarden Euro jährlich in die Behandlung von Krankheiten fließen, die durch Fleischkonsum, zudem noch aus Massentierhaltung, verursacht wurden.
Auf der anderen Seite wird das Geld, das wir von unserem Lohn abzwacken, für die Verträge verwendet, die die Regierungen mit den Pharmekonzernen aushandeln, um Antibiotika und Impfungen zu kaufen. Denen liegt natürlich nichts daran, etwas an den Ursachen zu ändern, solange diese lukrativen Geschäfte ihr Bestehen sichern und somit schließt sich der Teufelskreis, bei dem am Ende alle daraufzahlen( kaputte Erde, Epidemien etc), nur manche eben mehr, andere weniger. Einige schon jetzt, andere erst ein wenig später.
Im Moment sind es die reichen Länder und BürgerInnen, die ein patentiertes Antibiotika von einem der großen Pharmakonzerne kaufen können, die armen Länder oder nicht so betuchte Personenkreise gehen leer aus. Letztere leiden gleich doppelt( wie z.b. in Mexiko), weil sie nicht nur Opfer der Auslagerung der stinkenden und verschmutzenden Massenschweinehaltung, die niemand gerne neben seinem Haus hat, geworden sind, sondern weil es auch sie sind, die über keine Mittel und Wege, weder ökonomisch, noch als politische Einflussnahme, verfügen, um die Pandemie wirksam bekämpfen zu können.
Wir dürfen nicht tatenlos verharren, während wir daraufbauen, im “Ernstfall” Tamiflu von Roche, kaufen zu können. Es ist von Nöten, die wahren Schuldigen zu suchen und publik zu machen, nicht nur damit sie für die Schweinegrippe zahlen, sondern auch, um die fortschreitende Zerstörung der Weltgesundheit aufzuhalten, sei es Mensch, Tier oder Pflanze. Wenn Novartis eine Impfung entwickeln will und dafür Unterstützung haben will, so soll es wenigstens die industrielle Landwirtschaft und ihre Stellvertreter sein, die dafür zahlen und nicht der/die Steuerzahlerin. Vielleicht kommen sie dann ja irgendwann einmal auf die Idee, die Schweine mal ein wenig an die frische Luft zu bringen, denn ich habe die Alten immer sagen hören, dass das gut für die Gesundheit sein soll.
Anmerkung: Wer in Deutschland aktiv werden will gegen weitere Schweinereien, auf den/die wartet im schönen Mecklenburg-Vorpommern, in Alt-Tellin ein neues zuhause, dass er/sie sich großzügig ausbauen kann. Es geht hierbei um ein Haus, das AktivistInnen freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, um gegen die größte Ferkelzuchtanlage Europas, die dort direkt nebenan gebaut werden soll, vorgehen zu können.
http://schweinerei.blogsport.de
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Gendreck bleibt dieses Jahr in den Säcken
April 14th, 2009 Posted 10:15 pm
Schneller als erwartet hat sich meine Frage von gestern: “Wo ist all der Gendreck hin?” beantwortet. Als ob ich es gerochen hätte oder einen Geheiminformanten hinter mir stehen gehabt hätte.
Heute ist natürlich ein Tag zur Freude, für Tausende von Anti-Gentechnik AktivistInnen, die in den letzten Jahren ihr Herzblut für ein Moratorium gegeben haben. Menschen von Bürgerinitiaven für gentechnikfreie Zonen, Menschen, die Ilse Aigner auf ihrer Promotiontour hinterhergereist sind und immer wieder in Diskussionen verwickelt haben, Landwirte, die immer wieder zu spektakulären Treckerdemos aufmachten, Leute, die gentechnikfreie Einkaufsführer herausgegeben haben, MultiplikatorInnen, die von Schule zu Schule reisen um kritisch über die grüne Gentechnik aufzuklären, Umweltverbände, die ihr ganzes Jahresbudget in Kampagnen gesteckt haben und waghalsige Aktionen hingelegt haben, Einzelpersonen, die des Nachts die Felder umgemäht haben, Leute, die vor Gericht ihr Recht auf zivilen Ungehorsam erstreiten, das Ehepaar von der Vita Activa Tour, die 8000 Kilometer durch Europa mit Kutsche unterwegs sind, um über die Gefahren aufzuklären, die Menschen vom Aktionsbündnis “Genfrei gehen”, die quer durch Deutschland wandern, mit dem selben Ziel, Biobauern, Imker, Kirchliche Verbände, mutige Wissenschaftler, die den “Unbedenklichkeitsstudien”, die die EFSA vorlegt, widersprechen und das Gegenteil beweisen können und so so vielen mehr müssen wir dankbar sein. Denn das Verbot ist ein großer Schritt, ein großes Signal, dafür, dass es doch noch Verstand und Hoffnung gibt! ( Böse Zungen behaupten allerdings, dass es nur um Wählerstimmen ging, sodass Aigner im Gegensatz zu Seehofer das Problem nicht einfach aussitzen konnte) Aber nein, heute wollen wir mal an das GUTE glauben und stellen fest:
Natur und Schmetterlingsarten sind wichtiger als ein Großkonzern. Und das in Zeiten der angeblichen Krise. Kann es sein, dass unsere PolitikerInnen doch langsam begreifen, dass wir und schon Jahrzehnten, wenn nicht sogar schon seit Jahrhunderten, spätestens seit der Industrialisierung in einer schweren Krise befinden?
Ein großes Signal, dass es doch noch so etwas wie Restdemokratie gibt, dass Initiaven von unten, dezentral und vielfältig in Aktions- und Erscheinungsformen die gesamte Menschheit betreffende Entscheidungen selbst in die Hand nehmen dürfen und nicht wie immer ein, zwei Großkonzerne über unser aller Gedeih und Verderb entscheiden dürfen.
Das war erst der Anfang, jetzt müssen auch noch die Experimentierfelder weg, danach die Atomkraftwerke, die Riesenstaudämme, die Monokulturen der Landwirtschaft, die Autobahntrassen, die Abwrackprämie…ich sag ja immer die sozial-ökologische Revolution kommt im August. Bis dahin ist auch Gendreck Weg noch aktiv, auch die laufen jetzt ja fast Gefahr arbeitslos zu werden. In Kitzingen jedenfalls wird es noch immer einen Saatguttausch geben und statt der Aussaat eine Jubeldemo. Danach wollen sie sich verstärkt den Experimentierfeldern widmen, deren es ja noch so einige in Deutschland gibt, Tendenz steigend.
Posted in AgrarKULTUR, Ernährung, Politik
