Archive for the ‘Direkte Aktion’ Category
Klimaaktion 350.org
Oktober 22nd, 2009 Posted 1:50 am
Weltweit rufen am kommenden Samstag ca. 5000 Initiaven dazu auf, den 350-Aktionstag zu begehen. Dahinter steht der Appell der BürgerInnen an führende PolitikerInnen bei den kommenden Klimaverhandlungen, besonders den Cop 15 im Dezember in Kopenhagen, ehrliche und zukunftsweisende Klimaschutzbestimmungen zu beschließen. 350.org steht für 350 parts per million Co2 Ausstoß ( die Million setzt sich aus anderen Gas-Teilchen in der Atmosphäre zusammen), der absoluten Höchstgrenze von Co2, dass weltweit noch ausgestoßen werden darf, um eine Klimakatastrophe abzuwenden.
Bis zum Anfang der Globalisierung betrug der Co2- Ausstoß ungefähr 275 ppm, was auch wichtig ist, denn ganz ohne Co2 Ausstrahlung wäre es einfach zu kalt auf der Erde, da Co2 und andere Treibhausgase dafür sorgen, dass ein Teil der Wärme in der Atmosphäre wieder zurückgestrahlt wird. Leider sind wir beim Verbrennen im Wirtschaftswachsumswahn ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen: Mittlerweile beträgt der Co2 Ausstoß schon ca. 387 ppm, und steigt jährlich um 2 ppm an.
Was zunächst wenig erscheint, könnte aber schon bald in einer Katastrophe enden, schließlich verläuft das Erhitzen des Planeten und seine Folgen nicht linear, schon jetzt sagen Wissenschaftler eine Art Dominoeffekt, der bislang noch nicht wirklich in seiner Schwere eingeschätzt werden kann für den Treibhauseffekt voraus, wenn die Polkappen weiter abschmelzen und das Weiß des Eises nicht mehr die Sonnenstrahlen zurückabsorbiert, sondern das dunkle Meer sie dankend absorbiert und sich somit noch weiter aufheizt. Gleichzeitig werden munter weiter die letzten Regenwälder der Erde für Sojaanbau (u.a. für die Gut- und Günstigen Discounterwürstchen bei Dir um die Ecke) abgeholzt, bedrohte Arten und ihre Tätigkeit für ein stabiles Ökosystem verschwinden, Moore werden entwässert für intensive Landwirtschaft ( Moor ist der größte Co2 Speicher der Erde) und Permafrostböden tauen ab und setzten das 25 mal aggresivere Klimagas Methan ab…. die Liste ist lang und erschreckend. Durch den wachsenden Wirtschaftsdruck wird zunehmend auf der ganzen Erde Raubbau parallel betrieben und kein Ende ist in Sicht. Oder eben doch?
Im Rahmen der Kampagne 350.org wollen weltweit bislang schon knapp 5000 Initiaven aus 171 Ländern an die führenden Politiker appelieren ernsthafte, verantwortungsbewusste Politk zu betreiben, und diese besonders auf der Klimakonferenz in Kopenhagen zu vertreten. Verantwortungsbewusst hieße in diesem Sinne, den Großkonzernen dicke Absagen zu erteilen, bzw. hohe und kostenintensive Umweltauflagen, ein zweifelhafter Emissionshandel wie Kioto, bei dem Zertifikate auch mal unter der Hand für umme an “führende Wirtschaftsunternehmen” ( Stichwort Standortfaktor!) verteilt wird, wäre dann jedenfalls nicht mehr drin. Um es nochmal deutlich zu sagen: Ein Ziel von 350 ppm wird eine große Herausforderung für uns alle sein und wir müssen uns zumindest in den westlichen Ländern alle einschränken, außer eventuell noch ein paar Omis und Opis, die sowieso immer Fast-SelbstversorgerInnen waren.
Doch nur mit Quecksilber-Elektrosmog-Leuchten (sog. Energiesparlampen) und Loha-mäßig shoppen werden wir den ppm noch nicht einen Punkt herunterbringen. Solange die Großindustrie nicht in ihrem Gebaren gestoppt wird, 29 neue Kohlekraftwerke geplant werden (u.a in Lubmin am empfindlichen Ökosystem Greifswalder Bodden), Gentechnick grünes Licht gegeben wird, Atommeiler länger läufen dürfen ( nein, die sind nicht Co2-frei, oder wächst Uran einfach so am Rasen neben dem Kraftwerk?) solange Vattenfall Naturschutzgebiete abbaggern darf, mit Müll große Geschäfte gemacht werden können und es billiger ist, einen Becher Joghurt in 6 verschiedenen Ländern herzustellen und herumzukarren, bevor er im Supermarkt steht, solange sind all die Umweltbildungsangebote nur halbherzige Blendware.
Man kann die 350.org Kampagne auch naiv nennen, ein nettes Medienspektakel und Obrigkeitshörig, denn wieder einmal wird nur an die Regierenden appeliert, dass sie es für uns richten werden und müssen, ohne per se Kapitalismus und Herrschaftsstrukturen eine Absage zu erteilen. Auf der anderen Seite spricht die Kampagne aber Menschen an, die bislang vielleicht nicht politisch aktiv waren und sich der offenen Struktur wegen endlich einmal herantrauen, um ein gemeinsames relativ einfaches Ziel anzupeilen und gemeinsam mit dem Rest der Welt ein Medienecho zu erlangen ( in einigen Orten läutet 350 mal die Kirchturmglocke, auf den Kapverden (trockene Insel im Atlantik, potenziell Dürre und Überschwemmungsgefährdet) gibt es eine Ökorally, bei der an die TeilnehmerInnen eine trockene Pflanze in die Hand bekommen und dann in der Stadt nach Klimaanlagen suchen müssen, mit deren Kondenswasser sie die Pflanze wieder zum Leben erwecken sollen, in Portugal werden 350 Bäume in einem Dorf gepflanzt, 350 Leute fahren mit dem Fahrrad durch Porto, in der Mongolei will eine Gruppe mit 350 Wartenden der Transibirischen Eisenbahn an einer Umsteigestation über 350 ppm sprechen, in Nigeria gibt es ein Seminar zum Thema “Islam und Klimawandel” usw. usf.
Die Kampagne setzt kreative Energie frei, die die Menschen in Zukunft noch öfters gebrauchen werden, denn natürlich glaubt (fast) keiner an einen plötzlichen Systemwandel in Kopenhagen. Zudem haben durch den breiten Aufruf, der einmal nicht eurozentrisch war, auch viele NGOs in Ländern Auftrieb bekommen, in denen Klimaschutz bislang kein großes Thema war. Tausende von Menschen werden sich erstmals bewusst für das Klima einsetzen. Ein Zeichen wird es allemal sein, und bestimmt nicht das letzte.
Vor Kopenhagen braut sich was zusammen. Am 26.09. wurde z.B. ein Kohlekraftwerk von Vattenfall in Kopenhagen von 1500 Aktivistinnen besetzt und vorsichtshalber abgeschalten…das nur so am Rande, es ging ja um was anderes….
und nun noch die Einladung zur Aktion in Berlin:
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24. Oktober, 10:30 bis 12:30 Uhr: In einer spektakulären Castingshow am Brandenburger Tor wird unter 350 Merkels die wahre Klimakanzlerin gesucht! Der 24. Oktober ist weltweiter Klima-Aktionstag mit über 3.000 Events – Die Klimapiraten wollen das größte in Deutschland veranstalten.
Dazu benötigen sie 350 Angela Merkel-DarstellerInnen! Und jeder kann, darf und soll dabei sein. Das wiederum geht ganz einfach: Hingehen und die Klimapiraten stellen die Merkelmasken und führen Regie. Für den Abend wird dann zur großen 350.org-Party eingeladen.
Warum gerade 350? Laut den Klimapiraten ist 350ppm (parts per million) die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft verträgliche Grenze der CO2-Konzentration in der Luft, wenn die Klimakatastrophe noch verhindert werden soll. Diese Zahl soll, so die Aktivisten, jetzt in die Köpfe der Politiker.
Gesucht: 350 Angela Merkels für Aktion am Brandenburger Tor!
Anmelden für die Aktion könnte ihr euch bei Jonas Ecke: j_ecke[at]yahoo.com.
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350.org (mit Aktionskarte zum Mitmachen)
die KlimapiratInnen ( Klimakampagne für die Zukunft und das Leben mit Segel auf Kopenhagen und Säbel auf das Kohlekraftwerk Lubmin)
Ein Video zum “antriggern” hier.
Klimaemissonen selbst ersteigern
Posted in Direkte Aktion, Energieversorgung, Klimaschutz, Politik, Proteste
Unsere Wahl: Soziale Revolution
September 17th, 2009 Posted 9:13 pm
Eine interessante Anti-Wahl- Initiative, die ebenfalls die Anti-Wahl-Aktionswoche ins Leben gerufen haben. Bis 19.09 habt ihr, wenn ihr denn auch fühlt, dass eure Stimme eh nichts ändert, neben dem üblichen Plakate verschönern (Achtung strafbar, daher natürlich nur in GEDANKEN), auch noch die Gelegenheit, eure Wahlberechtigung …(Glücklich sei der/die, der/ die sie hat, das ist in unserem demokratischen Land nämlich nicht jeder hier wohnhaften Person vergönnt, zum Beispiel Flüchtlingen/ in die Psychiatrie Abgeschobenen (“Entmündigte”)/Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ( ja genau, das sind die, die die Folgen der Klimakatastrophe aushalten müssen, wenn Steinmeier, Merkel, Gysi schon das Zeitliche gesegnet haben)
Nun, also ihr könnt eure Wahlberechtigung einfach in den nächsten Mülleimer werfen, oder noch besser:
Schickt sie an das:
Wahlboykott-Postfach – Wieso, weshalb, warum?
Das Anti-Wahl-Postfach
Am 19. September: Stimme erheben statt Stimme abgeben!
Wahlboykott ist nicht „unpolitisch“
Das Problem beim Nicht- oder Ungültigwählen ist, dass nicht klar
ersichtlich wird, welche Menschen aus politischen Gründen mit dieser Form
des Protestes die Wahl boykottiert haben. Die abgegebenen ungültigen
Stimmen (anreißen, mehrfach ankreuzen usw.) werden bei einer Wahl nur
bedingt angezeigt und werden auf der Wahlstatistik meist unter der Rubrik
„Sonstiges“ mit einer Vielzahl von Kleinstparteien geführt.
Außerdem werden Menschen, die die Wahl boykottieren, egal in welcher Form,
als „politikfaul“ gewertet. Der Grund dafür ist, dass Politik in erster
Linie im parlamentarischen Rahmen gedacht wird. Politische Arbeit
außerhalb des Parlaments erfährt so gut wie kein Gehör und jede Form von
Protest, die sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält, wird
ebenfalls als „unpolitisch“ abgetan.
Was ist das Anti-Wahl-Postfach?
Um dieser Misere praktisch zu begegnen sollen im Rahmen der Kampagne auf
lokaler Ebene Anti-Wahl-Postfächer eingerichtet werde. Hiermit wird die
Möglichkeit geboten sein, ein symbolisches „Nein zum System!“ zu äußern.
Menschen, die sich mit dem Parlamentarismus nicht abfinden wollen, können
hier ihre Wahlbescheinigungen einsenden. Die Wahlbescheinigungen werden
zeitnah zur Bundestagswahl ausgezählt und ihre Anzahl durch unsere
Pressearbeit und verschiedene Aktionen publik gemacht.
Hiermit werden die Menschen sichtbar gemacht, die sich eben nicht am
Wahlspektakel beteiligen wollen und sich mit den Inhalten der (unserer?)
Kampagne identifizieren können. Mit dem Konzept des „Anti-Wahl-Postfachs“
heben wir die tatsächliche Vielzahl der Menschen hervor, die nicht aus
Unwissenheit oder „Faulheit“ ungültig oder gar nicht gewählt haben. Dies
verdeutlicht umso mehr die Existenz vom politisch denkenden Menschen
außerhalb des parlamentarischen Rahmens. Der Wahl als Prozedere, in dem
jede_r vereinzelt in der Wahlkabine seinen Stimmzettel abgibt, so z.B.
auch beim Ungültigwählen, setzen wir eine kollektive Aktionsform entgegen.
Anstatt per Stimmzettel den Staat zu legitimieren, nutzen wir die
Wahlbescheinigungen, um daraus Protestkapital gegen den Staat zu schlagen.
Wie wird’s gemacht?
-Die Wahlbescheide werden rund eine Woche vor der Bundestagswahl am 27.
September 2009 jedem_jeder Wahlberechtigten per Post zugesandt.
-Bei der Wahlbescheinigung werden (nach Belieben) Namen und Adresse
geschwärzt, falls mensch seine persönlichen Daten nicht „öffentlich“
preisgeben will.
-Der eigene Wahlbescheid wird an eines der Postfächer der Kampagne in der
eigenen Region geschickt.
-Bis zum 19. September (Sa.) 2009 müssen die Wahlbescheide bei den lokalen
Anti-Wahl-Postfächern eingesandt werden. Die Auszählung wird an diesem
Wochenende dann regional von den Aktiven der Kampagne und allen
Helfer_innen durchgeführt.
-Am 26. September, dem Samstag nach der Auszählung der
Wahlboykott-Postfächer, werden die Ergebnisse bekannt gegeben.
Ansonsten gibt es bei der bundesweiten Wahlboykott-Demo am 26. September
in Berlin noch für alle Nachzügler die Möglichkeit, ihre Wahlbescheide
einzureichen.
Ansonsten gibt es bei der bundesweiten Wahlboykott-Demo am 26. September
in Berlin noch für alle Nachzügler die Möglichkeit, ihre Wahlbescheide
einzureichen.
Posted in Direkte Aktion, Kritik am Bestehenden, Politik
Juli 23rd, 2009 Posted 11:06 pm
Heute schon mein zweites Posting, aber ich muss noch mal schnell gratulieren und zwar der deutschen Justiz im Allgemeinen und dem Kitzinger Amtsgericht im Besonderen.
Erasmus Müller und Cecile Lecomte, die beiden Schlingel, die sich letztes Jahr im dürren Genmaisfeld bei der Feldbefreiung am 29.06 herumgetrieben haben und dabei nicht gerade liebevoll mit Monsantos Eigentum umgegangen sind, haben ihre gerechte Strafe erhalten. 1350 Euro soll Wiederholungs- und Überzeugungstäter Müller zahlen, für Lecomte, kommt es ein wenig günstiger, 675 Euro. Davon hätten die beiden sich schon so einige Tortillas leisten können.
Die beiden versuchten sich in zwei zähen Verhandlungstaten mit einem “rechtfertigenden Notstand” herauszureden. Oder gar, dass sie nur trägen Regierung zuvorgekommen seien. Die hätten schließlich dieses Jahr den Genmais auch verboten. Billig, billig. Zum Glück hat Richter Betz die beiden selbsternannten Ökosherriffs nochmal angestraft, bevor sie noch andere mit ihren Flausen anstecken.
Erstaunlicherweise gibt es auch im Großraum Kitzingen (Nordbayern) ziemlich viele Menschen, die mit Sonnenblumen und “Feldbefreiungs” T-Shirts bewaffnet um das Amtsgericht herumlungerten und sich aus Solidarität mit in den Zuschauerraum setzten und ab und an Kommentare abließen. Vorher sollen sie am Martkplatz Popcorn verkauft haben, und den ahnungslosen Käufern gleichzeitig Knebelverträge angedreht haben. In Kitzingen gibt es nun verschiedene Menschen, die auf Lebzeit ihr Popcorn nur noch bei den Angeklagten Müller und Lecomte beziehen dürfen und gleichzeitig noch ein bestimmtes Handspülmittel verwenden. Diesem seltsamen Völkchen konnte man aber gut habhaft werden, indem man die Hälfte von ihnen ausschloß, Grund “Platzmangel”, sie des Foyers verwies und auf dem Boden spielende Kleinkinder fast übertrampelte, um Fotokameras zu entwenden.
Am lautesten lachten die “Ökos”die es dennoch in den Zuschauerraum geschafft hatten, als klar wurde, dass der tapfere Geschädigte Bauer Müller, der den Genmais zusammen mit anderen Versuchsmais auf 70h anbaute und damit seine 500 Rinder füttert, sich einen von Monsanto empfohlenen Rechtsanwalt aus Düsseldorf zurate gezogen hat. Warum denn auch nicht?
Wer der nächsten traurigen Bezirksposse teilwohnen will, der ist für den 27. Juli, den 24. August und den 31. August nach Kitzingen bei Würzburg eingeladen. Nähere Infos sowie Aktionen rund um die Verhandlungen wie immer auf der Seite von Gendreck Weg.
Posted in AgrarKULTUR, Direkte Aktion, Energieversorgung
Brandenburgs Seen kurz vor der Privatisierung- Petition (nicht) unterschreiben!
Juli 23rd, 2009 Posted 11:41 am
Kürzlich erreichte mich folgende E-Mail, die sich leider nicht als Spam sondern traurige Realität entpuppte
“Liebe Leute,
>
> die Privatisierung der Brandenburger Seen steht an, klammheimlich still
> und leise, und wenn wir, als Allgemeinheit, jetzt nicht reagieren,
> verpassen wir die Möglichkeit, überhaupt etwas dagegen tun zu können.
> Eine Möglichkeit, die wir immerhin haben und unbedingt nutzen sollten!!
> Es gibt eine Petition im Bundestag – bis 24.7. kann man “digital”
> unterschreiben.
>
> Um die Petition zu unterschreiben, muss man im Internet
> auf Bundestag.de gehen und sich dann leider erst anmelden, anders gehts
> nicht. Unter den Petitionen sucht man Privatisierung von Gewässern.
>
> 50 000 Unterschriften für den Erhalt der Brandenburger Seen für uns
> alle, ist ein erreichbares Ziel! Genaueres findet ihr unter dem
> nachstehenden Link.
>> Thema: Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH – Verzicht der weiteren
> Privatisierung von Gewässern
> Hauptpetent: Preuß, Carsten
> Ende Mitzeichnungsfrist: 24.07.2009
Hier der Link zum unterschreiben (trotz Registrierungsprocedere nur ca 5 Minuten). Und im Folgenden noch ein Interview mit dem Initiator der Petition, Carsten Preuss.
Warum keine Seen privatisieren?
Sie reichten beim Bundestag eine Online-Petition gegen die weitere Privatisierung von Gewässern in Ostdeutschland ein. Warum?
C.P. Den Anlass bot ein Fall in der Nähe meiner Heimatstadt Zossen in Brandenburg. Hier droht der Verkauf des 270 Hektar großen Mellensees durch die bundeseigene Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) (Anmerkung. S.H.: Vielsagend – dieser Name. Ich schlage eine Umbenennung in Bodennutzungsgesellschaft vor), deren Aufgabe die Privatisierung ehemals volkseigener Flächen ist. Zwar hatte das Bundesamt für offene Vermögensfragen diesen See dem Land Brandenburg zugeschlagen. Doch die BVVG klagte dagegen. So bleibt die Eigentumsfrage offen. Die Gemeinde Am Mellensee möchte zum Beispiel einen großen Steg bauen, scheut nun jedoch die Investition, weil die Zukunft unklar ist. Der BVVG ist ihr Vorgehen nicht anzulasten. Sie handelt lediglich auftragsgemäß. Der Fehler wurde beim Einigungsvertrag gemacht und hier muss die Politik einen Riegel vorschieben. In den vergangenen zehn Jahren wurden 10 000 Hektar Gewässer für insgesamt 15 Millionen Euro verkauft. Geplant ist, in den nächsten Jahren weitere 15 000 Hektar zu privatisieren. (weiterlesen…)
Posted in Direkte Aktion, Politik, Privatisierung
Boehringer-Ingelheim Tierversuchslabor besetzt
Juli 20th, 2009 Posted 11:13 pm
“Boehringer Ingelheim erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel für Menschen in aller Welt.
Mit 41.300 Mitarbeitern, die in 138 Gesellschaften auf allen Kontinenten beschäftigt sind, gehört Boehringer Ingelheim heute international zu den forschungsintensivsten Unternehmen.” so stellt sich das Unternehmen auf seiner eigenen Homepage dar.
Boehringer-Ingelheim ist wie alle Pharmaunternehmen, ein besonders sympathisches Unternehmen. Mit großer Aufopferungsbereitschaft stellt es Arbeitsplätze, Wissen und neue Arzneimittel für die gesamte Gesellschaft bereit, und das bereits aus Traditionsverpflichtung.
Aber nicht nur der Mensch, auch das Tier steht im Mittelpunkt der Bemühungen des netten Konzerns:
“Boehringer Ingelheim hat sich auch der Forschung und Entwicklung von Produkten rund um die Tiergesundheit verschrieben. Dabei werden nicht nur innovative Wirkstoffe und Formulierungen produziert, sondern es wird ebenso kontinuierlich daran gearbeitet, neue Technologien zur Optimierung der Arzneimittelsicherheit und zur Vereinfachung der Anwendung zu realisieren.”
Das ganze könnte weniger euphemistisch auch ganz anders beschrieben werden. Wie alle Pharmaunternehmen ist Boehringer-Ingelheim einzig und alleine an Profitmaximierung interessiert. Dafür braucht es Kunden, je mehr desto besser, je kränker desto besser und je wehrloser, desto besser. Ethik scheint keine große Rolle zu spielen.
So stellte nach einem Spiegelbericht Boehringer-Ingelheim im Vietnamkrieg in einem Abkommen mit Dow Chemicals Agent Orange her und verhindert heutzutage mit Patentsrechtsstreiten den billigen Nachbau von lebensrettenden Medikamenten auf der südlichen Hemisphäre.
Auch die Tiere scheinen Boehringer-Ingelheim nicht ganz so ans Herz gewachsen, wie es zunächst scheinen könnte. Derzeit wollen sie in Hannover, unweit eines Wohngebietes ein Tierversuchslabor eröffnen, in der an die 1000 Schweine gehalten werden sollen. In dieser “Forschungsanlage” sollen neue Impfstoffe ausprobiert werden, um Massentierhaltungen noch effizienter ( und brutaler und risikoreicher!) zu machen. Pikantes Detail: An die 40 Kleingärtner ( das Herz der deutschen Arbeiter) wurden von der Stadt Hannover enteignet, von ihren schon jahrzehntelang gepachteten Grundstücken vertrieben, die Kirche verkaufte dann nochmal 7000qm, gegen den Protest der GemeindemitgliederInnen und nun liegt also ein Filetstück in der Nähe der Tieruni Hannover, das nur noch auf die Bebauung und sinnloses Massenschlachten wartet.
Zum Glück haben sich einige junge Menschen das nicht mehr bieten lassen, und sind zur Tat geschritten und haben das Gelände vor 2 Wochen schon besetzt. Boehringer-Ingelheim ist noch nicht vollständige Eigentümerin und verzichtet derweil, genauso wie die Stadt Hannover vor den Wahlen, auf eine Räumung. (weiterlesen…)
Posted in AgrarKULTUR, Direkte Aktion, Ernährung, Tierrechte, Wissenschaft


