Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Neuigkeiten Hamburg, Klimakiller Vattenfall, Baum-Haus-Bürobesetzungen, Antideutsche Zustände und alle mal wieder ausgesperrt bzw. eingesperrt.

Seit dem 3. Dezember besetzen die AnwohnerInnen Jürgen und Olivia eine Eiche im Gählerpark in Hamburg-Altona um den Bau der sogenannten Moorburgtrasse zu stoppen. Seit einigen Tagen haben sie Gesellschaft: mehrere Aktive von ROBIN WOOD besetzten 2 Bäume im gleichen Park. Sie und die Bürgerinitiative vor Ort verbindet ein Ziel: Das Klimakillerkraftwerk Moorburg zu verhindern. Weihnachten werden sie auf und an denen Bäumen verbringen.

„Klimapolitik heißt für uns: nicht warten, dass die Mächtigen auf Konferenzen die Welt retten, sondern vor Ort handeln. Deshalb stellen wir uns hier und heute den Klimasauereien von Vattenfall in den Weg“,
sagt ROBIN WOOD-Baumbesetzerin Cécile.

Der Energiekonzern Vattenfall will eine rund 12 Kilometer lange Fernwärmetrasse bauen, die vom neuen Kohlekraftwerk Moorburg quer durchs Hafengebiet und Altona bis nach Diebsteich führen soll. ROBIN WOOD
fordert einen Verzicht auf die Trasse, einen Baustopp für das Kohlekraftwerk Moorburg sowie einen grundlegenden Wechsel in der Energiepolitik der Stadt: weg von extrem klimaschädlichen
Großkraftwerken in der Hand marktbeherrschender Konzerne hin zu dezentralen Strukturen auf Basis erneuerbarer Energien. Der Bau der Trasse ist zudem ein Paradebeispiel dafür, wie die Stadt Hamburg Rechte von AnwohnerInnen bei der Planung großer Bauvorhaben missachtet, einseitig Wirtschaftsinteressen berücksichtigt und städtisches Grün vernichtet.

Vattenfall baut derzeit im Stadtteil Moorburg ein 1.600-Megawatt-Kohlekraftwerk. Über acht Millionen Tonnen Kohlendioxid wird diese Dreckschleuder künftig Jahr für Jahr in den Hamburger Himmel
blasen und damit das Klima doppelt so stark belasten wie der gesamte Straßenverkehr in der Hansestadt. Anstatt das alte Heizkraftwerk Wedel durch ein modernes 800-Megawatt-Gaskraftwerk zu ersetzen, hat sich der Konzern für ein doppelt so großes Kohlemonster an die Elbe entschieden – und vom schwarz-grünen Senat dafür grünes Licht bekommen. Trotz der an sich sinnvollen Fernwärmeauskoppelung wird dieses Kraftwerk nur einen Wirkungsgrad von maximal 60 Prozent erreichen und damit wesentlich
ineffizienter arbeiten als ein modernes Gaskraftwerk. Ohne die Fernwärmetrasse ließe sich das Kraftwerk Moorburg nicht rentabel bewirtschaften. Die Trasse ist somit die Achillesferse des Riesen
Vattenfall.

Mehr als 9 Millionen Tonnen CO2 soll das im Bau befindliche Steinkohlekraftwerk Moorburg jährlich in Hamburg emittieren. Das finden Initiativen und ROBIN WOOD unzeitgemäß und fordern ein Ende des Projekt­­s. Durch den Gählerpark soll die sogenannte Moorburgtrasse gebaut werden, eine Fernwärmeleitung und gleichzeitig die Achillesferse des Bauprojektes.

Dazu erklärt Olivia, eine der Anwohnerinnen, die seit dem 3. Dezember eine Eiche im Park besetzt: „Wir setzen hier ein Zeichen gegen die lebensverachtenden, profitorientierten Pläne über unseren Lebensraum, die Politik und Vattenfall ohne Bürgerbeteiligung durchboxen wollen. Es ist Zeit, uns gemeinsam stark zu machen für die Dinge, die schön und lebenswert sind in unserer Stadt Hamburg.“

Daniel H. von ROBIN WOOD weiter: „Die Politik hat in Kopenhagen versagt, es ist notwendig, eine Klimabewegung von unten zu schaffen. Jeder und jede kann etwas tun, z.B. zu einem Ökostromanbieter wechseln, da geht das Licht nicht aus, dies ist einfach und spart pro Person mehr als eine Tonne CO2.“

Für die Trasse soll eine neun Meter breite Schneise durch den Grünzug Altona geschlagen werden. Entlang der Trasse sollen rund 400 Bäume gefällt werden, für die es vor Ort keinen angemessenen Ersatz geben wird. Trotz dieses massiven Eingriffs sind weder BürgerInnen noch Naturschutzverbände an der Planung beteiligt worden. ROBIN WOOD hält dies – ebenso wie der BUND Hamburg, der dagegen Klage eingereicht hat – für rechtswidrig. Das Verwaltungsgericht Hamburg will eine erste Entscheidung voraussichtlich am 15. Januar treffen.

Die BaumbesetzerInnen freuen sich über Besuch und Unterstützung in Form von heißen Getränken, warmen Essen und Aktionsideen.

http://www.moorburgtrasse-stoppen.de/

Auch ansonsten geht in Hamburg gerade ziemlich viel. Erst vor kurzem gab es die breite Bündnisdemo “Recht auf Stadt“, die allerdings wiedereinmal unverhältnismäßig von Staatsmacht gegängelt wurde und der der Eintritt in die Innenstadt verwehrt wurde. Welch ein Paradoxon, BürgerInnen, die sich für eine lebenswerte (Innen)Stadt einsetzen, am besten gleich mal auszusperren. Das Gängeviertel wurde vom Senat zurückgekauft, in letzter Minute, bleibt abzuwarten, was nun mit den KünstlerInnen passiert. Befriedungstaktik oder echte Chance auf Stadtumbau von unten?
Desweiteren kämpfen im Schanzenviertel ( da wo die Bambule auch mal war) und St.Pauli Alteingessenen und Leute ohne viel Kohle gegen Gentrifizierungstendenzen und besetzten dabei schon mal einen IKEA. Auch Eltern mit gehinderten Kindern haben ein Haus besetzt.
Am 31.12 gibt es abends um 23:00 Uhr eine Demo zum Knast. Dorthin gehen auch etliche vom immer noch stattfindenden Jugendumweltkongress Jukss.
Die Rote Flora, das bekannte Kultur und Stadtteilzentrum soll auch mal wieder geräumt werden, aber leider kriegt die linke Szene zu dem Thema gerade nicht so viel hin, da sie damit beschäftigt sind, sich für und wider das Existenzrecht Israels eins auf die Mütze zu geben.
Das hat der VS mit den Antideutschen ja gut hingekriegt. Wo die Linke sich selbst zerfleischt, ist es für Staat und Investoren nicht mehr gefährlich. Wer diese geniale Idee nur hatte? Vielleicht erfahren wir es im nächsten Jahrzehnt. Die Spannnung STEIGT!

This entry was posted on Dienstag, Dezember 29th, 2009 at 3:18 pm and is filed under Direkte Aktion, Energieversorgung, Freiräume, Klimaschutz, Kongresse, Camps und Vernetzung, Kunst, Privatisierung, Proteste. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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