Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Klimaaktion 350.org

Join me at http://www.350.org Weltweit rufen am kommenden Samstag ca. 5000 Initiaven dazu auf, den 350-Aktionstag zu begehen. Dahinter steht der Appell der BürgerInnen an führende PolitikerInnen bei den kommenden Klimaverhandlungen, besonders den Cop 15 im Dezember in Kopenhagen, ehrliche und zukunftsweisende Klimaschutzbestimmungen zu beschließen. 350.org steht für 350 parts per million Co2 Ausstoß ( die Million setzt sich aus anderen Gas-Teilchen in der Atmosphäre zusammen), der absoluten Höchstgrenze von Co2, dass weltweit noch ausgestoßen werden darf, um eine Klimakatastrophe abzuwenden.

Bis zum Anfang der Globalisierung betrug der Co2- Ausstoß ungefähr 275 ppm, was auch wichtig ist, denn ganz ohne Co2 Ausstrahlung wäre es einfach zu kalt auf der Erde, da Co2 und andere Treibhausgase dafür sorgen, dass ein Teil der Wärme in der Atmosphäre wieder zurückgestrahlt wird. Leider sind wir beim Verbrennen im Wirtschaftswachsumswahn ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen: Mittlerweile beträgt der Co2 Ausstoß schon ca. 387 ppm, und steigt jährlich um 2 ppm an.

Was zunächst wenig erscheint, könnte aber schon bald in einer Katastrophe enden, schließlich verläuft das Erhitzen des Planeten und seine Folgen nicht linear, schon jetzt sagen Wissenschaftler eine Art Dominoeffekt, der bislang noch nicht wirklich in seiner Schwere eingeschätzt werden kann für den Treibhauseffekt voraus, wenn die Polkappen weiter abschmelzen und das Weiß des Eises nicht mehr die Sonnenstrahlen zurückabsorbiert, sondern das dunkle Meer sie dankend absorbiert und sich somit noch weiter aufheizt. Gleichzeitig werden munter weiter die letzten Regenwälder der Erde für Sojaanbau (u.a. für die Gut- und Günstigen Discounterwürstchen bei Dir um die Ecke) abgeholzt, bedrohte Arten und ihre Tätigkeit für ein stabiles Ökosystem verschwinden, Moore werden entwässert für intensive Landwirtschaft ( Moor ist der größte Co2 Speicher der Erde) und Permafrostböden tauen ab und setzten das 25 mal aggresivere Klimagas Methan ab…. die Liste ist lang und erschreckend. Durch den wachsenden Wirtschaftsdruck wird zunehmend auf der ganzen Erde Raubbau parallel betrieben und kein Ende ist in Sicht. Oder eben doch?

Im Rahmen der Kampagne 350.org wollen weltweit bislang schon knapp 5000 Initiaven aus 171 Ländern an die führenden Politiker appelieren ernsthafte, verantwortungsbewusste Politk zu betreiben, und diese besonders auf der Klimakonferenz in Kopenhagen zu vertreten. Verantwortungsbewusst hieße in diesem Sinne, den Großkonzernen dicke Absagen zu erteilen, bzw. hohe und kostenintensive Umweltauflagen, ein zweifelhafter Emissionshandel wie Kioto, bei dem Zertifikate auch mal unter der Hand für umme an “führende Wirtschaftsunternehmen” ( Stichwort Standortfaktor!) verteilt wird, wäre dann jedenfalls nicht mehr drin. Um es nochmal deutlich zu sagen: Ein Ziel von 350 ppm wird eine große Herausforderung für uns alle sein und wir müssen uns zumindest in den westlichen Ländern alle einschränken, außer eventuell noch ein paar Omis und Opis, die sowieso immer Fast-SelbstversorgerInnen waren.

Doch nur mit Quecksilber-Elektrosmog-Leuchten (sog. Energiesparlampen) und Loha-mäßig shoppen werden wir den ppm noch nicht einen Punkt herunterbringen. Solange die Großindustrie nicht in ihrem Gebaren gestoppt wird, 29 neue Kohlekraftwerke geplant werden (u.a in Lubmin am empfindlichen Ökosystem Greifswalder Bodden), Gentechnick grünes Licht gegeben wird, Atommeiler länger läufen dürfen ( nein, die sind nicht Co2-frei, oder wächst Uran einfach so am Rasen neben dem Kraftwerk?) solange Vattenfall Naturschutzgebiete abbaggern darf, mit Müll große Geschäfte gemacht werden können und es billiger ist, einen Becher Joghurt in 6 verschiedenen Ländern herzustellen und herumzukarren, bevor er im Supermarkt steht, solange sind all die Umweltbildungsangebote nur halbherzige Blendware.

Man kann die 350.org Kampagne auch naiv nennen, ein nettes Medienspektakel und Obrigkeitshörig, denn wieder einmal wird nur an die Regierenden appeliert, dass sie es für uns richten werden und müssen, ohne per se Kapitalismus und Herrschaftsstrukturen eine Absage zu erteilen. Auf der anderen Seite spricht die Kampagne aber Menschen an, die bislang vielleicht nicht politisch aktiv waren und sich der offenen Struktur wegen endlich einmal herantrauen, um ein gemeinsames relativ einfaches Ziel anzupeilen und gemeinsam mit dem Rest der Welt ein Medienecho zu erlangen ( in einigen Orten läutet 350 mal die Kirchturmglocke, auf den Kapverden (trockene Insel im Atlantik, potenziell Dürre und Überschwemmungsgefährdet) gibt es eine Ökorally, bei der an die TeilnehmerInnen eine trockene Pflanze in die Hand bekommen und dann in der Stadt nach Klimaanlagen suchen müssen, mit deren Kondenswasser sie die Pflanze wieder zum Leben erwecken sollen,  in Portugal werden 350 Bäume in einem Dorf gepflanzt, 350 Leute fahren mit dem Fahrrad durch Porto, in der Mongolei will eine Gruppe mit 350 Wartenden der Transibirischen Eisenbahn an einer Umsteigestation über 350 ppm sprechen, in Nigeria gibt es ein Seminar zum Thema “Islam und Klimawandel” usw. usf.

Die Kampagne setzt kreative Energie frei, die die Menschen in Zukunft noch öfters gebrauchen werden, denn natürlich glaubt (fast) keiner an einen plötzlichen Systemwandel in Kopenhagen. Zudem haben durch den breiten Aufruf, der einmal nicht eurozentrisch war, auch viele NGOs in Ländern Auftrieb bekommen, in denen Klimaschutz bislang kein großes Thema war. Tausende von Menschen werden sich erstmals bewusst für das Klima einsetzen. Ein Zeichen wird es allemal sein, und bestimmt nicht das letzte.

Vor Kopenhagen braut sich was zusammen. Am 26.09. wurde z.B. ein Kohlekraftwerk von Vattenfall in Kopenhagen von 1500 Aktivistinnen besetzt und vorsichtshalber abgeschalten…das nur so am Rande, es ging ja um was anderes….

und nun noch die Einladung zur Aktion in Berlin:

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24. Oktober, 10:30 bis 12:30 Uhr: In einer spektakulären Castingshow am Brandenburger Tor wird unter 350 Merkels die wahre Klimakanzlerin gesucht! Der 24. Oktober ist weltweiter Klima-Aktionstag mit über 3.000 Events – Die Klimapiraten wollen das größte in Deutschland veranstalten.

Dazu benötigen sie 350 Angela Merkel-DarstellerInnen! Und jeder kann, darf und soll dabei sein. Das wiederum geht ganz einfach: Hingehen und die Klimapiraten stellen die Merkelmasken und führen Regie. Für den Abend wird dann zur großen 350.org-Party eingeladen.

Warum gerade 350? Laut den Klimapiraten ist 350ppm (parts per million) die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft verträgliche Grenze der CO2-Konzentration in der Luft, wenn die Klimakatastrophe noch verhindert werden soll. Diese Zahl soll, so die Aktivisten, jetzt in die Köpfe der Politiker.

Gesucht: 350 Angela Merkels für Aktion am Brandenburger Tor!

Anmelden für die Aktion könnte ihr euch bei Jonas Ecke: j_ecke[at]yahoo.com.

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350.org (mit Aktionskarte zum Mitmachen)

die KlimapiratInnen ( Klimakampagne für die Zukunft und das Leben mit Segel auf Kopenhagen und Säbel auf das Kohlekraftwerk Lubmin)

Ein Video zum “antriggern” hier.

Klimaemissonen selbst ersteigern

Klimaschutz von unten

This entry was posted on Donnerstag, Oktober 22nd, 2009 at 1:50 am and is filed under Direkte Aktion, Energieversorgung, Klimaschutz, Politik, Proteste. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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