Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Archive for September, 2009

Unsere Wahl: Soziale Revolution

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September 17th, 2009 Posted 9:13 pm

Eine interessante Anti-Wahl- Initiative, die ebenfalls die Anti-Wahl-Aktionswoche ins Leben gerufen haben. Bis 19.09 habt ihr, wenn ihr denn auch fühlt, dass eure Stimme eh nichts ändert, neben dem üblichen Plakate verschönern (Achtung strafbar, daher natürlich nur in GEDANKEN), auch noch die Gelegenheit, eure Wahlberechtigung …(Glücklich sei der/die, der/ die sie hat, das ist in unserem demokratischen Land nämlich nicht jeder hier wohnhaften Person vergönnt, zum Beispiel Flüchtlingen/ in die Psychiatrie Abgeschobenen (“Entmündigte”)/Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ( ja genau, das sind die, die die Folgen der Klimakatastrophe aushalten müssen, wenn Steinmeier, Merkel, Gysi schon das Zeitliche gesegnet haben)

Nun, also ihr könnt eure Wahlberechtigung einfach in den nächsten Mülleimer werfen, oder noch besser:

Schickt sie an das:

Wahlboykott-Postfach – Wieso, weshalb, warum?

Das Anti-Wahl-Postfach
Am 19. September: Stimme erheben statt Stimme abgeben!

[Liste der Postfächer]

Wahlboykott ist nicht „unpolitisch“

Das Problem beim Nicht- oder Ungültigwählen ist, dass nicht klar
ersichtlich wird, welche Menschen aus politischen Gründen mit dieser Form
des Protestes die Wahl boykottiert haben. Die abgegebenen ungültigen
Stimmen (anreißen, mehrfach ankreuzen usw.) werden bei einer Wahl nur
bedingt angezeigt und werden auf der Wahlstatistik meist unter der Rubrik
„Sonstiges“ mit einer Vielzahl von Kleinstparteien geführt.

Außerdem werden Menschen, die die Wahl boykottieren, egal in welcher Form,
als „politikfaul“ gewertet. Der Grund dafür ist, dass Politik in erster
Linie im parlamentarischen Rahmen gedacht wird. Politische Arbeit
außerhalb des Parlaments erfährt so gut wie kein Gehör und jede Form von
Protest, die sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält, wird
ebenfalls als „unpolitisch“ abgetan.

Was ist das Anti-Wahl-Postfach?

Um dieser Misere praktisch zu begegnen sollen im Rahmen der Kampagne auf
lokaler Ebene Anti-Wahl-Postfächer eingerichtet werde. Hiermit wird die
Möglichkeit geboten sein, ein symbolisches „Nein zum System!“ zu äußern.
Menschen, die sich mit dem Parlamentarismus nicht abfinden wollen, können
hier ihre Wahlbescheinigungen einsenden. Die Wahlbescheinigungen werden
zeitnah zur Bundestagswahl ausgezählt und ihre Anzahl durch unsere
Pressearbeit und verschiedene Aktionen publik gemacht.

Hiermit werden die Menschen sichtbar gemacht, die sich eben nicht am
Wahlspektakel beteiligen wollen und sich mit den Inhalten der (unserer?)
Kampagne identifizieren können. Mit dem Konzept des „Anti-Wahl-Postfachs“
heben wir die tatsächliche Vielzahl der Menschen hervor, die nicht aus
Unwissenheit oder „Faulheit“ ungültig oder gar nicht gewählt haben. Dies
verdeutlicht umso mehr die Existenz vom politisch denkenden Menschen
außerhalb des parlamentarischen Rahmens. Der Wahl als Prozedere, in dem
jede_r vereinzelt in der Wahlkabine seinen Stimmzettel abgibt, so z.B.
auch beim Ungültigwählen, setzen wir eine kollektive Aktionsform entgegen.
Anstatt per Stimmzettel den Staat zu legitimieren, nutzen wir die
Wahlbescheinigungen, um daraus Protestkapital gegen den Staat zu schlagen.

Wie wird’s gemacht?

-Die Wahlbescheide werden rund eine Woche vor der Bundestagswahl am 27.
September 2009 jedem_jeder Wahlberechtigten per Post zugesandt.

-Bei der Wahlbescheinigung werden (nach Belieben) Namen und Adresse
geschwärzt, falls mensch seine persönlichen Daten nicht „öffentlich“
preisgeben will.

-Der eigene Wahlbescheid wird an eines der Postfächer der Kampagne in der
eigenen Region geschickt.

-Bis zum 19. September (Sa.) 2009 müssen die Wahlbescheide bei den lokalen
Anti-Wahl-Postfächern eingesandt werden. Die Auszählung wird an diesem
Wochenende dann regional von den Aktiven der Kampagne und allen
Helfer_innen durchgeführt.

-Am 26. September, dem Samstag nach der Auszählung der
Wahlboykott-Postfächer, werden die Ergebnisse bekannt gegeben.
Ansonsten gibt es bei der bundesweiten Wahlboykott-Demo am 26. September
in Berlin noch für alle Nachzügler die Möglichkeit, ihre Wahlbescheide
einzureichen.

Ansonsten gibt es bei der bundesweiten Wahlboykott-Demo am 26. September
in Berlin noch für alle Nachzügler die Möglichkeit, ihre Wahlbescheide
einzureichen.

PS: Am 22.09 werde ich beim Schloßgespräch Ahaus auch an einer Podiumsdiskussion “Mehr als nur wählen-Möglichkeiten politischer Partizipation” teilnehmen. Das passt ja wie die Faust aufs Auge, wie die Made in den Speck und wie blöde Methaphern abend nach 10.

SelbstversorgerInnenwoche

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September 14th, 2009 Posted 1:44 pm

selbstversorger

Selbstversorgungszeit

Kennenlernen, Ausprobieren, Weitermachen…

4.-9. Oktober 2009 im Torhaus Trebitz

Du hast Lust, auszuprobieren, etwas unabhänger von gängigen Konsumangeboten zu werden? Mehr zu wissen, wo und wie mensch Dinge umsonst bekommen kann ? Nicht nur aus einer Produktpalette auszuwählen? Oder Du versuchst das vielleicht schon oft und willst Dich mit anderen austauschen?

In der “Selbstversorgungszeit” wollen wir gemeinsam verschiedene Lebensbereiche unter die Lupe nehmen und Wege kennenlernen, Dabei soll zum Beispiel Apfelsaft und Marmeladen entstehen, getrocknete Früchte, vielleicht eine Tasche aus Filz oder auch ein Beutel aus Leder, wir werden traditionelle Bautechniken mit regionalen Baustoffen wie Lehm und Holz kennenlernen und auch wie mensch ein Kompostklo bauen kann. Mittendrin und daneben wird es immer wieder um weitere Ideen gehen, anders zu wirtschaften: Umsonstökonomie, Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft, Permakultur u.v.m., auch Infos und Austausch über Selbstversorgungs- und andere spannende Projekte in Brandenburg/Europa wird es geben. Das Torhaus Trebitz, wo dieser Workshop stattfindet, ist ein kleines Hofprojekt eine halbe Stunde südlich von Potsdam mit viel Idealismus,vielen Baustellen und gesammelten Erfahrungen. Wir werden am letzten Tag noch ein weiteres Projekt, mit mehr Menschen und einem “offenen Raum”Konzept, kennenlernen und dort auch Möglichkeiten selbstbestimmterer Abwasserreinigung und Energieerzeugung sehen.

Geschlafen werden kann im Gästezimmer oder Heu, bitte Schlafsack und Isomatte mitbringen. Und einen leckeren Aufstrich/Marmelade o.ä. und gern auch zum Thema passende Literatur.

weitere Infos & Anmeldung: Nicole Gernhard, gernhard@uni-potsdam.de, Tel. 033844-51034

Geborgenheit statt Angst- die Revolution fängt früh an

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September 12th, 2009 Posted 1:55 pm

GeborgenheitHeute, Samstag, ist ja die “Freiheit statt Angst” Demo in Berlin, die um 15 Uhr am Potsdamer Platz losgeht.

Mich hat dazu ein recht schöner Flyer ereilt, der sich auf die Wichtigkeit von Attachment Parenting bezieht, also Tragen, Stillen, Familienbett, Sanfte Geburt, Gleichberechtigter Umgang mit Kindern usw.

Es ist klar, dass Stillen und Tragen kein Allheilmittel ist, denn dann wäre die Menschheitsgeschichte erst seit der Einführung von Kinderwägen ( und dazugehörigen Strassen/Gehwegen) und Pulvermilch grausam geworden.

Genauso wie meiner Meinung nach, Attachment Parenting auch funktioniert, wenn mit Flasche gefüttert wird, weil es einfach medizinische Gründe fürs Nicht-Stillen gibt, oder aufgrund von Rückenproblemen ein Kind nicht von den Eltern getragen werden kann.

Was aber bestimmend ist, ist das Bewusstsein für die Ur-Bedürfnisse von kleinen Menschen, geborgen sein zu wollen, ernstgenommen zu werden. Auch mit Flasche kann man gut kuscheln, und muss es dem Baby nicht in den Wagen reichen, wo es dann mit ein paar Wochen völlig verloren herumliegt und keinen Bezug zwischen Nahrung und menschlicher Wärme spüren kann,  geh-eingeschränkte Menschen oder solche mit Rückenproblemen finden auch andere Wege, ihr Kind nahe bei sich zu tragen oder andere Menschen, die einen engeren Kontakt zum Baby aufbauen wollen und es am Körper tragen.

Für mich ist die bedürfnisorientierte Babypflege ein ganz grosser Baustein für eine freie, emanzipatorische Gesellschaft. Wer in jungen Jahren sein Urvertrauen verliert, der wird auch später ganz anders anfällig sein, für die Angst, die bewusst geschürt wird um unsere Welt in einen grossen Überwachungsstaat auszubauen. Wessen Bedürfnisse immer negiert wurden, wer immer klein gemacht wurde ” So schlimm ist es doch gar nicht. Indianer kennen keinen Schmerz. Jetzt haste aber lange genug geheult”, wer nach dubiosen Schlafprogrammen ( kontrolliert schreien lassen nach Kast-Zahn, “Jedes Kind kann schlafen lernen”) unsägliche Verlustängste durchstehen musste, “weil das alle in der Krabbelgruppe so machen”,  beim Essen immer den Mund aufmachen muss, auch wenn er keinen Hunger hat ( jetzt wird aber schön gegeseen, ein Löffel für Mama, Mach mal “Ahhh”) der wird auch später im Leben Schwierigkeiten haben, empathisch zu handeln, sich in die Bedürfniswelt anderer hineinzudenken, seinen eigenen Vorteil hinten anzustellen, solidarisch zu handeln.

Für mich ist es kein Zufall, dass unsere Kultur, die mit der höchsten Kaiserschnittrate ( ein Drittel aller Geburten), die mit der größten physischen Distanz zwischen Kind und Bezugsperson ( eigenes Zimmer von Geburt an, Trennung noch im Krankenhaus, Kinderwagen), die mit dem frühesten Abstillalter weltweit, die mit Bestsellern wie eben “Jedes Kind kann schlafen lernen” und “Warum unsere Kinder Tyrannen werden”, die, in der Kinder immer früher in eigens für sie bereitgestellte Institutionen geschickt werden und in ihrer kindzentrierten Welt nur wenig vom Erwachsenenleben mitbekommen können, in der der öffentliche Raum streng funktional aufgeteilt ist und Kinder nur in den sie vorhergesehen Orten gern gesehen werden, am besten, wo ihre Eltern ordentlich blechen können), dass gerade in dieser Kultur auch so wenig Verständnis für die Gefühle von Mitmenschen, Tieren, Pflanzen, ja unserer ganzen Lebenswelt herrscht. Jedes in unseren Augen noch so primitve Urwaldvolk ist darauf bedacht, seinen eigenen Lebensraum zu schützen und zwar besonders für nachkommende Generationen. Wir lächeln über solche Menschen, die mit Bäumen sprechen und nachdem sie ein Tier getötet haben ( und es auch essen und alle Teile nutzen, und nicht einfach auf den nächsten Müll kippen, wegen Überproduktion) ein Opfer bringen. Und es besteht ein direkter Zusammenhang mit zunehmender Verwestlichung in Geburts- und Pflegepraktiken, dem Auseinanderfallen von Familienstrukturen und dem ebenfalls hemmungslosen Raubbau an der Natur in der sogenannten dritten Welt.

Wir opfern  jeden Tag unsere Zukunft, mit jeder neuen Flächenversiegelung, jedem neuen Kohlekraftwerk, jedem neuen Schweineschnitzel aus dem Discounter. Wir kriegen den Rachen nicht voll, vielleicht auch, weil wir als kleine Kinder nicht genug bekommen haben. Genug Nähe, genug Respekt bei der Geburt, genug Seelennahrung.

Auch möchte ich daraufhinweisen, dass der bedürfnisorientierte Ansatz für mich immer einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz darstellt, da es nicht möglich ist, nur für sein/e Kind/Kinder die perfekte Kuschelwelt zu erschaffen. Wenn viele Menschen die Wichtigkeit diesr Praxis erkennen und wenn diese vielen Menschen aktiv an einer Welt arbeiten, die KINDERFREUNDLICH und nicht lebensfeindlich ist, dann bekommt diese Frage auch immer mehr politisches Gewicht. Wir müssen unsere gesamte Lebenswelt umgestalten, den öffentlichen Raum neu definieren, Arbeit, Freizeit und Institutionen lösen sich auf, gehen ineinander über. Die Kleinfamilie wird so wie jetzt nicht mehr weiter existieren können. Community Accountabilty wird das Schlagwort dieser Lebensweise sein. Wir müssen lange Jahre der Persönlichkeitsentwicklung und dem Erlernen einer wirklich gewaltfreien Kommunikation und gleichberechtigtem Miteinander widmen.

Die Veranwortung auf die Eltern abzuschieben, wie das bislang im Guten ( Attachment Parenting, Stillgruppen…) oder im Schlechten ( Sie sind verantwortlich für die Erziehung IHRES Kindes) gemacht wurde, kann längerfristig nicht funktionieren und wird das Übel nicht an der Wurzel packen. Deshalb begrüße ich Initiaven, die Attachment Parenting in größere Zusammenhänge, wie Anti-Überwachungsstaat Demos stellen.

Buchtipp: Ekkehard von Braunmühl “Zeit für Kinder”

Julia Dibbern: “Geborgene Babys”

Jean Liedloff: “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”

Carlos Gonzales “In Liebe wachsen”

www.unerzogen.de

Posted in Kinder, Proteste

bildungssalat-Kongress bei Bremen

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September 8th, 2009 Posted 10:18 pm

In aller Kürze mal schnell was reinkopiert…
bald gibts dann auch wieder was feinrecherchiertes…

**Bildungssalat – Kongress rund um Wissen und Lernen ohne Zwang**

*7.-11.Oktober 2009 in Bassum bei Bremen* – *www.bildungssalat.de*

Für wen lernst du eigentlich? Müssen Menschen zum Lernen gezwungen
werden? Brauchen wir nur Reparaturen oder ein ganz anderes
Bildungssystem? (Wie) Kann Lernen in Freiheit funktionieren?
Reicht es, wenn Bildung wieder so wie vor den Kürzungen wird oder willst
du dich damit nicht zufrieden geben? Sind Bildungsstreiks der richtige
Weg zum Ziel? Welches Ziel überhaupt?

Das Herbstspektakel ist ein alljährlich stattfindender Jugendkongress,
der dieses Jahr Bildung zum Schwerpunktthema hat. Du kannst in
entspannter Atmosphäre viele Workshops zu spannenden Themen besuchen
oder selbst anbieten (nicht alles muss mit “Bildung” zu tun haben),
Gleichgesinnte treffen, musizieren, Theater machen, locker beisammen
sein und vieles mehr.

Hier eine kleine Auswahl der Inhalte:

* Schul- und Notenkritik
* Konflikte lösen mit Gewaltfreier Kommunikation
* Anti-Pädagogik
* Antirassistische und geschlechtsbewusste Bildungsarbeit
* Unschooling
* ein Theaterstück gestalten und spielen
* Vernetzung der Bildungsproteste
* Kritischer Medienkonsum
* Bildungsnetzwerke und Travelling School of Life
* Lernen von den Yes Men – Kommunikationsguerilla
* Ökonomische Alphabetisierung – wie funktioniert unser
Wirtschaftssystem?
* Earth Education
* Verschiedene Spiele zur Simulation von Konsum und Welthandel
* Von der Natur lernen – u.a. Besichtigung eines Permakulturprojektes
* kreative Aktionsformen und Aktion in Bremen zu Bildungspolitik
* Informelles Lernen
* Erziehung zum Weißsein – Rassismus in der Erziehung
* Kulturelles Programm mit Filmen und Kleinkunst
* Tanzen, Musik machen, Jonglieren…

…auf dem Herbstspektakel treffen!

Ihr seid eine Gruppe, die sich mit dem Thema Bildung auseinandersetzt
oder vielleicht ein größeres Treffen plant, um Dinge zu diskutieren oder
zu entwickeln? Dann macht das doch in Bassum! Ihr könnt am
Rahmenprogramm teilnehmen, müsst euch nicht um Verpflegung kümmern und
könnt einen eigenen Raum haben, wenn ihr wollt. Außerdem trefft ihr
viele spannende junge Menschen, die sich auch mit eurem Thema
beschäftigen – eine tolle Vernetzungsgelegenheit!

Du hast Interesse am Bildungssalat?

Dann schau doch für nähere Infos auf www.bildungssalat.de vorbei oder
schick uns eine Email! Wir melden uns dann bei dir.