Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Archive for Juli, 2009

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Juli 23rd, 2009 Posted 11:06 pm

logo_kleinHeute schon mein zweites Posting, aber ich muss noch mal schnell gratulieren und zwar der deutschen Justiz im Allgemeinen und dem Kitzinger Amtsgericht im Besonderen.

Erasmus Müller und Cecile Lecomte, die beiden Schlingel, die sich letztes Jahr im dürren Genmaisfeld bei der Feldbefreiung am 29.06 herumgetrieben haben und dabei nicht gerade liebevoll mit Monsantos Eigentum umgegangen sind, haben ihre gerechte Strafe erhalten. 1350 Euro soll Wiederholungs- und Überzeugungstäter Müller zahlen, für Lecomte, kommt es ein wenig günstiger, 675 Euro. Davon hätten die beiden sich schon so einige Tortillas leisten können.

Die beiden versuchten sich in zwei zähen Verhandlungstaten mit einem “rechtfertigenden Notstand” herauszureden. Oder gar, dass sie nur trägen Regierung zuvorgekommen seien. Die hätten schließlich dieses Jahr den Genmais auch verboten. Billig, billig. Zum Glück hat Richter Betz die beiden selbsternannten Ökosherriffs nochmal angestraft, bevor sie noch andere mit ihren Flausen anstecken.

Erstaunlicherweise gibt es auch im Großraum Kitzingen (Nordbayern) ziemlich viele Menschen, die mit Sonnenblumen und “Feldbefreiungs” T-Shirts bewaffnet um das Amtsgericht herumlungerten und sich aus Solidarität mit in den Zuschauerraum setzten und ab und an Kommentare abließen. Vorher sollen sie am Martkplatz Popcorn verkauft haben,  und den ahnungslosen Käufern gleichzeitig Knebelverträge angedreht haben. In Kitzingen gibt es nun verschiedene Menschen, die auf Lebzeit ihr Popcorn nur noch bei den Angeklagten Müller und Lecomte beziehen dürfen und gleichzeitig noch ein bestimmtes Handspülmittel verwenden. Diesem seltsamen Völkchen konnte man aber gut habhaft werden, indem man die Hälfte von ihnen ausschloß, Grund “Platzmangel”, sie des Foyers verwies und auf dem Boden spielende Kleinkinder fast übertrampelte, um Fotokameras zu entwenden.

Am lautesten lachten die “Ökos”die es dennoch in den Zuschauerraum geschafft hatten, als klar wurde, dass der tapfere Geschädigte Bauer Müller, der den Genmais zusammen mit anderen Versuchsmais auf 70h anbaute und damit seine 500 Rinder füttert, sich einen von Monsanto empfohlenen Rechtsanwalt aus Düsseldorf zurate gezogen hat. Warum denn auch nicht?

Wer der nächsten traurigen Bezirksposse teilwohnen will, der ist für den 27. Juli, den 24. August und den 31. August nach Kitzingen bei Würzburg eingeladen. Nähere Infos sowie Aktionen rund um die Verhandlungen wie immer auf der Seite von Gendreck Weg.

Brandenburgs Seen kurz vor der Privatisierung- Petition (nicht) unterschreiben!

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Juli 23rd, 2009 Posted 11:41 am

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Kürzlich erreichte mich folgende E-Mail, die sich leider nicht als Spam sondern traurige Realität entpuppte

“Liebe Leute,
>
> die Privatisierung der Brandenburger Seen steht an, klammheimlich still
> und leise, und wenn wir, als Allgemeinheit, jetzt nicht reagieren,
> verpassen wir die Möglichkeit, überhaupt etwas dagegen tun zu können.
> Eine Möglichkeit, die wir immerhin haben und unbedingt nutzen sollten!!
> Es gibt eine Petition im Bundestag – bis 24.7. kann man “digital”
> unterschreiben.
>
> Um die Petition zu unterschreiben, muss man im Internet
> auf Bundestag.de gehen und sich dann leider erst anmelden, anders gehts
> nicht. Unter den Petitionen sucht man Privatisierung von Gewässern.
>
> 50 000 Unterschriften für den Erhalt der Brandenburger Seen für uns
> alle, ist ein erreichbares Ziel! Genaueres findet ihr unter dem
> nachstehenden Link.

>> Thema: Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH – Verzicht der weiteren
> Privatisierung von Gewässern
> Hauptpetent: Preuß, Carsten
> Ende Mitzeichnungsfrist: 24.07.2009

Hier der Link zum unterschreiben (trotz Registrierungsprocedere nur ca 5 Minuten). Und im Folgenden noch ein Interview mit dem Initiator der Petition, Carsten Preuss.

Warum keine Seen privatisieren?

Sie reichten beim Bundestag eine Online-Petition gegen die weitere Privatisierung von Gewässern in Ostdeutschland ein. Warum?

C.P. Den Anlass bot ein Fall in der Nähe meiner Heimatstadt Zossen in Brandenburg. Hier droht der Verkauf des 270 Hektar großen Mellensees durch die bundeseigene Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) (Anmerkung. S.H.: Vielsagend – dieser Name. Ich schlage eine Umbenennung in Bodennutzungsgesellschaft vor), deren Aufgabe die Privatisierung ehemals volkseigener Flächen ist. Zwar hatte das Bundesamt für offene Vermögensfragen diesen See dem Land Brandenburg zugeschlagen. Doch die BVVG klagte dagegen. So bleibt die Eigentumsfrage offen. Die Gemeinde Am Mellensee möchte zum Beispiel einen großen Steg bauen, scheut nun jedoch die Investition, weil die Zukunft unklar ist. Der BVVG ist ihr Vorgehen nicht anzulasten. Sie handelt lediglich auftragsgemäß. Der Fehler wurde beim Einigungsvertrag gemacht und hier muss die Politik einen Riegel vorschieben. In den vergangenen zehn Jahren wurden 10 000 Hektar Gewässer für insgesamt 15 Millionen Euro verkauft. Geplant ist, in den nächsten Jahren weitere 15 000 Hektar zu privatisieren. (weiterlesen…)

Boehringer-Ingelheim Tierversuchslabor besetzt

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Juli 20th, 2009 Posted 11:13 pm

image011“Boehringer Ingelheim erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel für Menschen in aller Welt.
Mit 41.300 Mitarbeitern, die in 138 Gesellschaften auf allen Kontinenten beschäftigt sind, gehört Boehringer Ingelheim heute international zu den forschungsintensivsten Unternehmen.” so stellt sich das Unternehmen auf seiner eigenen Homepage dar.

Boehringer-Ingelheim ist wie alle Pharmaunternehmen, ein besonders sympathisches Unternehmen. Mit großer Aufopferungsbereitschaft stellt es Arbeitsplätze, Wissen und neue Arzneimittel für die gesamte Gesellschaft bereit, und das bereits aus Traditionsverpflichtung.

Aber nicht nur der Mensch, auch das Tier steht im Mittelpunkt der Bemühungen des netten Konzerns:

“Boehringer Ingelheim hat sich auch der Forschung und Entwicklung von Produkten rund um die Tiergesundheit verschrieben. Dabei werden nicht nur innovative Wirkstoffe und Formulierungen produziert, sondern es wird ebenso kontinuierlich daran gearbeitet, neue Technologien zur Optimierung der Arzneimittelsicherheit und zur Vereinfachung der Anwendung zu realisieren.”

Das ganze könnte weniger euphemistisch auch ganz anders beschrieben werden. Wie alle Pharmaunternehmen ist Boehringer-Ingelheim einzig und alleine an  Profitmaximierung interessiert. Dafür braucht es Kunden, je mehr desto besser, je kränker desto besser und je wehrloser, desto besser. Ethik scheint keine große Rolle zu spielen.

So stellte nach einem Spiegelbericht Boehringer-Ingelheim im  Vietnamkrieg in einem Abkommen mit Dow Chemicals Agent Orange  her und verhindert heutzutage mit Patentsrechtsstreiten den billigen Nachbau von lebensrettenden Medikamenten auf der südlichen Hemisphäre.

Auch die Tiere scheinen Boehringer-Ingelheim nicht ganz so ans Herz gewachsen, wie es zunächst scheinen könnte. Derzeit wollen sie in Hannover, unweit eines Wohngebietes ein Tierversuchslabor eröffnen, in der an die 1000 Schweine gehalten werden sollen. In dieser “Forschungsanlage” sollen neue Impfstoffe ausprobiert werden, um Massentierhaltungen noch effizienter ( und brutaler und risikoreicher!) zu machen. Pikantes Detail: An die 40 Kleingärtner ( das Herz der deutschen Arbeiter) wurden von der Stadt Hannover enteignet, von ihren schon jahrzehntelang gepachteten Grundstücken vertrieben, die Kirche verkaufte dann nochmal 7000qm, gegen den Protest der GemeindemitgliederInnen und nun liegt also ein Filetstück in der Nähe der Tieruni Hannover, das nur noch auf die Bebauung und sinnloses Massenschlachten wartet.

dscf7967Zum Glück haben sich einige junge Menschen das nicht mehr bieten lassen, und sind zur Tat geschritten und haben das Gelände vor 2 Wochen schon besetzt. Boehringer-Ingelheim ist noch nicht vollständige Eigentümerin und verzichtet derweil, genauso wie die Stadt Hannover vor den Wahlen, auf eine Räumung. (weiterlesen…)

“Wer lebt mit wem?”Herrschaftskritisches Sommercamp zum Thema “Kind”

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Juli 12th, 2009 Posted 5:18 pm

Wer lebt mit wem

Hiermir lade ich zu einer sehr wichtigen Grossereignis, das sich vom 27.07 bis zum 02.08. auf der Burg Lutter, einer 30 Jahre alten Kommune nähe Hildesheim und Goslar, abspielen wird.

Das Herrschaftskritische Camp “Wer lebt mit wem und warum und wie?” Alleine schon der Titel verrät, wie schwierig es sein kann, wenn mensch andere Arten des Seins und Zusammenlebens sucht, als der immer noch vorherrschenden Heile Welt Familien Pseudoidylle der 50 Jahre. Klein und rein, so soll sie sein, das Familiendasein.

Und abschotten soll man sich, “Cocooning” genannt, gerade jetzt in der Wirtschaftskrise wäre es ja fatal für die Herrschenden, wenn die Menschen untereinander wieder anfangen würden sich zu vertrauen und kleine Dienste und Dinge ohne Geld miteinander austauschen würden.

Obwohl das Ideal also noch von vielen noch hochgehalten wird ( Hochzeiten, Elternzeitschriften, Kirche, Werbung, ZensURSULA von der Leyen) ist es eigentlich auch schon wieder dabei zu verschwinden, ganz unspektakulär, aber oft auch sehr schmerzhaft für alle Beteiligten, die doch “irgendwie” noch dran geglaubt haben. Jede 2. Ehe in Großśtädten wird geschieden, auf dem Land ist es jede 3., wohlfühlorientierte und liebebedürftige Kinder werden zu rebellierenden “Tyrannen” ernannt, für jedes Zipperlein hat der Psychologe die passende “Krankheit” und Arznei im Schrank,  in der Pubertät kommt es aufgrund von Mangelerfahrungen in der frühen Kindheit zu Alkoholexzessen und Amokläufen und Shoppingwahn. ( der ja angeblich völlig normal ist und in Teeniezeitschriften total gehypt wird)

Schulverweigerung ist an der Tagesordnung, auf der anderen Seite schlucken schon viele Kinder einen Pillencocktail um den hohen Anforderungen der suizidalen Hochleistungsgesellschaft noch gerecht werden zu können.

Liebe, was ist das eigentlich? fragen sich fast alle und obwohl es medial und auch im persönlichen Bekanntenkreis immer mehr, oft sogar ausschließlich thematisiert wird, scheinen wir es immer weniger zu wissen. Promiskuität war vielleicht mal in den 60zigern revolutionär, heute unterliegt sie in den meisten Fällen derselben kranken Konsumlogik, wie unsere sich häufenden Einkäufe, die uns doch nie glücklich machen.

Gibt es vielleicht andere Arten des Zusammenlebens der Menschen, solche, die alle Beteiligten zufriedener machen? Ein Blick in die Anthropologie verrät, dass der Mensch bis zur industriellen Revolution immer in Großverbänden und Patchworkfamilien gelebt hat und in sogenannten primitiven Eingeborenenstämmen es auch heute noch tut.

Was ist eigentlich Anti-Pädagogik? Das, wo die Kinder den Erwachsenen auf der Nase herumtanzen? Kinder brauchen doch Grenzen, nicht wahr? Woher kommen eigentlich unsere Ideen, was Erziehung anbelangt? Warum hält unsere Gesellschaft schon kleinste Babys auf körperlichen Abstand um sie “nicht zu verwöhnen”, warum verkaufen sich Bücher wie “Jedes Kind kann schlafen lernen” so gut, in denen Eltern geraten wird, ihr Kind bis zum Erbrechen schreien zu lassen, damit es lernt, “brav” zu sein und seine Eltern beim Schlafen nicht zu stören, obwohl das seine natürliche Absicherung über Jahrtausende wahr, nachts Nervennahrung zu bekommen und sich vor dem plötzlichen Kindstod zu schützen. Was machen solche Bücher und Erziehungstipps, die Großteils auf Hitler Erziehungsratgeberin Johanna Haarer basieren, die in ihrem bis 1987(!) verkauften ( vom völkischen Wortschatz bereinigten) Buch “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind”, Thesen des körperlichen Abstands und “Verwöhnens” näher erläutert, mit unserer Gesellschaft?

Liegt darin vielleicht der Schlüssel zu ADHS, Allergien, Hautreizungen, Aggression, Selbstmordgedanken, Lustlosigkeit, mangelnder Empathie und Offenheit zu rassistischen, anti-semitischen und anderen unterdrückerischem Gedankengut?

Wie könnte eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern aussehen? Wie hierarchisch sind wir jeden Tag um Umgang mit ihnen und anderen Mitmenschen? Uns was bewirkt das? Was erhoffen wir uns von Er-ziehung? Geht das nicht oft nach hinten los? Haben wir ein Bild davon, was es bedeutet ein freier Mensch zu sein? Oder nur Vorurteile und Angst?

Und: wie kann der gleichberechtigte Alltag aussehen? Wie müssen sich Gesellschaft und auch die linke Szene ändern, dass Kinder sich darin entfalten und wohlfühlen können? Wie müssen sich Institutionen ändern ( Schule, Kindergarten, Krankenhaus…) Warum sind kindzentrierte Orte gar nicht so gut für die Entwicklung von Kindern?

Warum haben wir generell ein negatives Menschenbild und sehen in Kindern nur das Laute, Fordernde, Schlechte? Woher nehmen wir uns, uns, die wir mindestens nach 10 Dingen süchtig sind, die wir aggressiv und unzufrieden sind, das Recht, Kindern unsere “Werte” zu vermitteln? Warum ist das in der Linken oft nicht besser?

Warum fühlen sich soviele AktivistInnen mit Kindern plötzlich genötigt die Szene zu verlassen oder sich zurück zu ziehen?

Die Frageliste liesse sich unendlich fortsetzen. Viele dieser Frage und natürlich noch ganz andere ( die Genderdebatte z.b.) hat ein paar Leute letztes Jahr bewogen, ein Camp zu vorzubereiten, auf dem Menschen aller Coleur und Alter und ausdrücklich auch Menschen ohne Kinder, sich über den großen Komplex theoretisch und praktisch austauschen können. Gerne kannst du einen Workshop dort anbieten, der ins Thema passt. Vielleicht sehen wir uns ja da???

WER LEBT MIT WEM-das CAMP

Erziehen ist gemein- ein Standpunkt der Traumschule (Altmark)

Gegen Familienstrukturen

Die Kinderrechtszänker

Beziehung statt Erziehung

gleichberechtigetes, nicht-kindzentriertes “Kindergarten”konzept