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Beispiele für eine gerechtere Welt

Nanotechnologie

Nach Atomkraft und Gentechnik, hat sich ein neues spannendes Feld für (Umwelt)aktivisten und Menschen mit Sorge um die Zukunft aufgetan: Nanotechnologie.

Ich selbst habe ich mich bislang damit auch nur sehr marginal beschäftigt, aber ein user meines Blogs, Sven, hat freundlicherweise einen interessanten Artikel über dieses Thema verfasst, den ich euch nicht vorenthalten will.

Die großen Risiken einer kleinen Technologie – NANOTECHNOLOGIE

„Je kleiner die Dimensionen werden, desto größer wird der Maßstab, in dem man denken muß.”

Die Nanotechnologie (NT) wird eine neue industrielle Revolution ungeahnten Ausmaßes zur Folge haben,dabei sind ihre Risiken noch weitgehend unerforscht und in Größenordnungen anzusiedeln, die dem Forschungsobjekt diametral entgegengesetzt sind.

Nanopartikel sind eine Ansammlung von miteinander verbundenen Atomen mit einem Radius von insgesamt weniger als 100 nm.Dieses Aggregat besteht typischerweise aus 10-10 5 Atomen.Ein Nanometer (nm) ist ein Millionstel Millimeter oder der milliardenste Teil eines Meters und entspricht etwa dem 50.000stel des Durchmessers eines menschlichen Haares.

Aufgrund der geringen Größe von Nanopartikeln können sie z.B. über die Lunge(nbläschen) in den Blutkreislauf und von dort überall in den Körper gelangen.Nanopartikel werden bereits Produkten beigefügt, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern, so finden sich Nanopartikel in Farben und Lacken, um die Kratzfestigkeit zu erhöhen, oder in Sonnenschutzcremes,was bereits zu ersten gesundheitlichen Problemen und zur Rücknahme eines Produktes geführt hat.

Die NT kann man in 3 Klassen einteilen: 1. isoliert, 2. bioaktiv und 3. disruptiv:

1. Isolierte NT

Hierbei sind die Nanokomponenten fest eingebettet und zumindest in unbeschadetem Zustand von der Umwelt isoliert. Da stellt sich aber doch sogleich die Frage: Was ist mit Recycling? Zum einen ist ein großer Energieeinsatz notwendig, um die Werkstoffe zu zerkleinern und die Nanopartikel wieder zu entfernen, zum anderen besteht das generelle Risiko des Freisetzens der gesundheitlich schädlichen Nanopartikel.

2. bioaktiv – unbeabsichtigt & intendiert

Toxizität – am Beispiel der Fullerene & Nanotubes

Generell stellen Nanopartikel aufgrund ihrer geringen Größe und vergrößerten Reaktivität -bedingt durch ihr erhöhtes Oberflächen/Volumen Verhältnisses – ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Mensch, Tier und Pflanzenwelt dar.

Fullerene – benannt nach dem Architekten Richard Buckminster Fuller – stellen die dritte Modifikation des Kohlensoffs neben Graphit und Diamant dar und bestehen aus z.B. 60 Kohlenstoffatomen, die sphärisch angeordnet sind. Das bekannteste Fulleren, das C60 Molekül ist wie ein Fußball gebaut und bildet eine Kugel mit einem Durchmesser von ~0,7 Nanometern. Potentielle Anwendungsgebiete sind dabei u.a. in Solarzellen und in der Nanomedizin zu sehen.

Die Eigenschaft, sehr einfach in Zellen einzudringen und so Medikamente gezielt an den gewünschten Ort (z.B. Krebszellen) zu transportieren, ist zwar durchaus positiv zu werten. In-Vivo-Labortests mit Fullerenen ergaben allerdings, daß Fullerene in wasserlöslichen Clustern, die in ein Aquarium gegeben wurden, 48 Stunden später in den Gehirnen, der sich im Aquarium befindlichen Forellenbarschen  wiedergefunden haben.

Mit der Befindlichkeit der Fische war es aufgrund der biologischen Toxizität (hirnzellenschädigende Wirkung) der Fullerene allerdings nicht mehr so gut bestellt. Die Folgen einer unkontrollierten Einleitung in Gewässer überlasse ich der Phantasie des Lesers.

In der Nanomedizin bastelt man zudem an Medikamententransportern aus DNA-Strängen, aber das nur am Rande…

Die andere Variante sind die sogenannten Kohlenstoff-Nanotubes, welche aus atomaren Kohlenstoffsechsecken aufgebaut sind und bis zu mehrere mikrometer lange Röhrenstrukturen ergeben. Nanotubes sind extrem reißfest, der beste bekannte Wärmeleiter und können elektrisch leitend oder halbleitend sein.

Somit eignen sich Nanotubes für elektronische Bauteile, molekulare Transportbänder, als verstärkende Komponente für Kunststoffe, leichte, äußerst reißfeste Kohlenstoffgarne oder transparente Folie, die Wärme abgeben oder leuchten.

Körperzellen und Bakterien reagieren allerdings sehr empfindlich auf diese Kohlenstoffmoleküle.
Ein Test mit Hautzellen, denen ein paar Fullerene zugegeben wurde, verlief für die Hautzellen alles andere als angenehm.

Obwohl die Konzentration der Fullere bei 20 „Buckyballs” pro Milliarde Lösungsmolekülen extrem gering war, starben dennoch die Hälfte der Zellen ab (dies entspricht einem 50.000stel der tödlichen Konzentration dreiatomiger Russpartikel (C3).)

Diese netten kleinen Nanofußbälle haben auch eine enorme antibakterielle Wirkung. Ab einer gewissen Konzentration behindert diese die Atmung von bestimmten Bakterien im Erdreich, was einen Umweltingenieur namens Joseph Hughes zu folgender Äußerung verleitete:

„Das könnte man für ungemein gute Anwendungen nutzen, es könnte aber auch Auswirkungen auf die Gesundheit von Ökosystemen habe.” Ich kann das Ökosystem schon niesen hören…

Da es jetzt ja bald sommer wird… Sonnencremes werden bereits Titandioxid in ihrer Nanovariante beigemengt, da dadurch besonders effizient das UV Licht geblockt werden kann. Aber keine Angst die Nanopartikel bleiben zwischen der Hornschicht und der Stachelzellschicht hängen. Leider gibt es noch keine Ergebnisse darüber, wie sich das Titanoxid in sonnenverbrannter Haut oder in Schweißdrüsen verhält…Also schön eincremen und Grundlagenforschung betreiben…

Natürlich ist auch die Lebensmittelindustrie daran interessiert, mittels NT unser Essen noch gesunder und schmackhafter zu gestalten…

3. disruptive NT – Künstliche Mikroorganismen – „Grey Goo” Szenario

Das zugegebenermaßen (noch) an Sci-Fi gemahnende extremste Szenario potentieller vernichtender Auswirkungen auf den Planeten ist das Grey-Goo-Szenario von Eric Drexler:Hier wird davon ausgegangen, daß die molekulare Nanotechnologie technisch realisierbar ist und Fertigungsprozessemittels sich selbst replizierender Nanoroboter (Nanobots) bewerkstelligt werden.Es bedarf keiner allzu großen Phantasie, sich vorzustellen was passieren würde, wenn diese Replikationsfähigkeit außer Kontrolle geraten würde. Da die Reproduktionsgrundlage dieser autonomen Nanobots alle organischen Stoffe darstellt, könnten diese die gesamte natürliche Umwelt in Replikas ihrer selbst umwandeln, den aus Nanomasse bestehenden sogenannten „grauen Schleim” (Grey Goo).

Soziale Auswirkungen

Die Nanotechnolgie wird die Kluft zwischen Arm und Reich sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Eben nocht weiter verstärken. Die Länder, welche nicht die notwendigen finanziellen und technischen Voraussetzungen aufbringen können, werden vermutlich als Standorte der doch mit gewissen Risiken verbundenen Technologie fungieren.

Auch in den sogenannten entwickelten Ländern wird der bestehende Trend durch die Nanorevolution noch verstärkt werden und eine Parallelgesellschaft entstehen, die an den positiven Effekten der neuen Technolgie nicht partizipieren wird. Dabei ist vor allem die Nanomedizin von Interesse, die wohl in nicht allzu ferner Zukunft ein paar Reichen ein verlängertes und angenehmeres Leben ermöglichen wird,wohingegen die Masse der Ausgebeuteten and den Folgen der rücksichtslosen Ausbeutung und Umgestaltung des Planeten zu leiden haben wird.

Gegen Atomenergie kann man medienwirksam durch zumindest zeitweises Blockieren der Castor-Transporte aufmerksam machen, gegen Gentech gibt es die Möglichkeit Felder zu besetzen.

Wie man gegen eine Technologie vorgehen soll, die auf autonomer Selbsorganisation gründet, wird bestimmt dem einen oder der anderen schlaflose Nächte bereiten…

Militär

Über Möglichkeiten, die das Militär haben wird oder auch bereits hat, möchte ich lieber nicht allzuviel schreiben – nur soviel: Die Möglichkeit chemische und biologische Kampfstoffe soweit zu „verfeinern”, daß selbst die besten Schutzanzüge wirkungslos werden und die Zielobjekte quasi von innen heraus zersetzt werden, muß für die per se kranken militärischen Gehirne einen enormen Reiz ausüben…

Überwachung

Bei Miniatisierung denkt man natürlich auch an die uns überall begleitenden Überwachungskameras, die durch die Skalierung der Bauteile in bislang für unmöglich gehaltene Größenordnungen so klein sein werden, daß man sie nicht mehr sehen kann. Auch die Integration von Nanobauteilen in Kleidung zur Identifizierung des Trägers wird bereits angedacht.

Fazit

Es warnen bereits Krankenkassen, Versicherer (Allianz und der Rückversicherer SwissRe) vor den Risiken der NT und selbst die Nato macht sich (ihre) Gedanken zum Thema Nano und Sicherheit…Daß bereits über 500 „Nanoprodukte” auf dem Markt sind, ohne daß diese kennzeichnungspflichtig sind, finde ich bezeichnend für dieses Wirtschaftssystem, welches auf Kosten des Planeten seinen Profit zu maximieren versucht. Ab einem gewissen Risikopotential einer Technologie – und sei die Eintrittswahrscheinlichkeit noch so gering – sollte es für eine Gesellschaft, die das Ziel des Überlebens verfolgt, oberste Priorität sein, alles daran zu setzen, mit den vorhandenen Möglichkeiten zu versuchen, ein funktionierendes Ökosystem zu bewahren und eine nach wie vor desolate Wirtschafts- und Sozialstruktur zu verbessern, anstatt in einem Anflug von Größenwahn die Existenz des gesamten Planeten aufs Spiel zu setzen.

Gerade bei risikobehafteten Großtechnologien besteht seitens des Staates, die aus eigenem sicherheitstechnischem Interesse heraus begründete Notwendigkeit, eben diese Produktionsanlagen mit allen Mitteln zu verteidigen, wodurch die Tendenz, totalitäre Machtinstrumente noch weiter auszubauen, verstärkt wird.

Internetquellen & Links

Drexler – Engines of Creation

Feynman – There’s Plenty of Room at the Bottom

Center for responsible nanotechnology

http://nanohype.blogspot.com

http://www.km21.org/nano/index_risiken.html

http://www.softmachines.org/wordpress

http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/05709.pdf

http://www.foresight.org

http://www.nanoforum.org

http://www.lifeinfo.de/inh2./nanotechnologie.html

http://www.bundestag.de/internat/interparl_orga/nato_pv/archiv/berichterst/179_ibruegger_de.pdf

This entry was posted on Dienstag, April 21st, 2009 at 10:02 am and is filed under Militarismus, Wissenschaft. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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