Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Auf zum McPlanet

Dieses Wochenende findet in Berlin in der Technischen Universität schon zum 4.Mal der McPlanet Kongress statt, der sich seit 2003 die Aufgabe gesetzt hat, Ökologiebewegung und globalisierungskritische Bewegungen zusammenzubringen.

Das diesjährige Motto heißt: “Game over-Neustart” und aus aktuellem Anlass stehen daher Alternativen zum Bestehenden noch mehr im Mittelpunkt. An die 2000 Leute werden erwartet, die in großen Panels den Sinn und Unsinn nachhaltigen Konsums diskutieren, in Aktivworkshops Gemeinschaftsgärten für den ehemaligen Flughafen Tempelhof planen, über Nanotechnologie und den “New Green Deal” diskutieren, sich über Staudammprojekte in Brasilien mit Betroffenen austauschen können, in Kulturworkshops politisches Theater und Samba spielen und sich in verschiedenen Foren und Cafes interessensbezogen vernetzen können. Als besonderer Gast wird ein “Yes Man” erwartet, der Freitag abend Auschnitte aus einem Film über ihre aufmerksamkeitserregenden Aktionen zeigen und diskutieren wird. Die “Yes Man” sind durch ihre gefakten Auftritte als WTO-Vertreter berühmt geworden, in deren Rolle sie lange Zeit unwidersprochen von Journalisten und Managern, vor denen sie auftraten, Dinge wie Sklaverei und Kinderarbeit forderten. Sie lassen sich immer wieder gerne ins Fernsehen oder auf Konferenzen einladen, um mit einer überspitzten neoliberalen Position den Blick auf die reele Brutalität und Menschenverachtung zu schärfen, die oft von Konzernbossen und Institutionen wie der WTO ausgeht.

Gekocht wird von der Volksküche “Le Sabot”, die während des Nato-Gipfels traurige Berühmtheit erhalten hat, da etliche MitgliederInnen tagelang am Kontrollpunkt in Kehl die Ausreise nach Frankreich verweigert bekommen haben, um so die Campinfrastruktur in Straßburg zu schwächen.

Der Kongress eigent sich sowohl für alte Hasen, die sich mit Gleichgesinnten austauschen und ihren Aktivismus besser vernetzen wollen, als auch für Neulinge, die nur einmal schnuppern und herausfinden wollen, was es in unserer pluralistischen Partygesellschaft alles so zu kritisieren gibt oder wie man dagegen/ für was anderes aktiv werden kann. Gerade für junge Menschen, gibt es den Young Planet, wo sich auch Einzelne nicht verloren vorkommen, sondern in die Kongressstrukturen eingebunden werden und jugendspezifische Veranstaltungen, wie z.B. konsumkritische Stadtführungen im Vordergrund stehen.

Mitorganisation wird hier groß geschrieben, also nicht alles fertig serviert. Sowohl in der Küche, als auch als ÜbersetzerIn, als Saubermachkommando, Orientador oder in der Kinderbetreuung kann mensch sich nützlich machen.

Abends wird auch gefeiert, auf dass der Neustart schon wieder ein bisschen konkreter geworden ist.

www.mcplanet.com

This entry was posted on Donnerstag, April 23rd, 2009 at 7:55 am and is filed under Kongresse, Camps und Vernetzung. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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