Mutig Mutig!

Beispiele für eine gerechtere Welt

Archive for April, 2009

Auf zum McPlanet

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April 23rd, 2009 Posted 7:55 am

Dieses Wochenende findet in Berlin in der Technischen Universität schon zum 4.Mal der McPlanet Kongress statt, der sich seit 2003 die Aufgabe gesetzt hat, Ökologiebewegung und globalisierungskritische Bewegungen zusammenzubringen.

Das diesjährige Motto heißt: “Game over-Neustart” und aus aktuellem Anlass stehen daher Alternativen zum Bestehenden noch mehr im Mittelpunkt. An die 2000 Leute werden erwartet, die in großen Panels den Sinn und Unsinn nachhaltigen Konsums diskutieren, in Aktivworkshops Gemeinschaftsgärten für den ehemaligen Flughafen Tempelhof planen, über Nanotechnologie und den “New Green Deal” diskutieren, sich über Staudammprojekte in Brasilien mit Betroffenen austauschen können, in Kulturworkshops politisches Theater und Samba spielen und sich in verschiedenen Foren und Cafes interessensbezogen vernetzen können. Als besonderer Gast wird ein “Yes Man” erwartet, der Freitag abend Auschnitte aus einem Film über ihre aufmerksamkeitserregenden Aktionen zeigen und diskutieren wird. Die “Yes Man” sind durch ihre gefakten Auftritte als WTO-Vertreter berühmt geworden, in deren Rolle sie lange Zeit unwidersprochen von Journalisten und Managern, vor denen sie auftraten, Dinge wie Sklaverei und Kinderarbeit forderten. Sie lassen sich immer wieder gerne ins Fernsehen oder auf Konferenzen einladen, um mit einer überspitzten neoliberalen Position den Blick auf die reele Brutalität und Menschenverachtung zu schärfen, die oft von Konzernbossen und Institutionen wie der WTO ausgeht.

Gekocht wird von der Volksküche “Le Sabot”, die während des Nato-Gipfels traurige Berühmtheit erhalten hat, da etliche MitgliederInnen tagelang am Kontrollpunkt in Kehl die Ausreise nach Frankreich verweigert bekommen haben, um so die Campinfrastruktur in Straßburg zu schwächen.

Der Kongress eigent sich sowohl für alte Hasen, die sich mit Gleichgesinnten austauschen und ihren Aktivismus besser vernetzen wollen, als auch für Neulinge, die nur einmal schnuppern und herausfinden wollen, was es in unserer pluralistischen Partygesellschaft alles so zu kritisieren gibt oder wie man dagegen/ für was anderes aktiv werden kann. Gerade für junge Menschen, gibt es den Young Planet, wo sich auch Einzelne nicht verloren vorkommen, sondern in die Kongressstrukturen eingebunden werden und jugendspezifische Veranstaltungen, wie z.B. konsumkritische Stadtführungen im Vordergrund stehen.

Mitorganisation wird hier groß geschrieben, also nicht alles fertig serviert. Sowohl in der Küche, als auch als ÜbersetzerIn, als Saubermachkommando, Orientador oder in der Kinderbetreuung kann mensch sich nützlich machen.

Abends wird auch gefeiert, auf dass der Neustart schon wieder ein bisschen konkreter geworden ist.

www.mcplanet.com

Nanotechnologie

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April 21st, 2009 Posted 10:02 am

Nach Atomkraft und Gentechnik, hat sich ein neues spannendes Feld für (Umwelt)aktivisten und Menschen mit Sorge um die Zukunft aufgetan: Nanotechnologie.

Ich selbst habe ich mich bislang damit auch nur sehr marginal beschäftigt, aber ein user meines Blogs, Sven, hat freundlicherweise einen interessanten Artikel über dieses Thema verfasst, den ich euch nicht vorenthalten will.

Die großen Risiken einer kleinen Technologie – NANOTECHNOLOGIE

„Je kleiner die Dimensionen werden, desto größer wird der Maßstab, in dem man denken muß.”

Die Nanotechnologie (NT) wird eine neue industrielle Revolution ungeahnten Ausmaßes zur Folge haben,dabei sind ihre Risiken noch weitgehend unerforscht und in Größenordnungen anzusiedeln, die dem Forschungsobjekt diametral entgegengesetzt sind.

Nanopartikel sind eine Ansammlung von miteinander verbundenen Atomen mit einem Radius von insgesamt weniger als 100 nm.Dieses Aggregat besteht typischerweise aus 10-10 5 Atomen.Ein Nanometer (nm) ist ein Millionstel Millimeter oder der milliardenste Teil eines Meters und entspricht etwa dem 50.000stel des Durchmessers eines menschlichen Haares.

Aufgrund der geringen Größe von Nanopartikeln können sie z.B. über die Lunge(nbläschen) in den Blutkreislauf und von dort überall in den Körper gelangen.Nanopartikel werden bereits Produkten beigefügt, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern, so finden sich Nanopartikel in Farben und Lacken, um die Kratzfestigkeit zu erhöhen, oder in Sonnenschutzcremes,was bereits zu ersten gesundheitlichen Problemen und zur Rücknahme eines Produktes geführt hat.

Die NT kann man in 3 Klassen einteilen: 1. isoliert, 2. bioaktiv und 3. disruptiv:

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Tränengas und Helikoptereinsatz für LIDL&Co

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April 16th, 2009 Posted 3:43 pm

James Bond is back- die Provinzmetrople Erfurt hatte sich für den heutigen Tag ein besonderes Schmanckerl einfallen lassen, um den ollen Punks aus den Federn zu helfen.

Pünktlich um 5:45 ging es los mit der Räumung des 8 Jahre besetzen ehemaligen Topf und Söhne Geländes. Die Polizei hatte sich wochenlang in Trainingscamps auf die Räumung vorbeireitet, wußte sie doch, dass das Gelände heiß umkämpft sein würde. Die Erfurter mobilisierten schließlich schon seit mehreren Monaten gegen den Abriss im ganzen Bundesgebiet. Immer wieder kam es daher zu großen Solidaritätsdemos mit über 1000 Menschen, spontanen, direkten Aktionen in der Innenstadt und sogar Bernd das Brot, der eines Tages spurlos vom Erfurter Marktplatz verschwand ( weil er die Heuchelei der Stadtoberen nicht mehr aushielt), solidarisierte sich in einer Erklärung mit den BesetzerInnen, bei denen er fortan nun wohnen wollte.

Das besetzte Gelände war nicht irgendeine alte Fabrikhalle, sondern ein Stück Geschichte, dass man nicht einfach so abreißen sollte. Hier wurden zu Kriegszeiten Öfen für die KZs hergestellt und Aufzüge, um die Leichen besser abtransportieren zu können. Die BesetzerInnen haben in den 8 Jahren, die sie Zeit hatten, das Gelände wiederzubeleben, neben einem reichhaltigen sozio-kulturellen Programm, dem Aufbau von Wohnraum und Wagenplatz, auch der Aufarbeitung der Geschichte einen Platz eingeräumt, Infoveranstaltungen und historische Rundgänge über das Gelände waren bis November 2008 möglich.

Das Gelände wurde dann schließlich 2007 an die Domicil Hausbau GmbH & Co. KG aus Mühlhausen verkauft. Der neue Eigentümer interessierte sich nicht für die jahrelange Arbeit der BesetzerInnen, sondern wollte nur schnell mit der Stadt einen neuen Bebauungsplan ausarbeiten. Der sieht zwar immer noch vor, dass es auf dem Gelände weiterhin Platz für eine Ausstellung über die Topf und Söhne Aktivitäten und andere Gruseligkeiten des 3. Reiches gibt, dafür verlangte der neue Eigentümer aber auch von der Stadt den Rest des Geländes als Gewerbegebiet auszuweisen.

Während der Eigentümer noch in keinster Weise sich um Bausaubstanzerhalt oder Aufbau des Ausstellungsgebäude gekümmert hat, ganz im Gegensatz zu den BesetzerInnen, ging es in den letzten Monaten vormalig darum, die Leute vom neuen “Gewerbegebiet” zu entfernen. Vormalig soll es um die Errichtung eines neuen LEBENSMITTELMARTKES gehen. Da weiß man nicht, ob man lachen oder kotzen soll, 8 Jahre Kulturarbeit mit Tränengaskartuschen wegspritzen, 60 Leute in den Knast stecken ( nur heute morgen bei der Räumung, die, die noch folgen nicht eingerechnet), Hunderte von Jugendlichen und jungen, emanzipierten Erwachsenen ihres Treffpunktes beraubt, Dutzende Menschen obdachlos machen, für einen neuen LIDL????????????????????

Zudem in der direkten Nähe schon ein Einkaufzentrum steht, die Innenstadt mit Einzelhandel nicht weit ist, genauso wie der Bahnhof mit Shoppingpassage….Wie viel kulturelle Orte hat Erfurt zu bieten und wieviele LIDL, Aldis und Plus, deren Geschäftsmodell einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Klimakatastrophe und der hohen Arbeitslosigkeit weltweit haben? Das ist auch eine interessante Frage, die ich beantwortet haben möchte, schließlich hatte ich für den kommenden Samstag eine Lesung auf dem Gelände geplant. Ich hoffe die Stadt Erfurt kümmert sich um einen Ausweichort, ansonsten muss ich wohl im LIDL lesen, denn nicht-kommerzielle Räume soll es ja nicht mehr geben dürfen. Nach Klärung dieser Frage, werde ich den Ort der Lesung bekannt geben.

Heute abend um 18 Uhr ist eine Demo am Anger angesetzt- mehr Informationen unter:

Hausseite

Förderkreis Topf & Söhne

Blog der Kampagne zum Erhalt des besetzten Hauses Erfurt

Radio Frei Erfurt

Radiomitschnitt Radio Corax

Videomitschnitt der Räumung ( schockierend)

Indymedia-Ticker

Gendreck bleibt dieses Jahr in den Säcken

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April 14th, 2009 Posted 10:15 pm

Schneller als erwartet hat sich meine Frage von gestern: “Wo ist all der Gendreck hin?” beantwortet. Als ob ich es gerochen hätte oder einen Geheiminformanten hinter mir stehen gehabt hätte.

Heute ist natürlich ein Tag zur Freude, für Tausende von Anti-Gentechnik AktivistInnen, die in den letzten Jahren ihr Herzblut für ein Moratorium gegeben haben. Menschen von Bürgerinitiaven für gentechnikfreie Zonen, Menschen, die Ilse Aigner auf ihrer Promotiontour hinterhergereist sind und immer wieder in Diskussionen verwickelt haben, Landwirte, die immer wieder zu spektakulären Treckerdemos aufmachten, Leute, die gentechnikfreie Einkaufsführer herausgegeben haben, MultiplikatorInnen, die von Schule zu Schule reisen um kritisch über die grüne Gentechnik aufzuklären, Umweltverbände, die ihr ganzes Jahresbudget in Kampagnen gesteckt haben und waghalsige Aktionen hingelegt haben, Einzelpersonen, die des Nachts die Felder umgemäht haben, Leute, die vor Gericht ihr Recht auf zivilen Ungehorsam erstreiten, das Ehepaar von der Vita Activa Tour, die 8000 Kilometer durch Europa mit Kutsche unterwegs sind, um über die Gefahren aufzuklären, die Menschen vom Aktionsbündnis “Genfrei gehen”, die quer durch Deutschland wandern, mit dem selben Ziel, Biobauern, Imker, Kirchliche Verbände, mutige Wissenschaftler, die den “Unbedenklichkeitsstudien”, die die EFSA vorlegt, widersprechen und das Gegenteil beweisen können und so so vielen mehr müssen wir dankbar sein. Denn das Verbot ist ein großer Schritt, ein großes Signal, dafür, dass es doch noch Verstand und Hoffnung gibt! ( Böse Zungen behaupten allerdings, dass es nur um Wählerstimmen ging, sodass Aigner im Gegensatz zu Seehofer das Problem nicht einfach aussitzen konnte) Aber nein, heute wollen wir mal an das GUTE glauben und stellen fest:

Natur und Schmetterlingsarten sind wichtiger als ein Großkonzern. Und das in Zeiten der angeblichen Krise. Kann es sein, dass unsere PolitikerInnen doch langsam begreifen, dass wir und schon Jahrzehnten, wenn nicht sogar schon seit Jahrhunderten, spätestens seit der Industrialisierung in einer schweren Krise befinden?

Ein großes Signal, dass es doch noch so etwas wie Restdemokratie gibt, dass Initiaven von unten, dezentral und vielfältig in Aktions- und Erscheinungsformen die gesamte Menschheit betreffende Entscheidungen selbst in die Hand nehmen dürfen und nicht wie immer ein, zwei Großkonzerne über unser aller Gedeih und Verderb entscheiden dürfen.

Das war erst der Anfang, jetzt müssen auch noch die Experimentierfelder weg, danach die Atomkraftwerke, die Riesenstaudämme, die Monokulturen der Landwirtschaft, die Autobahntrassen, die Abwrackprämie…ich sag ja immer die sozial-ökologische Revolution kommt im August. Bis dahin ist auch Gendreck Weg noch aktiv, auch die laufen jetzt ja fast Gefahr arbeitslos zu werden. In Kitzingen jedenfalls wird es noch immer einen Saatguttausch geben und statt der Aussaat eine Jubeldemo. Danach wollen sie sich verstärkt den Experimentierfeldern widmen, deren es ja noch so einige in Deutschland gibt, Tendenz steigend.

Wo ist all der Gendreck hin?

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April 13th, 2009 Posted 12:28 pm

In den nächsten Wochen geht es wieder hoch her im Kampf gegen die Gentechnik, der zwar moralisch schon längst von den AktivistInnen gewonnen wurde, de facto aber eine immer größere Gefahr für die Bevölkerung und unser Ökosystem darstellt. Zwischen 70 und 80% der Deutschen sprechen sich mittlerweile gegen Gentechnik aus, Tendenz steigend. Auch viele Gentechnikbauern, die in den letzten Jahren Erfahrungen mit Genmaisanbau gemacht haben, sind jetzt wieder auf konventionell umgestiegen, da der vermeintliche finanzielle Vorteil entfiel, genauso wie höhere Ernten. Wobei konventionell auch auf keinen Fall eine zukunftfähige Anbauform ist, nur der Schaden sich noch eher begrenzen läßt. Auch bei den krassesten Monokulturen ohne Hecklandschaften und mit überdüngtem Boden und hochgiftigen Pestiziden und Herbiziden, kann man immer noch ( wenn die Menschheit mal zu Verstand gekommen ist) auf unseren Freund, die Zeit setzen, die es dann schon richten wird. Bei Gentechnik geht das nicht. Einmal eingekreuzt, ist Feierabend. Und zwar für immer. Was viele nicht wissen: Es kreuzt sich nicht nur Mais mit Mais, sondern auch die vielen Feldversuche sind eine große Gefahr. Hier kann z.B. der Genraps als Kreuzblütler auch mit Kohl- und Senfpflanzen, wie dem Blumenkohl, dem Radieschen usw. einkreuzen, die wir vielleicht in unserem kleinen Biogemüsegärtchen kultivieren, ganz zu schweigen von den Bestrebungen der Biotechbranche Genrasen zu kreeiren ( z.B. für Golfplätze) und Genbäume (z.B. für Papierherstellung)

Etliche Länder, unter anderem Griechenland, Polen, Schweiz und Österreich haben ein GMO-Moratorium, Frankreich hat 2008 ein solches auch erlassen, nachdem die Bevölkerung jahrelang mit teilweise spektakulären Aktionen dagegen Sturm gelaufen ist. Jose Bove ist wohl der bekannteste Vertreter der “Freiwilligen Feldmäher”, wie sie sich nennen. Interessanterweise mussten sich die Moratoriumsländer gegenüber der EU verantworten und wurden schon fast zur Rücknahme desselbigen gezwungen. Die Organe der EU, muss man wissen, werden von der EFSA (European Food Security Agency) beraten und regelmäßig mit “Unbedenklichkeitsstudien” gefüttert, deren Glaubhaftigkeit mensch durchaus anzweifeln darf. Man muss dazu wissen, dass die EFSA in den höheren Etagen nur so von Leuten wimmelt, die aus der Biotechbranche kommen und Studien bevorzugt im Auftrag der Biotechbranche von statten gehen und sich dadurch finanzieren. In Zeiten der knappen Kassen von Universitäten ist das nicht unerheblich.

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