Archive for März, 2009
Supermärkte und Co
März 16th, 2009 Posted 1:51 pm
Ein Leben ohne DVD-Player, Whirpool oder Viagra können sich manche eventuell noch vorstellen, ein Leben ohne Essen nicht. Selbst hartgesottenste Yogis müssen ab und an mal nachtanken.
Kein Wunder, dass also der Hauptaugenmerk der Großkonzerne auf “Lebensmitteln” liegt, gleich hinter Waffenhandel und pharmazeutischen Produkten. Gerade bei Ernährung und Medikamenten gibt es da auch Überschneidungen. Bayer-”Science for a better life” (eigentlich “Science- for a better life of a few), tüftelt nicht nur an Aspirin herum, sondern auch daran, wie Gentechnik endlich gesellschaftfähig wird und sie ihre Kartoffel “Amflora” und andere dubiose Freilandexperimente gut und günstig ins schöne Agrarland pflanzen können. Natürlich auch im konventionellen Ackerbau mischt Bayer gut mit- und verkauft fröhlich Pestizide und Düngemittel, die unser Grundwasser auf Jahrtausende verseuchen, aber im Schnäppchenpreis bei Lidl und Co leider nicht mit eingerechnet sind. Bezahlen müssen alle dafür und am meisten unsere Kinder- doch sonderbarerweise sorgt sich Bayer ja sonst sehr um sie, wenn es darum geht, Impfungen an verunsicherte Eltern zu bringen. Aber dazu später, jetzt geht es ja erstmal ums Essen.
Posted in Ernährung
Grundsätzliches
März 12th, 2009 Posted 6:30 am
Das Thema “Schulkritk” zieht sich durch das ganze Buch. In den nächsten Tagen werde ich mich verstärkt auf diese Thematik konzentrieren und kritische Gedanken sowie Alternativen zum bestehenden Bildungssystem auf dem Blog vorstellen.
Für mich ist Schule ein pures Machtinstrument, das die Menschen schon von früh auf auf Gehorsam und Funktionalität drillen soll. Deshalb rede ich nicht von Schulpflicht, sondern von Schulzwang.Wer nicht weiß, was ich damit meine, der soll mal probieren, sich eine Woche zuhause eine gemütliche Zeit zu machen ( eventuell dabei sogar mehr Schulstoff als in der Schule zu lernen, bzw. selbst zu recherchieren) und darauf warten, was passiert. Polizei und Jugendamt lassen sicherlich nicht lange auf sich warten.
Grundsätzlich frage ich mich, gerade jetzt, als Mutter eine kleines Babys, was Menschen glauben macht, dass es gesund und förderlich sei, Menschen, ab einem vordefinierten Alter (meistens 6) in einen quadratischen Raum zu sperren und rücksichtslos auf körperliche und psychische (Tages)verfassung nach Uhrzeit festlegt, was der Mensch nun lernen und verarbeiten soll. (weiterlesen…)
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Ausflug auf die Queeruption
März 11th, 2009 Posted 12:40 pm
Ausflug auf Queeruption
Mein Handy klingelt. Ich fixiere es argwöhnisch. Ja, ich weiß, es war keine gute Idee, mir so ein Ding zuzulegen. Ja, ich hätte da konsequenter sein müssen. Ja, ich bin eingeknickt. Das ist aber nicht alleine meine Schuld. Binnen 1 Jahr hat die gesamte alternative Szene inklusive Leuten, die sowieso nicht sprechen können, sondern immer nur lallen die Fähigkeit verlernt, a) einen Treffpunkt und eine Uhrzeit auszumachen und b) sich daran zu halten. Nachdem ich das 50. Mal irgendwo in einer Kneipe den Abend alleine verbracht habe, weil keiner meiner verabredetern Kontakte kam, oder ein wichtiges Ereignis verpasst habe ” weil man dich ja nicht erreichen kann”, las wüßte niemand wo ich mich tagsüber aufhalte, hab ich mir so ein Dingen eben gekauft. Punkt. Und jetzt Schwamm drüber. “Umzugsunternehmen schnelle Lotte” flöte ich in das Plastikgehäuse. “Was kann ich für Sie tun?” “Ja, ich hätte da einen ganz schwierigen Kunden, sozusagen, ein Schwertransport.” verhohlenes Kichern in der Leitung. “Er müßte aus dem Innenstadtbereich ins Grüne befördert werden und das möglichst noch heute, da er nur bei Vollmond Fuß fassen kann.” Es ist Roland Zauberwald, einer meiner Freunde, die man so schlecht in Schubladen stecken kann. Ich habe es schon ein paar Mal versucht, aber immer wieder hat er es nach einigem Rumpeln und Scheppern geschafft, die Lade zu öffnen und auf den Rand zu klettern. Vorwurfsvoll hatte er sich dann den Staub von den Schultern geklopft und seine kleine Nasenklemmbrille zurechtgerutscht. “Mach das nie wieder” drohte er mir dann immer.
Ich habe natürlich kein Umzugsunternehmen, dass heißt, zumindest verdiene ich mit meiner aufopfernden Tätigkeit nicht auch das geringste bisschen. Meistens zahle ich noch drauf. So etwas nennt man in christlichen Kreisen Nächstenliebe, in Regierungskreisen Ehrenamt und ansonsten einfach bodenlose Dummheit. Seit Wochen, nachdem ich meinen Bus endlich wieder fahrtüchtig bekommen habe und fachfrauisch entrümpelt habe, fahre ich nun den lieben langen Tag irgendwelche rührseligen Punkererinnerungen und gebrechliche Sperrmüllmöbel von einer Sozialwohnung zur nächsten. Neulich hatte ich auch mal wieder eine Hausbesetzung, gescheitert nach immerhin 7 Wochen, das war dann schon ein wenig spannender. Die Türen natürlich schon versiegelt und verrammelt, mußten wir uns erst durch 2 Hinterhöfe und einen Garten schlagen um dann mit einer wackeligen Leiter ins Flurfenster zwischen Erdgeschoss und 1. Stock einzusteigen. Von dort aus brachten wir dann eine halbe Wohnungseinrichtung, inklusive großer Matratze und 7 Balletspiegeln auf dem selben Weg zurück. Das Zeug steht immer noch alles in meinem Bus, der Besitzer bis auf weiteres verschollen. Das gestaltet sich in sofern schwierig, da ich auch in Ermangelung anderer Wohnmöglichkeiten wieder in meinen Bus eingezogen bin. Ich habe es mal ein paar Wochen in einem emanzipatorischen Frauenprojekt probiert, aber ich glaube, einer von uns war zu emazipiert für die Sache und so trat ich denn auch bald wieder den geordneten Rückzug an. Seitdem parke ich wieder am Volkspark Friedrichshain, wo es nun im sogeannten Jahrhundertsommer richtig gemütlich ist. Zu meiner Freude hat in der Nähe auch noch ein Plus eröffnet, der mich seitdem mit der leckersten Schleckereien aus der Tonne versorgt. Auf dem Dach meines Busses habe ich ein Blumenbeet angelegt und ernte täglich frischen Schnittlauch und Basilikum. Ich habe jetzt auch Nachbarn, die ganz nett sind. Einer hat sich selbstständig gemacht und repariert vereinsamte Fahrräder, die man manchmal am Straßenrand findet. Oft fehlt ihnen schon ein essentielles Teil oder das Schloß sichert nur noch das Vorderrad. Toni, mein Nachbar nimmt sie alle in seine Obhut. Manchmal trinken wir ein Radler zusammen und gehen zusammen in Keller von der Sanierung preisgegebenen Häusern um nützliches Material zu sammeln. Das stapelt sich mitterlweile schon vor unseren Bussen.
Als ich bei Roland Zauberwald klingle, öffnet seine neue Freundin, die immer lacht, obwohl sie traurig ist. “Wo ist denn der Patient?” frage ich in die höhlenartige Wohnung hinein, die sich im letzten Eck des Kurorts Wedding befindet. Um ins Wohnzimmer zu gelangen, muss man sich erst durch einen Wald von an der Decke befestigten Stoffpilzen kämpfen, die meine Körpergröße alle weit übersteigen. Ein neues Projekt von ihm. Neuerding stellt er auch aus alten Fahrradschläuchen Sadomasounterwäsche her. Ich sollte ihn mal mit Toni bekannt machen. “Hier, hilf mir doch mal”, Roland hängt halb aus dem Fenster, kämpft mit einem überdimensionalen Kirschbaum, der es ihm gleich tut. Ich bin überrascht. Soll heißen, ich bin überrascht, dass mich Roland überhaupt noch überraschen kann. War ja schon auf alles gefasst. “Du hast tatsächlich einen Kirschbaum in deinem Wohnzimmer gepflanzt?”
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Alles umsonst:
März 11th, 2009 Posted 12:28 pm
hier noch weiterführende Links, mit Tipps und Tricks für ein Leben ohne Geld
http://www.allesundumsonst.de/
http://dinge-umsonst-besorgen.de.vu/
Posted in Leben ohne Geld
Umsonstläden
März 11th, 2009 Posted 12:13 pm
Umsonstläden gibt es mittlerweile in vielen Städten und Ländern. Besonders in Holland gibt es eine lange Tradition von “Weggeefwinkels”. Das Prinzip eines Umsonstladens ist eine sehr einfache Idee. Ein Raum, in den mensch alles bringen kann, was er nicht mehr braucht, aber dennoch noch funktionsfähig oder wiederverwertbar ist und wenn er Dinge benötigt diese mitnehmen kann.
Umsonstläden sind meist feste (Laden)räume, häufig in besetzen Häusern eingerichtet. Es gibt aber auch mobile Abwandlungen, wie z.B. ein fliegender Straßenflohmarkt, bei dem öffentlichkeitswirksam Kleiderständer und Einkaufwägen bepackt mit nützlichen Dingen durch die konsumverwerteten Innenstädte geschoben werden.
Umsonstläden, so naheliegend und einfach das Konzept auch erscheint, haben auch mit Problemen zu kämpfen. Oft werden sie als “Mülleimer” benutzt, wo Menschen ungewaschene Kleider und Elektroschrott abladen, manchmal auch aus Unachtsamkeit. Immer wieder gibt es auch Menschen, die das solidarische Prinzip nicht verstehen und einfach Dinge mitnehmen, die sie nachher auf dem Flohmarkt oder Ebay verticken.
Ein weiteres Beispiel, das ein “richtiges Leben im Falschen” sich sehr schwierig gestalten kann. Wie auch beim Containern gibt es hier die Kritik, das Umsonstläden “die Feuerwehr des Kapitalismus” seien, den verarmenden Menschen also, ähnlich wie Caritas und Rotes Kreuz mit den absolut Notwendigen versorgen, und sie somit beruhigen und von der sozialen Revolution und Massenprotesten ablenken.
Auf der anderen Seite, positionieren sich Umsonstläden, anders als karitative Einrichtungen, kapitalismus-kritisch oder radikal anti-kapitalistisch und nutzen den Umsonstladen dazu , noch weitere Elemente einer solidarischen Ökonomie umzusetzen. So sind Umsonstläden auch häufig Ausgangspunkt für Food-Coops oder Tauschringe und bieten Raum für sonstige Initiaven. Umsonstläden, die, um konsequenterweise keine Miete bezahlen zu müssen, sich in besetzen Häusern ansiedeln, bringen zusätzlich noch das Element der direkten Aktion, also der Aneingung von ungenutzen Wohn-und Geschäftsraum, mit ein.
Weiterführende Links:
Umsonstladen Berlin-Mitte, schon 7 Jahre alt
Systemfehler, Umsonstladen Berlin-Friedrichshain
große Liste von Umsonstläden in Deutschland
Liste von Umsonstläden in Deutschland (englisch)
Posted in Leben ohne Geld
