Lesung in der Strassenbahn zur Leipziger Buchmesse
3 Tage lang schlich ich auf der Buchmesse in Leipzig herum, aber nur einmal hatte ich neben 2 laengeren Interviews eine Lesung. Zu wenig, dachte ich mir, moechte ich mein Buch doch mit allen Menschen teilen.
So nahm ich einfach die Anfahrtzeit in der Strassenbahn zur Messe zum Anlass, eine kleine Episode ueber deutsche Jugendpsychiatrien zum besten zu geben.
“Tolles Marketing” bescheinigte mir spaeter auf der Messe ein Zuhoerer.
Dabei wollte ich einfach nur Lesen und meinen Mitmenschen die Fahrtzeit ein wenig verkuerzen. Selbstverstaendlich fragte ich vorher, ob es ihnen recht sei. Was die normale uns taeglich umgebende Werbung ja nur selten tut. Ich habe mein Buch hauptsaechlich geschrieben, damit es gelesen wird und nicht, damit ich reich werde. Ich denke die wenigsten Autoren haben das im Sinn. Es ist auch ein reichlich schwieriges Unterfangen.
Ich faende es schoen, wenn generell mehr Menschen im oeffentlichen Raum miteinander kommunizieren wuerden, mehr Kunst ohne kommerziellen Hintergedanken einfach geschehen wuerde, ohne mit Stadtverordnungen und anderen Massregelungen konfrontiert zu werden.
Das wuerde dann vielleicht auch dem einen oder anderen die Psychiatrie ersparen.
This entry was posted on Dienstag, März 17th, 2009 at 7:06 pm and is filed under Kunst. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.


3:09 pm on Juni 8th, 2009
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/977014/
Sie ist schon wer! Verkehrt in “internationalen Aktivistenkreisen” und hat sich als Wagenburgbewohnerin ihre private Selbstkasteiung geschaffen: Darben in der Wohlstandsgesellschaft. “Hass, jeden Tag wächst er in mir”, notiert sie schon als Schülerin, nur weil im heimischen Bad Kissingen nichts los ist. Die Eltern sehen hilflos dem Abrutschen der Tochter ins Anarcho-Milieu zu und werden dafür von ihr verhöhnt: Schlimmer Mittelstand seien sie, gewissermaßen Nazis in situ. Und was mit denen geschehen soll, verrät die Antifa-Fraktion: “Ein Baum, ein Strick, ein Nazigenick – der Spruch gefällt mir”, schreibt Silvia Hable beglückt. Dagegen sein! Revolution machen – welch ein Sinnangebot. Läsen wir einen Bericht aus den 70er- Jahren, würden wir sagen: Eine Generation kann im Wahn entgleiten; die nachfolgenden müssen daraus gelernt haben. Es ist aber ein Buch von 2009, und gelernt hat dieses Polit-Girlie nur: “Die Revolution macht keinen Feierabend.” Man schämt sich als Leser für die Dummheit der Autorin; sie selbst kennt kein derartiges Gefühl.
3:48 pm on Juni 8th, 2009
Lieber Andreas,
vielen Dank fuer deinen aussagekraeftigen Kommentar. Du spricht sicher vielen aus der Seele, die bei der Europawahl ihr Kreuz bei der FDP gemacht haben und fuer Menschen wie mich, die sich auf den Weg zu einer gerechteren Welt fuer ALLE gemacht haben, nichts als Hohn und Verachtung uebrig haben. Hast du mein Buch ganz oder nur in Auszuegen gelesen?
Vieles, was darin steht, sind Dinge aus meiner Jugend, die ich so nicht mehr unterschreiben wuerde. “Ein Baum, ein Strick, ein Nazigenick” zum Beispiel. Sinn und Ziel meines Buches war und ist es aber, ein “authentisches Zeitgefuehl” herueberzubekommen.
Und mit 15 Jahren fand ich den Spruch, wie soviele andere 15-jaehrige heute einfach passend und genial.
Seitdem habe ich, ob du es glaubst oder nicht sehr viel reflektiert und ordne manche Dinge anders ein. Zu meinen Eltern und Bad Kissingen zum Beispiel habe ich durchaus wieder positiven Zugang gefunden, bei meiner Lesung dort waren an die 100 Leute und wir haben uns sehr gut unterhalten und die Menschen dort waren zu grossen Anteil auch froh, ueber diverse Anregungen, die ich ihnen mitgegeben habe, ganz anders als noch vor 8 Jahren, als ich nur “dagegen” war. Ich mache eigentlich ueberhaupt nichts mehr dagegen, sondern nur noch dafuer. Im Moment lebe ich auf einen portugiesischen Oekohof mit Kulturprojekt und wir machen jede Menge sinnvolle Dinge fuer den Erhalt dieser einen Erde, die wir nun mal haben.
Geschaemt habe ich mich auch schon oft, fuer besoffene Dummheiten meiner Jugend, fuer manche unreflektierte Auesserung anderen Menschen gegenueber, die ich manchmal damit verletze, fuer Egoismus, in schweren Stunden Freunden und Familie nicht beigestanden zu haben und fuer meinen Konsum mit dem ich der Ausbeutung und dem Elend der restlichen Welt noch in die Haende spiele ( z.B. beim Autofahren etc.)
Desweiteren schaeme ich mich aber auch fuer meine Mitmenschen, wenn ich sehe, wie Kinder “erzogen” werden, toleriert von einer schweigenden Mehrheitsgesellschaft, wenn der Rassismus offen herausbricht aus einer kranken und staendig unzufriedenen Gesellschaft,wenn ich sehe, dass der schnoede Mammon alles regiert und wir daher unsere Umwelt komplett und ohne mit der Wimper zu zucken zerstoeren.
Die Revolution macht tatsaechlich keinen Feierabend, denn das das System, so wie es jetzt ist, am Ende ist, das bestreiten nicht einmal mehr alle Wirtschaftsheiligen. Es ist nur die Frage, was wir stattdessen machen. So weiter machen wie jetzt geht auf keinen Fall.
Du scheinst auf jeden Fall auch nicht sehr gluecklich sein, denn aus deinem Kommentar, auf was er sich bezieht, erschliesst sich mir leider nicht ganz spricht vor allem eins: Hass und Verachtung, aber keineswegs konstruktive Kritik.
Das was einem am anderen am meisten stoert, hat man meist selbst inne. Kann es sein, dass du deshalb von “Hass, jeden Tag waechst er in mir” irritiert bist? Hoer mal in dich rein, vielleicht campt er auch gerade in deinem Kopf.
3:56 pm on Juni 8th, 2009
Ach ja, im uebrigen ” darbe” ich nicht in der Wohlstandsgesellschaft, im Gegenteil, ich bin gut dran. Die Wohlstandsgesellschaft ist am Ende und im Gegensatz zu so vielen Menschen, die sich bislang zu sicher gefuehlt haben, weiss ich um etliche Techniken mir mit wenig Aufwand (Permakultur) ein angenehmes Leben sichern zu koennen. Die Dinge, die seit den 70zoger Jahren als “alternativ” verschrieen waren, sind im Kommen, denn wer jetzt nicht mit macht, der guckt dumm in die Roehre. Tauschringe, Solidaritaetsnetzwerke, Kompostklos und Pilzzucht im Keller, Heilkraeuter statt Antibiotika und mit der Sonne kochen und heizen. Weisst du Bescheid? Was machst du, wenn der Supermarkt an der Ecke ploetzlich geschlossen hat? Oder die Bank kein Geld mehr auszahlt? ( Ist neulich erst wieder mal in Portugal passiert. Und schwupps, ein paar tausend Mittelstaendler ohne ihr lang Erspartes…)