Atomausstieg selber machen
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Einer der vielen Eindrücke, die ich von dem diesmaligen Zukunftspilotenblock mitnehme, betrifft die Atompolitik bzw. die Möglichkeiten diesselbige nicht zu unterstützen.
Das Atomstrom keine Zukunft hat und auch keineswegs Co2 neutral ist oder gar der Klimaretter, wie uns die verzweifelten Atomlobbyisten weismachen wollen, sollte eigentlich jedem vernünftig denkenden Menschen mittlerweile klar sein. Der Abbau des Uran, der Bau der Kraftwerke und die noch immer (und niemals werdende) sichere Endlagerung eingerechnet, kommt laut dem Artikel des Freitags eine Studie des Ökoinstitutes Darmstadt auf 33 Gramm Treibhausgase pro Kilowattstunde (kWh).
Das summiert sich dann alleine pro Kraftwerk jährlich auf weit mehr als HUNDERTTAUSENDTONNEN.
Zusätzlich sind Atomkraftwerke tickende Zeitbomben und lange nicht so sicher, wie uns gerne weisgemacht wird. Gerade Krümmel bei Hamburg, an dem jeweils zur Hälfte Vattenfall, zur anderen Hälfte E.ON Anteile hat, kommt es immer wieder zu gravierenden Störfällen, im Jahr 2007 sogar zu einem folgeschweren Brand, der allerdings wieder von den Verantwortlichen routinemäßig heruntergespielt wurde. Robin Wood hat einen guten Überblick über die verschiedenen Meiler und ihre Schwachstellen und Störfälle, allerdings nur bis 2006.
Das Argument der Atomlobbyisten, Deutschland bräuchte Atomkraftwerke, um durch Weiterentwicklung der Technik darin, einen weltweit hohen Standard zu sichern, ist demnach also auch hinfällig. Noch absurder wird das Argument, wenn mensch mal betrachtet, wo die 4 Energieriesen Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW, die den deutschen Strommarkt nahezu zu 100% beherrschen, anderweitig investieren und dabei Umweltschutz bzw. drohende Gefahren gerne mal außen vor lassen.
So will RWE in Belene, Bulgarien, bis 2014 eine neues AKW mitfinanzieren- es liegt in einem stark Erdebebengefährdeten Gebiet. Dagegen formieren sich sowohl in Bulgarien, als auch in Deutschland immer wieder Proteste, die oft mit starker Repression überzogen werden. Interessant war die Ersteigung der Treptower_Figuren in der Spree Im Februar, um den Großaktionär ALLIANZ an seine Verantwortung im Aufsichtsrat bei RWE zu errinnern.
Falsche Versprechen, riskante Investitionen, strahlende Pfützen in der Asse, kein einziger Endlagerungsstandort- die Liste der Gefahren von Atomkraft ist lange. Gerade im Bereich der Endlagerung wurde jetzt an der Asse deutlich, dass es wohl keinen sicheren unterirdischen Stollen gibt, wenn schon nicht für 30 Jahre, dann erst recht nicht für 300 oder gar 3000. Dazu kommt, dass es bis heute keine technische Lösung gibt, die großen Castoren aus dem Zwischenlager aufzubrechen und in kleinere Tonnen umzuladen.
Was können wir also tun? Außer uns an Gleise ketten, Lichterketten durch Niedersachsen bilden, Protestmails bei Campact schreiben, Aktionen gegen die Energieriesen zu machen und STROM SPAREN?
Dabei ist auch zu beachten, dass der meiste Strom gar nicht im Haus verbraucht wird, sondern in den Produkten steckt, die wir kaufen. Also, alles mit langem Anfahrtsweg, einer langen Kühlkette, viel Plastikverpackung, ständig neue Kleidung und aufwendig synthetisch hergestellten Reinigungs- und Kosmetikmitteln verbrauchen natürlich eine Menge Strom, an die wir sonst gar nicht denken. Alleine der immense Stromverbrauch wäre schon ein Grund Shoppingcenter weitläufig zu umgehen. Tag und Nacht brennen alle Lampen, es dringt ja oft kein Tageslicht hinein und auch in der Nacht muss die Werbung noch blinken…
Für den Reststrom, den wir noch brauchen, wenn wir uns nicht mit Solar und Windenergie als Mikroerzeuger völlig unabhängig gemacht haben, gibt es die Initative ATOMAUSSTIEG SELBERMACHEN.
Sie befürworten einen Stromvertragabschluss mit AUSSCHLIESSLICH 4 Anbietern:
Denn nur diese 4 garantieren wirklich 100% Ökostrom, und 2 von ihnen, EWS Schönau und Greepeace garantieren, dass Profit direkt in erneuerbare Energieanlagen investiert wird. Diese sollten möglichst dezentral und klein sein, denn 100000 Solarpanels in der gar nicht so menschenleeren Wüste mit tausenden von Kilometer langen Hochspannungsmasten sind für Mensch und Umwelt auch nicht gerade zuträglich, genauso wenig wie Staudämme, die leider immer wieder in einem Atemzug mit “Erneuerbare, Grüne” Energie genannt werden.
Viele Stadtwerke bieten auch Ökostrom an, genauso wie unsere 4 Energieriesen (die oft auch wenigstens anteilig bei den Stadtwerken mitmischen, es aber nicht offenlegen). So hat E.On zum Beispiel den “Go Green” Tarif und Vattenfall bietet in Berlin “Öko pur” an.
So Öko ist dann das letztendlich aber nicht, denn, und nun wird es verzwackt, die Energieanbieter wegen des Erneuerbaren Energiegesetzes sowieso dazu verpflichtet, einen gewissen Anteil an “Ökostrom” durchs Netz zu jagen. Wenn nun die Leute Ökostromtarife abschließen, und dafür sogar mit vermeintlich gutem Gewissen mehr zahlen, dann geht das von dem Gesamtpaket Ökostrom ab. Der konventionelle Stromkunde erhält nun noch mehr Atomstrom, sein Ökoanteil wird kleiner.
Abgesehen davon will ich keinen Konzern mitfinanzieren, der Atomkraftwerke in Erdebebebgebiete baut, wie RWE, oder wie Vattenfall in der Lausitz für ein paar kurzfristige Arbeitsplätze und viel Co2 Ausstoß, die halbe Lausitz umpfügt, Dörfer abreißt, Menschen entwurzelt und Naturschutzgebiete zu Mondlandschaften umwandelt.
Weiterführende Links:
X-Tausendmal Quer, das bekannteste Blockadebündniss gegen den Castor
This entry was posted on Dienstag, März 24th, 2009 at 3:15 pm and is filed under Energieversorgung. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

10:23 am on April 3rd, 2009
[...] Webseite hochladet, ausdruckt, verteilt oder was euch sonst noch so einfällt und natürlich ist Stromwechsel angesagt, falls ihr noch bei einem der Atomstrommultis euren Saft [...]