Archive for März, 2009
Schularchitektur
März 26th, 2009 Posted 4:49 pm
Vom 20.-22. März hat in Münster der Konvent “Der Dritte Pädagoge” ( der Raum) stattgefunden. Hier wurde von namhaften Architekten und Pädagogen eine radikale architektonische Umgestaltung der Schullandschaft diskutiert und gefordert. Das Geld aus dem Konjunkturprogramm sollte einer innerlichen und äußerlichen Demokratisierung zu gute kommen, denn die jetzige “kasernenähnliche” Anordnung von langen Fluren und rechteckigen Klassenzimmern lassen kaum ein anderes Unterrichts- und Umgangsmodell als den üblichen hierarchischen Frontalunterricht, bei dem sich der/die Lehrerin mithilfe von Repressalien und Schreien Gehör verschaffen muss, zu.
Die Zukunft gehört einer Schule, die aus vielen kleinen Lerninseln besteht, in die sich die SchülerInnen alleine oder zur Teamarbeit zurückziehen können, auch einmal kuscheln oder schlafen können, ohne dafür gemaßregelt zu werden. Große, helle Räume dienen zu Schulvollversammlungen, in denen demokratischen Entscheidungen getroffen werden können. Dazu muss der ganze Schulalltag flexibler gestaltet werden, der/die SchülerIn bestimmen können, wann er/sie aufnahmefähig ist, wann eine intensive Eigenarbeitsphase möglich ist und wann abgeschalten werden muss. Der/die LehrerIn wird immer mehr zum Begleiter und muss sein/ihr, so wie heute noch oft üblich, beherrschtes Reich aufgeben, durch das die SchülerInnen derzeit wie NomadInnen mit viel zu schweren Rucksäcken und immer währenden Stress im Nacken ziehen, um “Fachunterricht” zu erhalten. Rechte Winkel werden abgeschafft, organische Strukturen treten an Stelle von langen, kalten Fluren, bei denen auch Gummipflanzen in Töpfen sonst keine Abhilfe mehr schaffen können. Selbstverständlich auch, dass die neuen Baumaterialien konsequent ökologisch sein sollten, es gilt alte, neue Materialien und Techniken wie Lehm oder Strohballenbau auszuprobieren. (weiterlesen…)
Posted in Lernen
Atomausstieg selber machen
März 24th, 2009 Posted 3:15 pm
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Einer der vielen Eindrücke, die ich von dem diesmaligen Zukunftspilotenblock mitnehme, betrifft die Atompolitik bzw. die Möglichkeiten diesselbige nicht zu unterstützen.
Das Atomstrom keine Zukunft hat und auch keineswegs Co2 neutral ist oder gar der Klimaretter, wie uns die verzweifelten Atomlobbyisten weismachen wollen, sollte eigentlich jedem vernünftig denkenden Menschen mittlerweile klar sein. Der Abbau des Uran, der Bau der Kraftwerke und die noch immer (und niemals werdende) sichere Endlagerung eingerechnet, kommt laut dem Artikel des Freitags eine Studie des Ökoinstitutes Darmstadt auf 33 Gramm Treibhausgase pro Kilowattstunde (kWh).
Das summiert sich dann alleine pro Kraftwerk jährlich auf weit mehr als HUNDERTTAUSENDTONNEN.
Zusätzlich sind Atomkraftwerke tickende Zeitbomben und lange nicht so sicher, wie uns gerne weisgemacht wird. Gerade Krümmel bei Hamburg, an dem jeweils zur Hälfte Vattenfall, zur anderen Hälfte E.ON Anteile hat, kommt es immer wieder zu gravierenden Störfällen, im Jahr 2007 sogar zu einem folgeschweren Brand, der allerdings wieder von den Verantwortlichen routinemäßig heruntergespielt wurde. Robin Wood hat einen guten Überblick über die verschiedenen Meiler und ihre Schwachstellen und Störfälle, allerdings nur bis 2006.
Das Argument der Atomlobbyisten, Deutschland bräuchte Atomkraftwerke, um durch Weiterentwicklung der Technik darin, einen weltweit hohen Standard zu sichern, ist demnach also auch hinfällig. Noch absurder wird das Argument, wenn mensch mal betrachtet, wo die 4 Energieriesen Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW, die den deutschen Strommarkt nahezu zu 100% beherrschen, anderweitig investieren und dabei Umweltschutz bzw. drohende Gefahren gerne mal außen vor lassen.
So will RWE in Belene, Bulgarien, bis 2014 eine neues AKW mitfinanzieren- es liegt in einem stark Erdebebengefährdeten Gebiet. Dagegen formieren sich sowohl in Bulgarien, als auch in Deutschland immer wieder Proteste, die oft mit starker Repression überzogen werden. Interessant war die Ersteigung der Treptower_Figuren in der Spree Im Februar, um den Großaktionär ALLIANZ an seine Verantwortung im Aufsichtsrat bei RWE zu errinnern.
Falsche Versprechen, riskante Investitionen, strahlende Pfützen in der Asse, kein einziger Endlagerungsstandort- die Liste der Gefahren von Atomkraft ist lange. Gerade im Bereich der Endlagerung wurde jetzt an der Asse deutlich, dass es wohl keinen sicheren unterirdischen Stollen gibt, wenn schon nicht für 30 Jahre, dann erst recht nicht für 300 oder gar 3000. Dazu kommt, dass es bis heute keine technische Lösung gibt, die großen Castoren aus dem Zwischenlager aufzubrechen und in kleinere Tonnen umzuladen.
Was können wir also tun? Außer uns an Gleise ketten, Lichterketten durch Niedersachsen bilden, Protestmails bei Campact schreiben, Aktionen gegen die Energieriesen zu machen und STROM SPAREN?
Posted in Energieversorgung
Bei AMAZON bestellen?
März 19th, 2009 Posted 2:54 pm
Immer wieder erreichen mich Mails von Leuten, die mein Buch bei Amazon bestellt haben. Sei es aus Bequemlichkeit, oder weil es da jetzt auch schon gebrauchte gibt. Ich habe hier einen interessanten Link, einen Erlebnisbericht von einem ehemaligen Arbeiter bei Amazon.
Natürlich nur ein subjektiver Bericht, aber er fügt sich ganz gut ein in meine persönlichen Erlebnisse auf dem prekären Arbeitsmarkt und in 1000 andere Darstellungen von anderen ehemaligen ArbeiterInnen in ähnlichen unpersönlichen Verkaufsstrukturen. Daher schenke ich dem Bericht Glauben.
Natürlich könnt ihr das Buch kaufen, wo ihr wollt. Amazon ist aber nicht in meinem Interesse. Wenn ihr das Buch sowieso zum Ladenpreis kauft, bestellt es euch doch bitte in einer nette, kleinen, linken (manchmal gibts das noch!) Buchhandlung um die Ecke. Die machen dann nämlich auch oft nette Veranstaltungen und verlegen auch noch andere kritische Bücher, die sich in den Massenbuchhandlungen oft gar nicht beworben, besorgt oder vorgestellt werden.
In Berlin kann ich das Kisch& Co in Kreuzberg, Oranienstrasse, empflehlen. Wenn ihr Geld sparen wollt, dann fragt doch erstmal im Bekanntenkreis herum, ob es nicht schon eineR hat. Gerade in Berlin ist da die Trefferquote ziemlich hoch. Oder kauft es mit 2,3 FreundInnen zusammen. Oder am allerbesten: Fragt eure örtliche Stadt/Schul/Unibücherei, ob sie sich nicht ein Exemplar anschaffen will.
Posted in (Lohn)Arbeitswelten
Food Coops
März 18th, 2009 Posted 1:49 pm
Foodcoop
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Unter einer Foodcoop (Lebensmitteleinkaufsgemeinschaft, Lebensmittelkooperative, auch Food-Coop oder Food-Co-Op, von englisch food cooperative, also etwa Lebensmittelgenossenschaft), versteht man den Zusammenschluss von Personen und Haushalten zum gemeinsamen Einkaufen. Historischer Vorläufer sind die Konsumgenossenschaften des neunzehnten Jahrhunderts. Die Idee dahinter ist, dass man gemeinsam große Mengen Lebensmittel direkt von den Erzeugern bezieht und dadurch Mindestbestellmengen der Großhändler erreicht bzw. es sich für Bauern lohnt mitten in die Stadt zu fahren. Dadurch kann man als Mitglied einer Foodcoop meist preiswerter – weil ohne Gewinnmarge des Einzelhandels – einkaufen, als wenn man im Einzelhandel kauft. Die Foodcoops funktionieren in der Regel mittels verteilter Arbeit und kollektiver Verwaltung. Die Vereinzelung des Verbrauchers wird aufgehoben und Konsumenten mit ähnlichem Lebensstil kommen zusammen.
Wie das im Einzelnen funktioniert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Oft unterscheidet man zwischen Bestellfoodcoops, bei denen nur gemeinsam bestellt wird, Lagerfoodcoops, die ein gemeinsames Warenlager unterhalten, und Mitgliederläden, bei denen eingestelltes Personal für den Unterhalt eines gemeinsamen Ladens sorgt.
Oft haben Foodcoops neben der Möglichkeit, Lebensmittel aus Öko-Anbau zu günstigeren Preisen beziehen zu können, auch noch weitergehendere Ziele, zum Beispiel:
- Förderung der ökologischen Landwirtschaft: Verzicht auf Pestizide, Gülle und Gentechnik.
- Unterstützung von Bauern aus dem Umland mit Direktvermarktung und kurzen Transportwegen.
- Selbst die Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Konsums von Produkten übernehmen.
- Förderung des fairen Handels.
Posted in Ernährung
Lesung in der Strassenbahn zur Leipziger Buchmesse
März 17th, 2009 Posted 7:06 pm
3 Tage lang schlich ich auf der Buchmesse in Leipzig herum, aber nur einmal hatte ich neben 2 laengeren Interviews eine Lesung. Zu wenig, dachte ich mir, moechte ich mein Buch doch mit allen Menschen teilen.
So nahm ich einfach die Anfahrtzeit in der Strassenbahn zur Messe zum Anlass, eine kleine Episode ueber deutsche Jugendpsychiatrien zum besten zu geben.
“Tolles Marketing” bescheinigte mir spaeter auf der Messe ein Zuhoerer.
Dabei wollte ich einfach nur Lesen und meinen Mitmenschen die Fahrtzeit ein wenig verkuerzen. Selbstverstaendlich fragte ich vorher, ob es ihnen recht sei. Was die normale uns taeglich umgebende Werbung ja nur selten tut. Ich habe mein Buch hauptsaechlich geschrieben, damit es gelesen wird und nicht, damit ich reich werde. Ich denke die wenigsten Autoren haben das im Sinn. Es ist auch ein reichlich schwieriges Unterfangen.
Ich faende es schoen, wenn generell mehr Menschen im oeffentlichen Raum miteinander kommunizieren wuerden, mehr Kunst ohne kommerziellen Hintergedanken einfach geschehen wuerde, ohne mit Stadtverordnungen und anderen Massregelungen konfrontiert zu werden.
Das wuerde dann vielleicht auch dem einen oder anderen die Psychiatrie ersparen.
Posted in Kunst

